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Der Israelit · 1904-07-28 · Heft 60 (28.7.1904) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 60 (28.7.1904)
Date
1904-07-28
Page
– (sequence 25)
Language
German
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*xk' » dasÄ>5 s«. Z..»i,sl»4., WellskriKtrsche Beilage M W 60 l«r. »» KAM xm mmsnzEm> Aas den) Kunstleben der hejfifebe» Hepdeox ****,*£,*,*,**, am Anfang des vorigen Jahrhunderts» von I. ^kökkinanu, Darmstadt.. ,-ä.lub., Noch vor kur.',ein gedachte der einzige Ueberlebende der Herz'schen Kapelle, Herr Kammerumssker Josef Rapp,*) als 86-jähriger Grcis, dem ich mehrere der geschilderten Erinnerungen der danke, geradezu mit rührender Freude auf feinem Krankeribette der „unvergleichlich schönen Tage" seiner Mitwirkung unter Meister Herz. Eine Zeit des Ruhms und der Ehre hätten sie unter demselben verlebt. Alle Aufführ - ungen. der Kapelle seien stets aus einem Gusse gekommen. Niemals könne er Herz vergessen, und die Erinnerung an sein Wirken würde ihm stets sein Alter versühen. Auch der jetzige Hofmusrker Anton, beauftragt mit der kunstvollen Leitung des berühmten Glockenspiels im Tarmstädter Schloss, erzählte mir, wie er als Knabe der „Leiche" des Meisters Herz bis auf den Friedhof folgte, weil er schon als Kind sich mächtig zu dem edlen, hochbegabten Manne hingezogcn fühlte. Die Beliebtheit, welche Herz in allen Kreisen der hessischen Residenz, von seinem huldvollen Landesfürsten bis zu den einfachsten Volksklassen, genoss, wurzelte neben seinen eminent künstlerischen Leistungen und hervorragenden Begabung auch in seiner edlen, liebevollen Persönlichkeit. Naturgemäß brachten ihm seine Concerte und Auf¬ *) Inzwischen, vor einigen Wochen verstorben. führungen neben Ehre und Ruhm auch viele klingende j Einnahme ein. 'Obwohl er eine zahlreiche Familie zu ernähren hatte, hätten seine Verhältnisse sich vortreff-; lich gestalten müssen, wenn nicht seine Biederkeit, seine j ideale Nächstenliebe und gemüthvolle Menschenfrcund- » lichkeit ihn jederzeit zu Vielen Opfern veranlasst hätten.! Wie er stets hilfsbereit seine Kunst in den Dienst der 1 Linderung von Elend und Roth stellte, so gab er wohl- I thätig Geld und Gut den Armen und Bedrängten. Doch, um den verdienstvollen Meister ganz zu j würdigen, darf auch eine andere Seite seiner Wirksam-; feit nicht vergessen werden, welche ihn uns Juden i doppelt theuer machen muss, nämlich seine hervor-! ragende Begabung und fruchtbare | Thätigkeit a l s Componist synago- ^galer Gesänge. > Es ist nicht zu verwundern, dass ein so treuer Sohn seines Glaubens und verständiger Kenner der überlieferten Melodien, seine Kunst auf dem Gebiete versuchte, welches seiner Begabung so reichen Spiel« raum gewährte, und das bis dahin so wenig gepflegt worden war. Und wirklich hat es Meister Herz verstanden, die traditionellen Melodien, das überlieferte „Ehasonus" in so gefällige, stilvolle, harmonische Formen zu bringen, und dieselben bei aller Wahrung des historischen Motivs zu so wohlklingenden Weisen zu gestalten, dass uns diese geradezu herrlich anmuthen, sowohl den Ausführcnden als auch die Hörer mit Weihe

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