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Der Israelit · 1904-07-28 · Heft 60 (28.7.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 60 (28.7.1904)
Date
1904-07-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1278 niigender Geschäftslenntniß und Äerständniß für die Wünsch: des Publikums ganz sicher seine Rechnung finden. Rach den zum Schluß des Schuljahres 1903/01 ausgegebenen Jahresberichten der hiesigen höheren Schulanstalten besuchen das Mariengymnasium unter 554 Schülern 23 jüdische, das Friedrich Wilhelm- Gymnasium unter 581 Schülern 190 jüdische, das Augusta Viktoria-Gymnasium unter 500 Schülern 36 jüdische, die Oberrealschule unter 331 Schülern 66 jüd., die Vorschule der Gymnasien unter 116 Schülern 51 jüdische. Leipzig. Jüdische Arbeitsnachweise will der „Verband der Vereine zur Förderung des Handwerks und der Bodenkultur unter den Juden" durch Vermittlung der jüdischen Logen in allen größeren Städten Deutschlands in's Leben rufen. Es soll jüdischen Knaben erleichtert werden, paffende Lehrstellen, jüdischen Gesellen und Arbeitern geeignete Beschäftigung zu finden. Man will darauf hinwirken, daß der Zustand ein Ende nimmt, daß große jüdische Arbeitgeber keine Juden unter ihrem Personal dulden, ein Verhalten, das namentlich in kleineren Ortschaften die Stellenvermittelung für Juden ungemein erschwert. Die Arbeitsnachweise, von denen einige bereits bestehen und gute Erfolge aufweisen, sollen einer Eentralstelle unterstehen, um auch nach außerhalb Stellungen zu vermitteln. Pirmasens, 26. Juli. Dieser Tage fand im Rathhaussaale die von der kgl. Regierung einberufene Versammlung der Mitglieder der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde statt, welche zu dem von Zweibrücken ausgehenden Antrag auf Amtsenthebung des Bezirksratbiners Dr. Mayer Stellung nehmen sollte. Dieselbe war gut besucht. Die Versammlung gab. wie die „P. Ztg." berichtet, ihrer Zufriedenheit mit der Amtsführung des Hdrrn Dr. Mayer warmen Ausdruck und beauftragte ihren Vertrauensmann, Herrn Schuhfabrikanten Karl Wolfs, in diesem Sinne zu wirken. Letzte Nachrichten. Petersburg. 28. Juli. Der Minister des Innern. P l e h w e, wurde auf der Fahrt zum Warschauer Bahnhofe durch eine Spreng-Bombe g e t ö d t e t. Plehwe galt in Rußland allgemein als großer Judenfeind und auf seine Inspiration hin sollen seiner Zeit die Kischinewer Excesse erfolgt sein. Jndeß äußerte er sich verschiedenen Vertretern der jüdischen Sache gegenüber nicht immer in antijlldischem Sinne. So sagte er vor Jahresfrist Herrn Herzl, daß er solange kein Feind des Zionismus gewesen sei. als dieser die Auswanderung einer gewissen Anzahl jüdischer Unterthanen aus Rußland zu organisiren versprach, daß er aber den Zionismus in keinem Falle dulden könne, wenn er dieses Ziel durch jüdisch-nationale Zu sammcnfassung in Rußland ersetze. Die russische Regierung sei niemals, auch in der Judenfrage nicht, von den großen Grundsätzen der Moral und Meuschlichkei! abgewichen. vermischtes. Frankfurt a. M., 22. Juli. Anläßlich des Todes de< antisemitischen Schriftstellers Wilhelm M a i r. bringe;: d:e „Mitthcilungcn des Vereins nur Abwehr des Antifcmikic mus" folgende Reminiszenz Wie Marr über die Vertrete des heutigen Antisemitismus dachte, darüber hat er sich einst in einem Briese folgcndcrmaß n geäußert: Ich bin ein alter Parteigänger, aber nie habe ich meb: Erzschclmenbande gefunden, als unt.r den heutigen schästs-Antisemitcn. DaS aber dürfen Sie privatim erklären, daß ich nach 30 jährigem Judcnkrier mich mit Ekel bis zum Erbrechen abwende von dem ganzen heutigen Gcsckäne schwindel-Antlscmitismus. Ich werde diese Behai ptung nid--: widerrufen. Hamburg. 2 7 mittellose Auswanderc kehrten mit dem Hamburg r Dampfer „Portia" gestern vor: London hierher zurück und wurden am Kaiser kai gelandet, wo die Leute vom Israelitischen Hilfekomitce in Empfang genommen wurden, der für vorläufige Unterkunft Sorge trug. Bracht. Auf dem israelitischen Friedhof wurde,: sämmtliche Grabdenkmäler zerstört. Die israelitische Gemeinde setzt 100 Mark Belohnung für die Ergreifung der Thäter aus. AnS Rhcinheffcn. Rabbiner Dr. Levi in Alzev wurde zum Rabbiner der Gemeinde Krefeld ernannt. Wien. Da der verstorbene Zionistenfübrer Herz! feil Vermögen hinterließ, hat das zionistische Aktionskomitee eine Sammlung zu einem Ehrengeschenk für die Wittwc und die Kinder eingelcitet. Auf den ersten Aufruf zeichneten neun Personen r4 000 Kronen. Petersburg. Die abgebrannten Juden in Wilkomir. Dombrovitza und Koiostyschcw stich von der Alliance Jsraslite Universelle mit 3000 Frs. unterstützt worden. Bad-Kissingcn, 19 Juli. Heute Nachmittag wurde hier im englischen Garten ein Wohlthätigkcitsbazar abgeholten von den hier zur Kur weilenden Brüdern und Schwestern der „Bne bris“ Legen, sowie anderen Kurgästen. Der Rcinertreg von ca. 500 Mark wird für jüdische, arme Kurgäste, sowie für das bereits im Bau begriffene israelitische Kindcr bospital hier verwendet. Ter schöne Erfolg der Veranstaltung. welle infolge der »Neun Tage" natürlich ohne Musik stattfand, ist in erster Linie der durch ihren Wohlthätigkcilssinn bekannten Frau Gott lieb Rosenseld aus Frankfurt a. M. zu verdanken, welche den Bazar ins Leben gerufen und geleitet hat. Herr Rabbiner Dr. Kopf« stein aus Beuthen und Herr Kirchcnrath Tr. Kroner aus Stuttgart, gaben zum Schluffe im Namen aller Theilnchmer ihrcnr besonderen Tanke für Frau Rosenfeld Ausdruck, welche sich so sehr verdient gemacht hat. Briefkasten der Redaetion. A. S. in K.: Erscheint in Kürze. Frdl. Gruß'. Briefkasten der Expedition. D. A. in R.: Die einmalige Aufnahme des Inserats kostet Mk. 2.50 und kommen uns somit, mcl. Restbetrag für erste Insertion, Mk. 3.30 gut.

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