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Der Israelit · 1904-07-28 · Heft 60 (28.7.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 60 (28.7.1904)
Date
1904-07-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jakrgang. M 60. (Eta Zentrat-Hrgan für das ortyodore Iudentyum. Begründet von I»». fe$mann in f£**t«is. Donnerstag, den Für ^wei M-Ävk abonnirt man bet allen Postaastalten für die Monate Angfost & September auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bet Abonnements» welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter deS Wohnsitzes deS Bestellers oder bet dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Briefträger sind berechtigt, den Abonnementö-Dctrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. P^y" Auf Wunsch Errnatzigung auf den Abonrrementsp reis, Die Erpeüiüon des «Israelit." Zions Alage und Gottes Trost. Line Betrachtung zur 7112LN von zpy'a. Von Dr. Hermann Klein. i. Mainz, im Am. „Gedenke des ganzen Weges, den dich Gott dein Gott geführt hat seit vierzig Jahren in der Wüste, um dich leiden zu lassen, um dich zu versuchen, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du beachten wirft Seine Gebote oder nicht. Und er ließ dich hungern und leiden und speiste dich mit dem Man. das du nicht gekannt und nicht gekannt deine Väter, um dich zu lehren, daß nicht durch das Brod allein der Mensch lebt, sondern durch Alles, was aus dem Munde des Ewigen geht, lebt der Mensch." Zn diesen Worten unserer Sidrah ist uns das 16. Aw 5664. 28. Juli 1964._ ganze Geheimniß des wahrhaften Lebens im Sinne der jüdischen Lehre offenbart, in ihnen reicht uns die Thora einen Schlüssel, der uns die Pforte öffnet, die den meisten Menschen verschlossen bleibt, die sie verhindert, den Sinn ihres Daseins, den Zweck ihres Lebens zu erkennen. Gedenke des ganzen Weges, den dich Gott geführt! Was unseren Vätern der Zug durch die Wüste sein sollte, wo Gott in wunderbarer Weise für Sein Volk sorgte, wo Er die Oede und Leere in ein furchtbares Feld für Sein Volt verwandelte, um ihm zu zeigen, daß wo Gott — keine Wüste und wo Wüste — kein Gott ist, dasselbe soll Jedem von uns das Leben bedeuten. Auch unser Leben im Kleinen und Einzelnen ist eine einzige große Kette wunderbarer Fügungen, von den«. Millen Gottes geordnet, durch Sein Wort geleitet, von Seinem Blicke überwacht. Was uns als das Gewöhnliche und Alltägliche erscheint, was wir das Natürliche und Selbstverständliche nennen, es ist nichts Anderes als die uns geläufig gewordene wunderbare Leitung Gottes. Wer, der Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, wird nicht in dem Alltäglichen die mächtige Gotteshand erkennen, die stillen Wunder, die von den meisten Menschen unbe-!i!erti und unbeachtet sich ereignen? Die Gewohnheit stumpft die Sinne ab und wir nehmen etwas als natürlich und selbstverständlich hin, was ebenso wunderbar und übernatürlich ist als die größten Wunder, die wir als solche bezeichnen. Gott lenkt und leitet unser Leben nach einem bestimmten Plane, Er hat unserem Leben Zwecke gesetzt, die wir zu verwirklichen haben. Der ganze Weg. den Gott uns wandeln ließ, zeigt uns. daß unser Lebens Zweck der ist, all die Triebe unseres Herzens Seinem Willen gemäß zu regeln, all unsere Wünsche in die Bahnen zu lenken, die Er für unser Wohl als die richtigen erkannt. Nicht für irdische Zwecke hat Er uns erwählt, es ist nicht unsere Bestimmung. im wirtschaftlichen Leben der Menschheit ein bedeutender Faktor zu werden. Wir sollen ein Volk

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