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Der Israelit · 1904-07-18 · Heft 57 (18.7.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 57 (18.7.1904)
Date
1904-07-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Hcchrgang. M 57, tt ZS«Äi Ei» GenLrat-Hrgan für das orthodoxe Zudentyum. Begründet von Id» Xtf^mann in ^tainj. Montag, den s°r 'Bmti ZMrTVk abonairt man bei allen Postaastalten für die Monate Arajjiast £5 0@pt©mb®r auf den „Imreelit". Dieser Preis tritt aber nur ein Lei Abonnements, weiche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchatter deS Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden LandbrieftrLger aufgegeben werden. L5^ Die Briefträger sind berechtigt, den Abonnementö-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. gfaf WunsÄ Ermäßigung auf den Abonnementspreis. Die Erpeürüon -es «Israelit." Die neueste Lösung der ^udenfrage. In Nr. 38 der Harden'schen „Zukunft" findet sich ein „Das Wesen des Judenthums" überschriebener Aufsatz, auf den wir die Aufmerksamkeit der Leser unseres Blattes lenken möchten. Es stellt sich dieser Aufsatz nach des Verfassers eigener Bekundung als „das Ergebnitz eines Jahrzehnte langen Studiums. Prüfens und Ringens" dar. Verfasser ist sich bewußt, manches Gemuth damit zu verletzen und Zorn und Tadel hervorzurufen, aber ihn kann das nicht abhalten noch ««schüchtern, denn er erscheint sich als der Arzt, der eine nothwendig gewordene Operation mit entschlossener Hand vornimmt, unbekümmert um die Schmerzen, die er bereitet, das Blut, das er vergießt, weil nur so noch Rettung möglich. Diese Operation aber soll eia schwärendes Geschwür am Körper der Menschheit, soll die Judenheit als solche wegamputiren, und nur um die Rothwendigkeit dieser Operation all- 6. Aw 5664. 1 8. Juli 1904. _. gemein begreiflich zu machen, wird das Wesen des Judenthums untersucht. Zweck und Ziel der ganzen Schrift ist also trotz der Ueberschrift nicht die theoretische Behandlung eines Problems, sondern die in's praktische umzusetzende Lösung der Judenfrage. Der Verfasser, Dr. Elias Jakob in Lemberg, will nicht nur „sprachlich", sondern vor allem „seelisch" von seinen Lesern verstanden sein. Um dies mit möglichster Sicherheit zu erreichen, halt er es zuerst für nöthig, uns mit seinem eigenen Selbst ein wenig bekannt zu machen. Elias Jakob ist in einem galizischen Ghetto geboren worden. Wann? verräth er nicht. Er erhielt die Erziehung, die streng orthodoxe Eltern in Galizien ihren Kindern zu ertheilen pflegen, d. h. er verbrachte seine erste Jugend im Cheder und Bethamidrasch. Der arme Junge mußte alles weltliche Wissen vernachlässigen. Bibel und Talmud waren seine einzige Beschäftigung. Das ging so eine Weile, bis er durch hebräische Uebersehungen moderne Philosophen und Klassiker kennen lernte Da gingen ihm die Augen über, und von all dem Glanz wurde er förmlich geblendet. Er schüttelte die Ketten von sich, verliest die theure Heimatb, ließ seinem Bildungsdrang freien Lauf, studirte Philosophie, besonders Plato. DescarteS, Spinoza etc. — und ward so das, was er heute ist. Dies ist der Lebensgang Elias Jakobs aus Lemberg, und uns thät bedünken, daß er sich in nichts von den Tausenden seiner galizischen Mitstrebenden unterscheidet. Elias Jakob ist nicht deßhalb vom überlieferten Judcnthum abgefallen, weil er einen besonders profunden Blick in das Wesen des Judenthums gethan, der ihn von der Lächerlichkeit seiner talmudischen Anschauungen überzeugte; Elias Jakob und mit ihm tausend Andere haben in dem Augenblick mit dem überlieferten Judenthum gebrochen, da ste sich entschlossen, der herrlichen modernen Kultur sich hinzugeben, sich auf Universitäten Bildung anzueignrn. Für ihn gab es

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