Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 56 (14.7.1904)
- Date
- 1904-07-14
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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m\ ,<"M.O S IC j 14. Jutt 1904.J [»*. 17. ftas dem Ravstlebev der bessifÄev Nestdenr «««««.«« am Anfang des vorige» Jabrbaoderts. von I. Lebermann. Darmstadt. Die Bearbeitung der Geschichte der jüdischen Gemeinde der hessischen Residenz erfordert in Folge des nur spärlich vorhandenen Materials, des verhältnißmaßig jungen Alters derselben, sowie ihres äußerst seltenen Auftretens in der Geschichte (ist ja Darmstadt überhaupt kein historisch allgemein interessanter Platz) große Geduld und Ausdauer. Oft sind es nur wenige Momente aus dem Gemeindeleben, Beziehungen zu einzelnen Persönlichkeiten, welche den Schlüssel für die Geschichte der betreffenden Zeitepoche liefern. Zu diesen Momenten gehört die Pflege derMusik am Anfang, sowie in der erstenHälfte des vorigen Jahrhunderts, woran in hervorragendem Maße unter der kun st sinnigen Förderung der ersten Großherzöge Angehörige der Därmst ä d t e r Judenheit, sowie andere berühmte Glaubensgenossen beiheiligt sind. Zu hoher Bedeutung gelangte die Pflege der Kunst, vornehmlich der Musik und des Gesangs unter der Regierung des Großherzogs L udwig I. (1806—1830) (als Landgraf: L. X. 1790 bis 1806). Die Großherzogliche Hofmusik, das älteste musikalische Kunst-Institut der Residenz, welche aus den Hofkapellen der hessischen Landgrafen nach und nach entstanden war, erreicht unter der besonderen Fürsorge dieses kunstsinnigen Fürsten die höchste Stufe > künstlerischer Vollendung. Die im verflossenen Jahre zur Feier des 60-jährigen Bestehens der Hofmusikj konzerte erschienene Festschrift bemerkt hierüber: Unter Ludwig I. war die Hofmusik ein Kun st-J nstitut allerer st en Ranges, geleitet vom Fürsten selbst, der es nicht verschmähte, in höchst eigener Person anfänglich mitzuwirken, später in Konzert- und Opernvroben die ober st e Leitung zu übernehrnen. Damals zählte die Hofmusik 85 Mitglieder, mit 12 ersten Violinen und dementsprechender Besetzung der übrigen Instrumente. — Aber auch das Hoftheater, welches Ludwig l. am 23. Mai 1810 gründete, durfte sich der fortwährenden Förderung des begeisterten Musikkenners und fürstlichen Kunstfreundes erfreuen. Die glänzende Zeit des Hoftheaters begann, als im Jahre 1819 das neue Theatergebäude, das „Hof- Opern-Tbeater gebaut war und Ludwigs hoher Kunstsinn. sowie sein gründliches Kunstverständniß die Darmstädter Oper zu einer weltberühmten gemacht hatte. Wie bekannt, nahm er an dem Einstudiren der Opern einen unmittelbaren, aktiven Antheil, und die berühmte Feinheit der Ausführung fand in dieser Theilnahme ihre stärkste Stütze. Ortlepp, der Dichter der bekannten «Polenlleder*