Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 56 (14.7.1904)
- Date
- 1904-07-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1185 schlafen, bettet mich in heimathliche Erde. Sein An gedenken wird ewig wahren. In hebräischer Sprache war die Rede S o l o - low. Redakteur der „Hazefirah" in Warschau gehalien. Er g»ng von dem Bilde der todten Gebeine in Ezechiel aus und beleuchtete, wie sich die verschieden - sien Elemente durch das Zauberwort Herzls zusommenfanden. wie die hebräische Sprache wieder zur lebenden wurde. Dr. Krenberger sprach im Namen der österreichischen Zionisten. Er schildert Herz! als den weit voraussehenden Seher Er ermahnt aber die Partei, sich zu fragen, welche neue Bahnen cinzuschlagen seien. -Krenberger hört seinen Ruf. Auf. mein Volk, mit frischem Muthe. Wir alle müssen in Einigkeit ihn zu ersehen versuchen. Krenberger erneuert im Namen der österreichischen Zionisten den Treuschwur. Iosepb C o w e n spricht englisch. Er spricht im Namen der englischen und amerikanischen Zionisten. Er verliest ein Telegramm Gotteil's. Gewaltigen Eindruck machte die Rede von Dr. Klee-Berlin. Ein Gefühl des heißen Dankes erfüllt uns Zionisten Deutschlands. Dank Dir. treuer Bolksführer. kür alles was Du uns gewesen, uns gegeben. Im Namen vieler deutschen Zionisten, aber auch im Namen vieler deutscher Juden, die Deine Persönlichkeit würdigten, die aber nicht mit uns geben, spreche ick. In Frankfurt war es. daß ein Redner ein Vergleich mit Elias anstellte. Herzl war es. der die .tzcr-en der Eltern mit den Kindern, der Kinder mit deck Eltern versöbnt. Elias ist der Genius des iüd. Volkes, der in unserem Benjamin lebendig geworden. Das charakteristische Telegramm in der Menge der Telegrammist eines, das aus einer kleinen russ. Stadt kam. Es besteht aus drei Worten: ..Muth, Muth, Mutb." Es steckt echt Herzl'sche Gestnnung darin. Bei allem Schmerze nicht den Muth verlieren, gesteigertes Pflichtgefühl. Wir wollen arbeiten. Wenn wir erschlgsfen. so wollen wir nach dem Friedhöfe wallen, und uns von neuem mit Herzls Geist stärken. Wir »vollen dorthin wallen bis wir ibn in das Stück Land auf dem Karmel, das er für sich ausersehen, gebettet baben werden. Ingenieur Usischkin sprach als Vertreter der russischen Zionisten. Der nächste Redner war Dr. Marmorek- Paris. Wie viel man an Theodor Herzl verloren habe, beweisen die vielen Tbränen aus Männerauaen. Er bat die Ketten des Volkes gesprenat. Nur Nackensteifbeit kann der Indenbeit Nutzen brinaen. Er batte sein Ziel vor Auaen und im Herzen. Nur viele vergaßen, daß ein Nolkssübrer sich über Zeit und Raum hinweqsetzen dürfe. Sie nannten ibn deßhglb einen Pbantasten. Er war aber ein praktischer Baumeiste''. der nur durch frühzeitigen Tod an der Ausfübrung behindert wurde. Sein «»gebändigtes Wollen, sein unbeugsamer Wille, seine Thatkraft wird immer Vorbild sein. Es wird sich um ihn ein Sagenkreis bilden. Wenn das Iudenvolk auf heimathlichem Boden sein wird, dann wird Großmütlerchen noch mehr Kämpfe Herzls schildern und wenn diese Enkel groß gewesen sein werden, so werden diese uns glücklich schätzen, daß wir die Zeitgenossen eines solchen Heroen gewesen sind. Prediger Sckemarja Lewin - Wilna glaubt für Herz! den besten Ehrentitel in dem Worte vvv (Siehe Anmerkung der Redaktion) gefunden zu haben. Auf die D'JpT folgten die onseiBr deren ersten Samuel war. "Mit diesem begann ein Wendepunkt in der Geschichte des jüdischen Volkes. Samuel war zuerst wenig bekannt, später dringt sein Ruf po vzv Unsere Zeit gleicht der damaligen. Auf die c'jp folgten die Modernen. In dieser Zeit der Verirrung erschien Herz! als ttm Wohl zuerst unbekannt, dringt sein Ruf in die ganze Welt. Heute ist wn ^>2, jeder, der ein wenig jüdisch denkt, krank, 33^ bx jedes Herz, das nur ein bischen jüdisch fühlt, schmachtet ob des Todes Herzls. Zuerst kommt die lebendige Geschichte, dann erst die lobte Geschichte. Groß ist Herzl in den Augen seiner Zeitgenossen, größer wird er sein, wenn man die Geschichte unserer Zeit schreiben wird. Dolmetsch der Spaniolen war Rechtsanwalt Alkalay-Belgrad. der polnischen Zionisten Staub-Lemberg. Ueberaus großen Eindruck machte — nach der des Rabb. Dr. Feuchtwang vielleicht die wirkungsvollste — die Rede des Vertreters der Studentenschaft. cand. phil. Oscar F r a n k l - Kremsier. Zu größtem Danke sei die Studentenschaft Herzl verpflichtet. Er gab derselben Lebenszweck, er kannte sie besser, kein zweiter verstand sie so. Auch nur als ehemaliger Student ist sein späteres Wirken zu verstehen. In sein Zimmer drang ein Schrei der Judennoth. Da schrieb er seinen Iudenstaat. Es war ein Werk deS Geistes, es sollte ein Werk der That werden. Die Studentenschaft hob ihn auf ihr Panier. Er lehrte sie sich zu wehren gegen die Völker. Aus Iudeniungen machte er uns zu jungen Juden. Die jüdische Jugend schwört, in allem was sie beginnt. Herzl als Leuchte und Ideal zu erblicken. Eher den Tod als die Knechtschaft. . Im Namen der jüdischen Arbeiterschaft sprach Groß. Die Juden haben es verlernt ein tp* w M sein. Herzl hat sie wieder aufgerichtet.. Das jüd. Volk wird sich seiner bis in alle Ewigkeit erinnern. Mit einem „Schewissi", vorgetragen von Oberkantor G u t m a n n war die stseier 12V, Uhr beendet. All den Anwesenden wird diese Tttitx in Erinnerung bleiben. Es kursiren Gerückir, daß auch die hiesige Kultusgemeinde eine Trauerandacht in einem Ge - meindetempel veranstalten lassen werde. Anmerkung der Redaktion. Daß bei derartigen?«mpe8 kuntzdrex man sich in kolossalen