Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 55 (11.7.1904)
- Date
- 1904-07-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1169 Großhcrzoglicher Oberrath der Israeliten. Karlsruhe. 8. Juli 1904. Angriff auf die Organe der bad. Landessynagoge bctr. Das diesseitige Sekretariat beauftragen wir, in unserem Namen die anliegende Berichtigung der Redaktion des „Israelit" in Mainz mit Bezug auf £ 11 des Prcßgesetzes zu übersenden. Der Ministerialkommiffär. B e ch e r e r. Berichtigung. In der in Nr. 54 des „Israelit" veröffentlichten „Denkschrift über die religiösen Verhältnisse in Baden" ist angeführt, der Großh. Oberrath der Israeliten habe verfügt, daß ein Schächter, der „während seiner Muitärzeit, ohne datz ein Zwang vorlag, die Speisegesehe übertreten hatte", in seinem Amte zu belasten sei. Diese Angabe ist unwahr. Karlsruhe, den 8. Juli 1904. Sekretariat Gr. Oberraths der Israeliten. D r i e s e n. Berlin. Das Jsr. Erziehungsheim für geistig zurückgebliebene, aber noch bildungsfähige Kinder in Nicderschönhausen. Nhlandstratze 51, versendet nach einjährigem Bestehen sein neues Programm. Das Institut bietet durch seine Lage viele Vortheile, ist in geeigneter behaglicher Weise ausgestattet, entsprechend den Gewohnheiten der Familien, aus denen die Kinder stammen. Als ärztliche Berather stehen dem Direktor die Herren Dr. Mendel als Nervenarzt und Dr. Mcyersohn als Hausarzt zur Seite. Der Pensionspreis ist in Anbetracht des Gebotenen ein geringer, zumal bei je zehn Pfleglingen eine Freistelle eingerichtet ist. Sachverständigen und Interessenten steht die Besichtigung des Instituts frei. Oesterreich. Wien.- Zum Nachfolger Herzl's soll Oscar Strauß, der frühere amerikanische Gesandte in Konstantinopel, bestimmt sein. Wien. Anläßlich des Todes Dr. Herzl's gingen noch folgende Depeschen ein: ..Racconigi-Reggia, 7. Juli. Der König, mein erhabener Souverän, hat beim Empfange der Trauernachricht mich gnädigst beauftragt, bei Ihnen und Ihren Kollegen der Dollmetsch seines Dankes für die grosse Liebenswürdigkeit ihm gegenüber zu sein und der Dollmetsch seines aufrichtigsten Beileids zu Ihrem schweren Verluste, den Sie durch den Tod Ihres hervorragenden Führers, welchen Se. Majestät persönlich zu kennen das Vergnügen hatte, erlitten haben." Der Hofmarschall: Ponzio Vaglia. Se. königliche Hoheit, der Grotzherzog von Hessen, lassen für Anzeige vom Ableben des Dr. Theodor Herzl danken und sprechen aufrichtige Theilnahwe an diesem Verluste aus. Geheimer Kabinettsrath R o m h e l d. Holland. Amsterdam. In dem hohen Alter von 78 Jahren ist der Oberrabbiner Dr. L. Landsberg von Limb u r g gestorben. Um ihn trauern seine Rabbinats- Bezirke Limburg und Nordbrabant. Der Verstorbene, dessen Brust der Orden vom Niederl. Löwen zierte, war auch einige Jahre in Limburg Mitglied der CentialkomMission. 42 Jahre lang hatte er sein ktztes Amt verwaltet. Vor zwei Monaten begab er sich zur Erholung nach Sayn, von wo er nicht mehr zuruckkchren sollte. Seine Beerdigung fand Donnerstag Mittag statt und zwar nach dem eigenen Wunsch des Verstorbenen mit der größtmöglichen Einfachheit. rram England. London. Der Chiefrabbi Dr. Adler entschuldigt sich bei der Redaktion des „Jew. Chron.", daß er wegen Krankheit verhindert sei, i» der großen Synagoge eine Trauerfeier für Herzl abzuhalten. Dr. Gaster, Chacham der portugiesischen Gemeinde Londons. widmet Herzl in der Zeitschrift „Mornmg Leader" einen warmempfundenen Nachruf, in dem er einen Vergleich zieht zwischen Montefiore und Herzl und wobei er dazu gelangt, dem Zionismus vielfach scharf entgegenzutreten. Der Verfasser des „Königs der Schnorrer" bringt seinen Tribut in Form eines kleinen Gedichtes, das beginnt mit den Worten: „Fahr' wohl, o Fürst, fahr' wohl" und schließt:„Next year“ we cry, „next year, Jerusalem.“ vermischtes. WormS. Der vor Kurzem verstorbene Phllantrop Herr Salomon Loeb in New-Aork. ein geborener Wormser, hat dem hiesigen jüdischen Hospital testamentartsth 20000 Mark zugnvlesen, nachdem er vor 2*Jahren der hiesigen jüdischen Gemeinde eine Stiftung im Betrage von 25 OM Mark zu »vohlthätigcn Zwecken errichtet hatte. Woduian (Böhmens 4. Juli. Gestern fand hier unter starker Bet Heiligung das Begräbniß deS k. u. k. MajorS R. S. Edler von Lederer statt. Aus dem aölchste» Garnisonsort war eine OsfizierSdeputation erschienen, ferner wohnten dem Leichenbegängnisse Staatsbeamte, die Stadtvertrctung die Direktoren der Schulen «. s. w . bei. Car dem Trauerhause hielt Rabbiner Kraus eine tiesergreifend« Leichenenrede. Den Trauerzug eröffnet« der Betranenveretn, dessen Ehrenmitglied der Verblichene war. Reichenbera. (Der Jude wird nicht verbrann t.) Hierselbst entstand vor einiger Zeit ein Zwckg- ■ verein deS Wiener Vereins der Freunde der Feuerbestattung „Flamme", dem auch einige Juden als Mitglieder bettretea. wollten. Der Vereinsausschuß, aus Antisemiten bestehend, öeschloß aber, und zwar diesmal mit Recht, die Juden von der Verbrennung aurzufchließen. London, 7. Juli. Die Negierung beschloß endgültig, daS Fremdengeseh für diese ParlamentSsesston fallen zu lasse«.