Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 54 (7.7.1904)
- Date
- 1904-07-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1146 tcrejse der Anstatt zu widmen. Seinen 60. Geburts- Lag feierte er in Ahlem, weil er stch dort so außerordentlich wohl fühlte. Im vorigen Jahre ist Redner aus seiner Reise nach Amerika mit dem Verstorbenen zusammen gewesen, und auch drüben hat dieser alles, was in seinen Kräften stand gethan, um unseren Bestrebungen auch dortz^Freunde zu gewinnen. Als er im März d. I. seine"Reise übers Meer antreten wollte, verweilte er eine Stunde in Hannover, um mit seinem Freunde noch über die Anstalt zu berathen, und hier sagte er diesem, daß dieses seine letzte Reise sein solle. Es war seine feite Absicht, sich nach seiner Rückkehr vom Geschäft zurückzuziehen und sich nur in den Dienst unserer Sache und der Wohlfahrtspflege im allgenieinen zu stellen. Leider ist es ja wirklich seine letzte Reise gewesen Wir können, um sein Andenken gebührend zu ehren, nichts würdigeres und besseres thun, als. anstatt in müßiger Trauer um ihn zu klagen, in rührigem, unermüdlichen Schaffen, die Ideen, die auch er als die richtigen und nutzbringendsten erkannt hat, immer weiter zum Heile und Segen der gesummten Judenheit auszubreiten und ihnen Stätten der Verwirklichung zu schaffen. Hierauf sprachen die Waisenknaben der Anstatt das Kadischgebet. Zum Schluffe sprach Herr A p e l t aus Halle, der Schwager des Verstorbenen, in tiefer Ergriffenheit noch einige Dankesworte, in welchen er nochmals betonte, mit welcher Liebe und Hingabe der Verblichene die Bestrebungen der Anstalt stets gefördert habe. Im Anschluß an diese Feier fand dann in der Anstalt eine Eurowrium- und Vorstandssitzung statt, aus welcher besonders die Verlesung eines aus Amerika von einem früheren Zögling eingegangenen Briefes hervorzuheben ist. Da der Inhalt dieses Briefes ein allseitiges Jntereffe beansprucht, werden wir uns erlauben, später darauf zurückzukommrn. Rußland. Petersburg. (Der c: n.n und der o st - asia tische Krieg.) In der russischen Mandschurei-Armee. wo tausende jüdische Kämpfer ihr Blut für ihr Vaterland einsetzen. ist der Akt eines «noch selten vorgenommen worden, da die meisten unverheiraihet.sind. Jetzt aber, da auch die Reserve der russischen Armee zum aktiven Dienste einberufen wird, kommt cs sehr häufig vor. Die jüdischen Reservisten sind meistens verheirathet und haben Familie, und um Sorge seiner Familie, — im Falle, wenn er vom Kriege nicht zurückkommt — damit seine Frau keine nns bleiben muß. reicht es seine Frau ein c: •nirunb wenn er zurückkommt, hat er keine Gültigkeit In vielen Städten sind solche in großer Menge verabreicht worden. so z. B. in Krementschuger Kreis allein hatte das Rabbinat über 70 pvu 'xjji ausgestellt. Letzte Nachrichten. Berlin, 6. Juli. Der Hilfsverein der deutschen Juden hat für die Abgebrannten in Wilkomir in Rußland einen Beitrag von 500 Rubel telegraphisch angetviesen. Bremen. Wir erhalten folgendes Telegramm: Das Bremer indische Hitfskomitce erbittet dringend Geld-, Kleideru Etiefelsendnngcn für Aus- und Rückwanderer. Rabb. Dr. Rofenak, Bors. Wien, 6. Juli. Das Leichenbegängniß Dr. H e r z l s findet morgen auf dem Döblinger Friedhofe statt. Er verlangte testamentarisch ein Leichenbegängniß der ärmsten Klaffe, keine Reden, keine Blumen und Beisetzung in der Gruft seines Vaters, bis das jüdische Volk seine Leiche nach Palästina überführt. - Der Großherzog von Baden richtete anläßlich des Todes Dr. H e r z l s aus St. Blasien an die hiesige zionistische Parteileitung eine Depesche, in der es heißt: „Mit aufrichtiger Theilnahme vernehme ich die schmerzliche Nachricht vom Ableben Dr. Herzls. Ich würdige mit Ihnen die hohe Bedeutung des Verlustes und bewahre dem Verstorbenen ein dankbares Angedenken." — Eine Trauerfeier für Dr. Herzl hielten die Lemberger Zionisten ab. .Dem Führer der zionistischen Bewegung, Dr. Herzl, wurde ein warm empfundener Nachruf gewidmet und beschlossen, eine dreißigtägige Trauer anzulegen und eine Herzl-Stiftung in Palästina in's Leben zu rufen. In allen Synagogen wurden gleichfalls Andachten abgehalten. vermischtes. Bern, 3. Juli. Wie das „Berner Tagblatt" erfahrt, wird der nächste (7.) Zionistenkongreß im Dezember dicscs Jahrcs in Basel stattfindcn. Der Kongrrß werde fick nur mit Fragen organisatorischer Natur beschäftigen, da die nach Dstafrika in aller Kürze abgehende Expedition erst im April 1005 znrückkchrcn könne. London. 5. Juli. Der untcrgegangene norwegische Dampicr „Rorge" batte neben 301 Norweger. 79 Dänen. 58 Schweden auch 236 polnische Juden an Bord, die mit Ausnahme eines einzigen sämmtlich bei dem schrecklichen Unglück umkamen. Briefkasten der Redaktion. Rabb.-Cand.: Wollen Sie sich gefl. an die Jeschiwah- Eommrssion (Leiter Herr Rabb. Dr. Breuer) in Frankfurt a. M. wenden. So?* Unserer heutigen Nummer liegt die Juni» Ausgabe des Verzeichnisses der rituelle» Speise- Hauser und Hotel-Restauraut» deS »Vereins zur Förderung ritueller Speifehauser* (Sitz Hamburg) bei, worauf hiermit besonders hiugewiefe» fei.