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Der Israelit · 1904-06-30 · Heft 52 (30.6.1904) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 52 (30.6.1904)
Date
1904-06-30
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Li ä HenkrakHrgan für das orthodo.« Jadenißum. WmrW Sti'agf p j<6 52. lNr. 3« X X.XX-X.X-X X X X X X X X X X X X X XXX X X X XX X X X X-X x x x Die SiftMidfMt ÄlillilhöbttsttzliW.') Rritik der Rritik?) Der Herr Referent hat für gut befunden, feine objektiv sein sollende Besprechung durch eine angebliche Charakteristik des Herausgebers und Uebersetzers einzuführen und versucht, ihn durch diese Einführung in den Augen der Leser verächtlich zu machen. Um diese sog. Fälschung-) ein für alle Male aus der Nett zu schaffen, erlaube ich mir folgende Thatsachen mitzutheilen: Goldschmidt hat vor ca. 10 Jahren, er war damals gerade 22 Jahre alt, die in äthiopischer Sprache erhaltene Schrift Hexaömeron des Pseudo-Evipkranius in's Aramäische übersetzt und unter einem ircmsnlutirten Namen als Original hrrausgegeben; in diesem transmutirten Namen waren die sämmtlichen Buchstaben seines Namens enthalten; es ist Goldschmidt selbstverständlich niemals eingefallen, die wissenschaftliche Welt mit diesem, wie ich durchaus zugeben will, nicht gerade passenden, nur * Siehe Nr. 15 vom 22. Febr. 1904 des Israelit". Mainz. . 1) Es »ft zwar ein Kuriosum, wenn nicht gar ein Novum' daß gegen die Kritik eines Buches nicht denen 'Verfasser sich vertheidlgt. sondern der Verleger, der selbst zugibt, die Materie nicht zn beherrschen und mithin nickt komvetent zu sein, den Bertbeidigunqskampf aufnimmt. Allein die Geschichte der Kritik der Gvldschmidt'schen Talmud-Uebersetzung bietet soviel Nova und Kuriosa, über die ich vielleicht cm anderes Mal im Zusammenhang spreche, da« man sich auch darüber nicht ivnndern darf, und deschalb ivill ich, obschon mit dem erwähnten Geständniß der eigenen Inkompetenz des Antikritikers seine ...Kritik der Kritik" genügend charaktcrisirt ist. dennoch in den folgenden Bemerkungen den Nachweis bringen, daß anch dieses Mal der Tadel gegen die Goldschmidt'sche Arbeit berechtigt und es nur ein vergeblicher Berzwe flultgskamps zu gunstcn eines mit großen K-'sten. aber ohne die unentbehrlichen wissenschastlichen Voraussetzungen unternommenen Werkes ist. ivcnn auch ich. wie alle früheren Kritiker Goldschmidt's. angegriffen werde. 2) DaS Wort „Fälschung" bezieht sich nilf Herrn Goldschmidt's von mir citirte angebliche ivra-a von der im ersten Satze der Antikritik aber nicht mir einer Silbe die Nedc war. Stililtrsch zeigt also dieser zweite Satz eine derartige Entgleisung, daß ich versucht wäre. Herrn Goldschmidt nicht nur für den ..Kenner des Talmuds" zu halten, bei dem sich der Herr Antikritiker '» talmudicitf schlechten Äath holt, sondern ihn direkt für den Verfasser der Berti,eidigung seines Buches zu halten. Aber ich will um dieser unbewiesenen Bermuthimg willen Herrn Bloch, i. F. Z. Caloary L Co, nicht des Ruhmes berauben, ebenso schlechtes Deutsch zu schreiben, wie sein Schützling. durch die Jugend des Verfassers entschuldbaren Scherz täuschen zu wollen. Von einer dauernden Täuschung der wissenschaftlichen Welt konnte aber niemals die Rede sein, da Goldschmidt 1) die Thatsache der Uebertragnug aus dem Aethiovischen in's^ Aramäische seinen damaligen Lehrern, den Professoren Nöldeke und Euting, ferner Prof. Landauer in Straßburg und einigen Kollegen, die jetzt Rabbiner im Elsaß, sind, erzählt und ihnen das Manuskript gezeigt und . von der Thatsache der Uebersetzung ausdrücklich Mitteilung gemacht hat;') 2) konnte ein ernster Gelehrter aus dem Grunde nicht irre geführt werden, weil Goldschmidt in seiner Einleitung die Abhandlungen der Kgl. Bayerischen Akademie, in welcher das genannte Hexassmeron nebst deutscher Uebersetzung abgedruckt ist, zitirt: 3) würde Goldschmidt dem Verfasser nicht einen Namen beigelegt haben, aus welchem sein eigener leicht hcrauszulesen ist. Diese in aramäischer Sprache geschriebene und in ca. 200 Exemplaren hergestellte . Schrift, für welche Goldschmidt weder Honorar gefordert noch erhalten hat, für eine verkappte Missionsschrift halten zu.wollrn, ist so absurd, daß es sich nicht lohnt, über diese besondere Anschauung ein weiteres Wort zu verlieren?) Jedenfalls wird aber jeder selbst noch so eingeschworene Gegner von Goldschmidt zugeben müssen, daß er mit dieser angeblichen Fälschung eine derartige Talentprobe seiner Kenntniß der. semitischen Sprachen in wissenschaftlicher Beziehung abgelegt hat. wie wohl nur wenige Gelehrte im Stande sein dürften?) Meines Erachtens hat sich aber der Herr 0) Wann?? Das sagt die Antikritik vorsichtigerweise nicht. — Wenn aber ein Falschmünzer seinen Richtern nach der Ent- . deckung der Ttrafthat diese cingestebt und seine Werkzeuge rc. vorzeiat. dann wird er wohl damit nicht aushören. strafbar ZU sein:J/- Herr G. wäre also von dem Borwurf der UtörarrsLen Falsch-- , münzerei nnr dann sreizusvrcchcn. wenn er vor der 'Ausführung ' seines „Scherzes" seinen.Herrn Professoren und Kollegen Mit-'. •'' t&pihmg gemacht hätte. Das ist aber nicht behauptet worden .. und wird wohl auch nicht wahr sein: denn die ernsten Männer. — die da als Zeugen aufgerufen werden, hätten sicherlich den „Scherz- - zu inbibiren versucht und vermocht. 4) So ganz absurd doch nicht, wenn man die AnSfiihkungÜl Ihres Referenten lJahrg. 1894. Ar. 24-25 S. 447) liest. . - 5) Die Uebersetzung wäre eine Talent orobe. wenn Kenner ‘ beider in Betracht kommenden Sprachen die Richtmkeit der Heber» traaung anerkannt hätte». Das ist aber meines Wissens nie geschehen. — Wer eine schwere Uebersetzunaraufgabe unternimmt,- ohne den Nachweis liefern zu können, daß er ihr gewachsen ist, beweist nicht kein Talent, sondern höchstens seine Arroganf. vn i;'?i

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