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Der Israelit · 1904-06-27 · Heft 51 (27.6.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 51 (27.6.1904)
Date
1904-06-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrgang. M 51. Eia Kentral-Hrgan für das orthodoxe Audenthum. Begründet von Wr. Lehmann in Msutag, de« 14. ThamuS 5664. 27. Jutti 1664. rifT~~ Da mit dem 1, Juli 1804 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die ge-> l ' ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro Iu04 eingetragen unter Nr. 3932. Neu ein-retende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Japaner und Juden. Schon seit Beginn des russisch - japanischen Krieges haben judenfeindliche russisch Zeitungen gegen jüdische Einwohner des russischen Reiches den Vorwurf erhoben, daß sie mit den Japanern sympathisiren. Obwohl eine solche Verleumdung in hohem Grade geeignet ist. die interkonfessionellen Beziehungen zwischen Juden und Christen empfindlich zu stören, obwohl für diese Verlogenheit auch nicht der Schatten eines Beweises erbracht werden konnte, hat man doch nicht gehört. daß die Blatter deßhalb die ministerielle Verwarnung erhalten hätten, welche nie ausbleibt, wenn Zeitungen der Regierung unliebsame Nachrichten verbreiten. Eine solche Verwarnung ist z. B. erst kürzlich erfolgt, als angesehene russische Zeitungen die Nachricht brachten, , daß christliche Bankhäuser in Rußland sich an der japanischen Anleihe betheiligt hätten. Wenn nun die russische Regierung die Diskreditirung einiger christlicher Bankiers tiefer empfindet als die grundlose Verdächtigung von Millioner jüdischer Einwohner, so darf man darüber doch nicht vergessen, daß in der That hochgestellte russische Regierungsbeamte zur Entkräftung dieser verlogenen Hetzereien auf den Patriotismus der Juden hinwiesen, wie er dem der anderen Konfessionen in keiner Weise nachsteht. Mehr war gegen diese Verleumdung nicht zu erwarten. Die betreffenden Erklärungen haben ja auch beschwichtigend gewirkt, soweit Verleumdung durch solche Beschwichtigungen paralisirt werden können, das ihrige gethan. Nun fliegt eine neue Zeitungs-Ente durch den europäischen Blätterwald, die viel harmloser aussieht und dadurch viel gefährlicher ist: Die Nachricht, daß die JapanerNachkommen der Juden sind. Sie geht von französischen Zeitungen aus und ist auch von englischen und deutschen reproducirt worden; ich bin ihr zum ersten mal in der „St. James Gazette" begegnet. Sie ist in ein gelehrtes, archäologisches, ethnographisches Mäntelchen gehüllt, was ihre Harmlosigkeit derart erhöht, daß sie sogar in einer jüdischen Wochenschrift Unterschlupf gefunden hat. Für diejenigen, welche nicht alle werden, mögen daher hier einige Scheuerthorwinke folgen. Wenn der große Troß vor einer ihm räthselhaften Erscheinung im politischen und sozialen Leben steht, verfällt er zu ihrer Erklärung in hundert Fällen neunundneunzig Mal auf die Juden. Kann man sich nicht erklären, wie das kleine Japan dem russischen Koloß eine empfindliche Niederlage nach der.anderen bereitet, so besinnt man sich plötzlich darauf, daß die Japaner zweifelsohne von den Juden abstammen müssen. Die heiße Temperatur der Hundstage und der Sauerengurkenzeit ist Enten, Seeschlangen und ähnlichen Zeitungsreptilien schon seit undenklicher Zeit besonders günstig. Sieht man sich diese neueste Leistung aber etwas genauer an, so verliert sie viel von ihrer Harmlosigkeit. Wenn die Japaner Juden sind, so müssen, die Juden für die Japaner sein, wie es ja bei so nahen Stammverwandten selbstverständlich ist. Unsere Feinde brauchen dann nur noch zu sagen, daß die Japaner

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