Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 47 (13.6.1904)
- Date
- 1904-06-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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genossen in Feindschaft leben, ihre Frauen nicht Heirat hen und ihre Nahrungsmittel nicht genießen wollen, behaupten von ihnen, daß sie überhaupt kein jüdisches Blut in ihren Adern haben und bloß von ehemaligen Proselyten abstammen. Jedenfalls stehen die schwarzen Beni Israel geistig und gesellschaftlich tief unter ihren . weißen Glaubensgenossen. Sprechsaal. Aus Mitteldeutschland, im Juni. Jüngst brachte Ihre werthe Zeitung einen Artikel über gewisse Mißstände. die sich in pd-eri mso in manchen Gegenden eingenistet hätten. So wären u. a. pb'vr» in Gebrauch, die nicht allein to, sondern hinsichtlich ihrer rituellen und materiellen Beschaffenheit jeder Beschreibung spotten. Wer könnte wohl dieser Klage heute ihre Berechtigung absprechen? ist sie doch leider gar zu sehr berechtigt. Das Einzige jedoch, was wir darin thun können und müssen ist. nach der Ursache dieser Mißstände zu forschen, um durch sie Wandel zu schaffen. Was sind wohl ihre Ursachen? Wir gehen nicht fehl, wenn wir diese leider in erster Reihe in dem Abfall unserer Glaubensgenossen von ihrer Religion suchen. Das Interesse für die heilige Sache ist zu gering, als daß man auf ein jüdisches Gebot, selbst bei seiner eminenten Bedeutung, Gewicht legen sollte. Und selbst die Wenigen, die es beobachten, denken zum größten Theil nicht an! die einschlägigen Vorschriften, die mit der Ausübung eines Gebotes in Einklang zu bringen sind. Erstens sind die Leute zum Theil zu unwissend, um dies' zu begreifen, andererseits zu indifferent, um, wie sie sich ausdrücken, mit solchen „Kleinigkeiten" abzugeben: wenn man nur 'p*?sr. legt, das andere ist Nebensache. Diese Unwissenheit einerseits und andererseits die religiöse Gleichgiltigkeit ist es, die sich gewissenlose Leute zu Nutze machen, um nur ihre — Waare an den Mann zu bringen. Nur „billig" will man kaufen; und diesem Bestreben, das wohl hier nicht am Platze ist, kommt man insofern entgegen, als die Anfertigung nicht mehr Sache würdiger Fachmänner ist, sondern bereits in fabrikmäßiger Art geschieht, selbst wenn bereits der Fachmann nicht mehr in Betracht kommt, bezw. unwürdige „Pfuscher" ihre Hand im Spiele haben. Darum ist es traurig, daß auch schon Lehrer ohne Fachbildung als ibid sich als solche geriren, abgesehen davon, daß hingegen wieder andere ruhig Zusehen, wie gewisse „reisende" c’tcp das heilige Gewerbe üben, ohne Berechtigung dazu zu haben, i.’ . . V , .Es wäre Pflicht Berufener, solchen MißssLndenentgegen zu treten.. Das Volk äufzuklären, die Betrüger zu entlarven ist unsere heilige Pflicht! — Die Freie Vereinigung wollte schon längst dadurch Abhilfe schassen, daß sie das orthodoxe Judenthuln mit der Aufstellung eines eigenen gewissenhaften Softrs zufriestellte. Ob aber damit andere und ebenso gewissenhafte E'iB'3 geschädigt sind, daran dachte niemand. Wäre es nicht besser gewesen, die vertrauenswürdigen bereits bestehenden jnep zu diesem Zwecke festzuflellen?' ’Tn» erst, Briefkasten der Revaction. B. in R.: Hotel Reinsberg, Ostende untersteht nicht der Aufsicht des Vereins zur Förderung ritueller Speise- Häuser. sondern nur das Restaurant gleichen Namens in Bruxelles. Vsksyrsv-i.ips. Lehrer, Kantor und Schochet in Langen b. Frankfurt a. M. Geholt 800 Mk. nebst 3—100 Mk. Nebeneinkommen. Offerten sem-geb. Bewerber vom Vorstände erbeten. HllfSkantor für die hohen Feiertage ln Landsberg a. W. Vergütung 150. Mk. Offerten an den Vorstand zu richten. Kantor und Schächter per 1. August in Tremessev. Gehalt 1200 Mk. bei freier Wohnung und Ncbeneinnahmcn. Bewerbungen an den Korporationsvorsteher Herrn Zucker zu richten. Neligionslchrcr, Kantor und Schächter per sofort in Wehlau (Ostvr.) Gehalt 1000 Mk. und ca. 300 Mk. Ncbcneü.kommen. Offerten dem Vorsteher, Herrn Z. Lehmann, einsenden. Schächter, Borbeter nnd Balkare in Jnowrazlaw Gehalt incl- Wohnungsgclv 1700 Mk. das Jahr. Rebencinkommcn. Meldungen an den Vorstand zu Jnowralzaw.. Kantor, Lehrer und Schächter per gleich oder spater in Baerwalde i. P. G.halt 800 Mk.. freie Wohnung und 100 Mk. Nebeneinkommcn. Meldungen vom Vorstände erbeten. Kantor für die hohen Feiertage in Franfurt a. M. Offerten jtimmbegakter Reflektanten unter Angabe von Referenzen und Hcmoraransprüchcn vom Vorstand der isr. Gemeinde erbeten. Lehrer, Kantor und Schächter, in der Gemeinde Baden (Schweiz) rer August oder September. Gehalt Frcs. 3000 und ca. 500 Frcs. Ncbencinkommeu. Drwerbrmgen möglichst geprüfter Reflektanten bis zum 1. Juli an den Vorsteher Herrn I. B Drcifus. Geprüfter Elementarlehrer, welcher auch als Kantor zu sungürcn hat. per 1. Oktober evt. früher an der jüd. Privatschule zu R o s d z i n - S ch o p p i n i tz. Gehalt 1500 Rk. Offerten an den Vorsitzenden Herrn A. Weiß. Synagogendiener per gleich oder später in Ortelsburg (Ostpr) Einkommen 600 Mk. jährlich. Ausführliche Meldungen bis zum 17. er. an den Synagogenvorsteher, Herrn B. Davidsohn zu richten. Kantor, Schächter und geprüften NeligionS» lchrer, gleichzeitig Balkare und Baltokea per gleich in Wöllstein. Gehalt 1400 Mk. und freie Wohnung: außerdem 6—700 Mk. Nebeneinnahmen. Ausführliche.Offerte» an den Vorstand der jüd. Gemeinde zu richten.. ~ ———— ---—•—:-—-r.T..r.H.r, CZT Unserer heutige» Nummer liegt ein Ausrvs von Herr» Salomolt E l i a ch zur: Errichtung eiqrr Eisfabrik in Jerusalem bei, worauf vir unseregeehrten Leser besonders aufmerksam mache»/'. Die Fortsetzung der „Sprüche der Q5tet" folgt in Nummer 49.