Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 46 (9.6.1904)
- Date
- 1904-06-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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der Praxis zeigen. Die Vorschläge des Herrn Rabbiners werden wir in einer spatere» Nummer berichten. Ad 3 berichtet Dr. Cahn - Fulda über »die jüdischen Lehrervereine und den allgemeinen israelitischen Lehrerverband". (Zu diesem Theil der Verhandlungen sind auch die Herren Lehrer der Realschule der Israel. Religionsgesellschast und der Israel. Volksschule geladen und in großer Zahl erschienen.) Das Referat, das, sobald der Raum es gestattet, wir in diesen Blättern zum Abdruck bringen werden, gipfelt in der Forderung der Begründung einer Vereinigung der gesetzestreuen Glieder des jüdischen Lehrerstandes. Die Versammlung beschließt nach einem Anträge des Professor Dr. Sulzbachdie Einsetzung einer Kommission zur Berathung der Gruudzüge. unter welchen Modalitäten die Vereinigung in's Leben gerufen werden soll. Die Kommission wird aus Mitgliedern der beiden Lehrer-Kollegien gewählt und mit dem Recht der Kooptation ausgestattet. Ad 4 liegt eine vom Vorstände ausgearbeitete Resolution vor. in welcher die Zwecklosigkeit. Planlosigkeit und die Gefahren des Zionismus in religiöser und politischer Beziehung dargelegt werden. Dr. B o n d i - Mainz begründete diese Resolution in einem ausführlichen Referate. Die Versammlung erklärt einstimmig ihr Einverständniß mit den Ausführungen des Redners, jedoch wurde von einer Seite das Bedenken geltend gemacht, ob es nicht grade im gegenwärtigen Momente, da innerhalb des zionistischen Lagers in Betreff des eigentlichen- Zieles der Bewegung Unklarheit und Uneinigkeit hervorgetreten sei, zweckmäßiger erscheine, von der Veröffentlichung Abstand zu nehmen. So wurde die Angelegenheit dem Vorstande zur weiteren Veranlassung übergeben. Die Kassengebahrung balancirt mit ca. 14,000 M. München. Man schreibt uns: »Unser ganzes Leben, wenn es rein das ist, was es nach Gottes Willen sein soll, ist Ti irnap, ist Gottesdienst. Dienst Gottes. Erfüllen göttlichen Willens mit allem unS Gewahrten in jeder Zeit." Ein Wort des großen Rabbi Hirsch s. A.. von dem wohl in erster Linie Diejenigen beseelt gewesen sein mögen, welchen die Erhaltung des Filial-Gottesdienstes der isr. Religionsgesellschast, deren Betlolal in der Fürstenfelderstraße gelegen, zu verdanken. Das jetzt in der Müllerstraße 33 beifindliche Betlokal, dessen neue Ausstattung ihm die Benennung eines schönen Betsaales zuerkannt, wird wohl jeden Besucher, der die wenig idealen Verhältnisse der Fürstenfelderschule kannte, mit inniger Befriedigung erfüllen. Es ist eine Stätte, wo man seinen Pflichten eines echten '.i srrzv gerecht werden kann. Und nicht zu verkennen ist, mit welcher Opferfreudigkeit die kleine Vereinigung, welche letzter Zeit mehrere Hauptmitglieder durch den unerbittlichen Tod verloren, für die Erhaltung und Verbesserung eingestanden; ebensowenig darf uner- . wähnt bleiben, daß die von vielen Blättern gebrachte Notiz, als habe der sel. verstorbene Konsul Herr Wilmersdörfer, für den Erhalter des Vereins zu gelten gehabt, irrig ist. Genannter ist ein eifriges Mitglied der guten Sache, hat bis zu seinem Ableben Vieles für dieselbe gethan, doch standen ihm ebenso würdige und thätige Mitglieder zur Seite, die heute noch und hoffentlich in Erkenntniß des Hehren werkthätig sind. Möge es der Religionsgesellschaft, die sich die Rechte eines anerkannten Vereins erwerben will, vergönnt sein, in ihrem Bestreben viele Nachahmer und Freunde zu finden, um so dem Vorgesetzten Ziele eines hccherhabenen Werkes steuern zu können. S. Treysa, 30. Mai Am jüngstverflossenen pv 28. und Sonntag 29. Mai, begann die hiesige M2n 2Tra das Jubiläum ihres 26jährigen Bestehens. Aus diesem Anlasse wurde eine ganze Reihe von Festlichkeiten veranstaltet, die mit einem in der überaus geschmackvoll dekorirten Synagoge abgehaltenen Festgottesdienste eingeleitet wurden. Wahrend desselben, überreichte der erste Vorstand, Benedikt S t r u p p I., den Gemeindeältesten einen der Gemeinde von . dem Vereine geschenkten sehr schönen silbernen Thoraschmuck (Taß). Nach beendigtem Gottesdienste fand gegen Mittag ein Frühschoppen statt, an welchem sich ebenso wie Nachmittags am Konzerte, fast die ganze Gemeinde betheiligte. Sonntags vereinigten sich die Vereinsmitylieder, sowie der erste Vorsteher der Gemeinde, der Vorsitzende der rw'-lp nirn und einige andere Gäste zu einem Festessen, das in Folge, der vielen anregenden Reden einen allgemeinen befriedigenden Verlauf nahm: Neben anderen Festrednern verstand es insbesondere der zweite Vereinsvorsitzende, Herr Levi Katz, den Gründer des Vereins (Herrn V. Strupp I.,) sowie den früheren religiösen Leiter ‘»■t und den jetzigen Vereinslehrer in beredter und erhebender Weise zu feiern. Ein Bankett beschloß die Feierlichkeiten, die in all ihren Einzelheiten sehr gelungen waren. Um die Erinnerung an die schönen, durch keinen Mißton getrübten Tage wach zu erhalten, ließen , sich die Vereinsmitglieder gemeinschaftlich photographiren. Möge die Jubiläumsfeier dazu beitragen, daß sich der Verein auch fernerhin die Pflege seiner idealen Ziele angelegen sein lasse. Oesterreich. Lemberg, 7. Juni. (Die Judenexzesse in Uhnow.) Im Uhnower Prozesse behaupteten gestern mehrere Angeklagte, daß am 23. April 1903 die Erregung in Uhnow aus dem Grunde einen so hohen Grad erreicht habe, weil man vor der in Brand gerathenen Ortskirche einen rothen bärtigen Juäm Namens Klein stehen gesehen habe, der seine Schadenfreude nicht habe verhehlen können. Auf die Frage des Vorsitzenden, wer durch Steinwürfe die Fenster in den Häusern de? Judenviertels zertrümmert habe, erklären