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Der Israelit · 1904-06-01 · Heft 44 (1.6.1904) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 44 (1.6.1904)
Date
1904-06-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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ftir das ArthodM MuderrlpuwÄ fRr. tf>. 1 Juni 1904.' K¥^t Mine vereitelte WvlWeit. Don ^t. Ätüöllke. >3. AortsetzlUlg. Mosche Schalem hatte mit seiner Frau zwei vollständig eingerichtete Zimmer und eine Küche inne. Die Räume machten durchaus nicht den Eindruck eines Gefängnisses. Ein gutgeheizter Ofen strahlte eine wohlihuende Wärme aus. Der Blick von der Höhe des Thurmes auf das Thal und den See war geradezu entzückend. Aber dafür hatte Reb Mendel jetzt keine Augen. Er war von den Anwesenden erwartet worden. Als der erste Scholaum Alechem- und Maseltof- Wvnsch gewechselt war, wollte der Gefangene über die Einzelheiten der bevorstehenden Bris-Milo-Feier die Ansicht des theuren Gastes hören, aber dieser fiel ihm in die Rede und meinte: „Wir werden hier keine Bris-Milo halten, Ihr könnt deßhalb Eure Worte und vor allen Dingen unsere theure Zeit sparen. Ihr müßt von hier fort und zwar noch vor dem achten Tage. Mein einziges Bedenken war. ob Eure wackere Frau jetzt schon die Aufregungen und Strapazen einer Flucht wird ertragen können. Als ich aber eintrat und sie schon geschäftig wie sonst umgehen sah, so wußte ich, daß nach dieser Seite hin nichts zu besorgen ist. Und der Kleine? der verdiente diesen Namen gar nicht, der sieht wie ein Kind im Alter von vier Wochen aus, das alles wird keine Schwierigkeiten machen. Jetzt kommt einmal an's Fenster.* Mosche Schalem und seine Frau sahen Reb Mendel erstaunt an, ein solcher Mohel war ihnen noch niemals begegnet. Dieser aber ließ sich nicht irre machen und fuhr fort: „Seht die Gitterstangen vor dem Fenster werden durch verrostete Nägel in dem morschen Holz festgehalten, die kann man mit einer einzigen Hand abreißen. Aber das soll erst in der Nacht vor der Brismilo, also in der Nacht von Sonntag auf Montag von Euch geschehen. Verstanden?* Ohne eine Antwort auf diese Frage abzuwarten fuhr Reb Mendel fort: „Seht der Kreuzstück des Fensters ist von Stein, ebenso das obere und untere Gesimse; der trägt ganz sicher eine und zwei Personen. Nun müssen wir auch die Höhe messen." Reb Mendel nahm einen Knäuel Garn aus der Tasche an dessen äußerstem Ende ein Stein befestigt war. Behutsam ließ er den Faden längs der Mauer durchs Fenster in die Tiefe gleiten und hielt inne, als der Stein den Boden berührt hatte. „Das sind einundzwanzig Ellen; ich hatte die Höhe auf etwas mehr geschätzt. Jetzt hört zu. Wir binden zwei bis drei Hopfenstangen zusammen und.befestigen an der Spitze ein starkes Seil, das mindestens zweimal einundzwanzig Ellen lang ist. Die Stange halten wir vor dieses Fenster, Ihr ergreift die Spitze, löst das Seil los und laßt es rechts und links von dem Kreuzstock auf .beiden Seilen herunterhängen. Wir knüpfen dann an das eine Ende einen großen Korb mit

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