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Der Israelit · 1904-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1904) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1904)
Date
1904-05-25
Page
– (sequence 25)
Language
German
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ür das , * o/aq a ia%£>• ir ’g 25. Mai 1904.] [Wx. 15. mm IHM: ■rast# l!8ev aus von Karl Alabrr. Tanger. Draußen an der Stadtmauer, nicht weit vom.Markte, liegt der jüdische Friedhof, deffen Gräber sämmtlich mit großen, sargähnlichen Steinen bedeckt und. Die Steine tragen zumeist hebräische, hie und da auch spanische Inschriften, oder zeigen nur ein radähnliches Ornament. - Die maurischen Juden sprechen unter sich fast nur spanisch und stammen fast alle von den Juden ab, die im Jahre 1492 aus Spanien vertrieben wurden. Damals zogen die meisten von ihnen nach Marokko und Algier, andere wandten sich nach Südfrankreich, noch andere gingen bis nach dem fernen Osten und heute noch gibt's in Rumänien Gemeinden von Juden, die sich der spanischen Sprache bedienen. In Spanien besaßen sie schöne Synagogen und waren zu großen Reichthümern gelangt. In Toledo ist Santa Maria la Blanca, jetzt eine unbenutzte christliche Kirche, eines der interessanten jüdischen Gotteshäuser, die uns erhalten sind. Die Juden Marokkos werden heute noch genau so behandelt, wie man sie im Mittelalter in Europa behandelte. T e h u a n. Auf 40,000 eingeborene Muselmänner und Juden kommen hier nur einige 60 Europäer. Die verschiedenen Religionen sind in der Stadt streng von einander getrennt. Die Juden, die wohl dcn vierten Theil der Bevölkerung ausmachen, wohnen in einem ringsum von Mauern umgebenen Viertel, dessen auf den Markt mundendes Thor Abends geschlossen und von Soldaten bewacht wird. Uebrigens ist diese Judenstadt der nach europäischen Begriffen zivilisirte Theil der Stadt, die Straßen sind zwar nicht breit, aber sie sind viel sauberer, als in den mohammedanischen Vierteln, sie schneiden sich regelmäßig im rechten Winkel und sind Abends mit Petroleumlampen beleuchtet. Kein Jude darf in einem anderen Stadttheil, als in dem von den Mauern umschlossenen Judenviertel wohnen, dessen Thore um 10 Uhr Abends geschloffen und um 6 Uhr Morgens geöffnet werden. In den Binnenstädten ist es noch strenger und mittelalterlicher, da muß der Jude eine bestimmte Tracht tragen, die ihn schon äußerlich kennzeichnet und deren hervorragendes Merkmal die schwarze Filzmütze ist. Beim Verlassen seines Viertels muß der Jude die Pantoffeln ausziehen, gleichsam, als ob er eine Wohnstube beträte, und nur barfuß darf er die rechtgläubigen Viertel betreten; er darf weder seine Pferde reiten, noch Land besitzen und bebauen. In Tetuan ist es nicht so schlimm. Der Jude darf zwar nicht die Kopfbedeckung der Moslemen tragen, aber es ist ihm unverwehrt, eine europäische Mütze oder einen Hut aufzusetzen, und Niemand verbietet ihm, sich in Pantoffeln oder Schuhen außerhalb des Judenviertels zu ergehen. Dicht vor dem Judenviertel ist eine Gasse mit vielen Kaufläden, worin neben mohammedanischen Kaufleuten auch Juden Handel treiben, und wenn er das Geld dazu hat. darf er sich auch ein Pferd halten und sich darauf setzen. Nur ist ihm nicht zu rathen, von diesen Vergünstigungen außerhalb der Stadt Gebrauch zu machen, denn die Landleute würden ihm dann Übel mitspielen. Kurz

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