Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 41-42 (25.5.1904)
- Date
- 1904-05-25
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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880 sind sämmtliche Confeffionen vollkommen gleichberechtigt und es gibt da keine herrschende Landeskirche. Das Land steht namentlich in Südwestcanada. wo auch die I. C. A. bekanntlich Colonien hat, reichlich jedem Einwanderer 'zur Verfügung und diese drängen auch von allen Seiten herbei. Selbst aus dem freien Amerika kommen alljährlich Tausende von Immigranten nach Canada, um sich daselbst als Ackerbauer niederzulasten. AuS Deutschland sind in den letzten fünf Jahren 10,000 Familien mit 70.000 Seelen herübergekommen. Jedermann, welcher nach Canada herüberkommt und der Regierung seinen Willen kundgibt, sich als Colonist zu bethätigen, erhält gegen die Summe von nur 10 Dollar in einer gesunden Gegend 160 Acres vortrefflichen Bodens. Der Empfänger hat sich schriftlich zu verpflichten, während der ersten drei Jahre sich mindestens sechs Monate im Jahre auf seiner Parcelle aufzuhalten und diese zu bearbeiten. Nach Ablauf dieser Zeit erhält er aus die, 160 Acres den Besitztitel, wodurch das Land sein vollkommenes Eigenthum wird. Hin und wieder werden die Einwanderer vom Staate auch anderweitig unterstützt. Dieses war namentlich bei den Duchobortsi der Fall, welche von den Behörden Monate lang ernährt und selbst mit baarem Gelde unterstützt wurden. Wir sind fest davon überzeugt, daß eine wohlorganisirte und gutgefübrte' Auswanderergesellschaft von der kanadischen Regierung besondere sehr werthvolle Privilegien erbalten könnte. Der canadische General-Consul in London ertbeilt aus diesbezügliche Anfragen gern erschöpfende Auskunft. Literarisches. „Künstliche Nährpräparate und ihre rituelle Zulästigkeit. Von Dr. S. M ü n.z (Nürnberg). Badearzt in Bad Kiffingen. Mainz 1904. Verlag Joh. Wirthsche Hofbuchdruckerei. Preis 30 Pfg. Der durch seine schriftstellerische Thätigkeit und als Verfasser des „Handbuch der Ernährung - für Gesunde und Magenkranke mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Speisegesetze" bekannte Dr. P. Münz. Arzt in Bad Kissingen. hat jetzt eine kleine Brochüre erscheinen lassen, die nicht verfehlen wird, in Fachkreisen und jüdischen Familien Interesse und wohlwollende Aufnahme zu finden: „Künstliche Nährpräparate und ihre rituelle Zulässigkeit." Es ist bekannt, daß die künstlichen Nährpräparate, zumal wenn es sich um Kranke handelt, heutzutage eine hervorragende Rolle spielen. Die Zahl dieser Präparate ist aber so groß, daß dem Arzt, geschweige denn dem Laien, die richtige Auswahl nicht so leicht fällt; für den rituell lebenden Juden kommt noch die Schwierigkeit hinzu, zu unterscheiden, welche Präparate rituell zulässig sind. Diesen Schwierigkeiten hilft nun in vortrefflicher Weise die Schrift von Dr. Münz ab. Nach einleitenden Worten über die Bedeutung der Diätetik im alten Judenthum und in der modernen Zeit, schildert uns der Verfasser in klarer Darstellung den Werth der künstlichen Nährpräparate und entwirft uns ein übersichtliches Bild über die rituelle Zulässigkeit der einzelnen Präparate. soweit sie der Gruppe der Milch-, Minnig- oder Fleischnahrung angehören; ebenso erfahren wir. welche Präparate am Passah zulässig sind. Der Standpunkt des jüdischen Religionsgesetzes gegenüber den künstlichen Nährpräparaten tritt klar und deutlich hervor, je nachdem es sich um Gesunde oder Kranke handelt. Der Verfasser gelangt zu dem Resultate, daß auch „für den rituellen Gebrauch aus jeder Gruppe eine entsprechende Anzahl von Präparaten zur Verfügung .steht." Wir pflichten ihm bei. wenn er S. 32 sagt: „Nach alldem läßt es sich nicht verkennen, daß sich unter der Schaar der rituellen Nährpräparate auch solche befinden, die sich gewisser Vortheile erfreuen und überall dort, we eine rituelle Ernährung als Gewissenssache erscheint, in erster Linie in Erwägung zu ziehen sind." Dieses neue Schriftchen von Dr. med. S. Münz, welches sich durch Form und Inhalt auszeichnet, bietet auch des praktischen Interesses so viel Neues, daß es in keinem jüdischen Haushalte fehlen sollte; auch Aerzten, welche religiöse Inden zu ihrem Klientel zählen, wird das Schriftchen willkommen sein. Die Ausstattung ist gediegen, der Preis ein überaus billiger. D. S. Neu ringeganyrnr Mchrr. (Besprechung Vorbehalten.) Bericht über die Thätigkeit dcs Htlfsvereins für kranke russische Israeliten zu Königsberg i. Pr. für 1903. Tbeifen, E. Staatslotterie und Reichsgericht?. Ein Wort für deutsches Recht. 86 Seiten. Elberfeld 1904. R. L. Fiederichs u Co. Bismarck oder Lasalle? Bon Politikus. 59 S.Pr. Mk. -.80. Görlitz 1904. Rudolf Dülfer. Molonnek. Krause. Der Kulturkrach. Betrachtungen eines Zukunftsmenschen. 116 Seiten. Preis Mark 1.—. Berlin 81V. F. Schlosser 1904. Me Sfrönuff «U Si$t mtljiilW Mtmiitt! Ä, noÄ lieber ouS her Mode gekommene roeifce. zieht man auf. knüpft etwa,-e Enden sauber zusammen und wickelt den Faden als Hand» D>e »Lansiyer Wedwaaren Hausindustrie-Gesellschaft lKeschattssuhrer Euul Sckoelzke) zn Lmderode t. Lausitz verarbeitet dieses Garn zu 50 Centimeter breiten Handtücher«, indem sie reinleinene Kette als Auszug und da« übersandte Strumpfaarn al« Einschlag verw ndet. Material. Weblohn u. s. w. stellt sich lur den lausende,, Meter auf 40Vsq^ Mehrkosten ausgeschlossen. Die TuMtreisen sollen 1—2 Centimeter breit geschnitten und eb-ns"lls auf Snauel aeivickelt eingesandt. werde.». Man verwebt dieselben vortbeilhaft fürStubenlaufer. die außerordentlich dauerhaft werden. Der. 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