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Der Israelit · 1904-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1904) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1904)
Date
1904-05-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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45. Icchrgasg. sils Asik. zu jvf 41K 42 Glaube, Lebe, Hoffnung, als Grundlagen des Priestersegens. Wetrachkung zürn Abschnitte von L. Anfänger, -MemmelSdorf. *r. :rarr i cr>arn xarch htexn rot pro :«rroa man na -pro nrn na crnaxo tok rmm n pTi nona n» jam na naVa tot 'an tokxt prato tok nwa ♦man na naaai apjn ivab ncxn na apro „Woher kommt es, daß Israel des Priestersegens gewürdigt wurde? Darüber äußern R. Jehudah, R. Nechemiah und die Rabbinen ihre Meinung. R. Jehudah schreibt es dem Verdienste Abrahams zu; fest war sein Glaube an die mit na beginnende Verheißung des Herrn, — mit na wurde der Priestersegen eingeleitet.. R. Nechemiah begründet es mit der selbstlosen Liebe Jizchaks, der willig sein junges Leben zum Opfer weihend, mit zur Opferstätte Moriah er: tp) wandelte. Die Rabbinen aber sagen: Aller Zukunft Hoffnung liegt in der Sinaioffenbarung die mit umn na dem Jakobshaufe angekündigt wurde und dem entspricht die Segensverkündigung man na!" — Der herrliche, dreitheilige Priestersegen, diese Segensworte, die Gott der Herr selbst seinen berufenen Dienern in den Mund gelegt, diese Segenssprüche, lvelche in den Kulten fast aller Konfessionen eine hervorragende Atolle spielen, sie sind in erster Linie dem Wesen des jüdischen Gottesvolkes angemessen, sie entsprechen so recht den» Wesen und den hervorstechendsten Lebens- und Charakterzügen, welche sich von den heiligen Stammesvätern fortgeerbt haben, von Geschlecht zu Geschlecht. Und daß diese echt jüdischen Tugenden fort und fort in Israel blühen mögen, daß der Ahnen Wesen und Wirken in ihren Nachkommen zur schönsten Verwirklichung gelangen, das führt uns das Gotteswort im Priestersegen stets neu vor Augen, so Pflichtbewusstsein und Pflichttreue weckend und pflegend. An den greisen Abraham war des Herrn Verheißung ergangen „schau doch gen Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst; so wird dein Same!" Das Sternenheer des Himmels, die Betrachtung der unzählbare» Himmelskörper, die da fest und unwandelbar ihre vorgezeichnete Bahn einhalten, ist für den gläubigen Menschen so recht deutlich das Zeichen und der Beweis der ocklwaltenden göttlichen Vorsehung, der unmittelbarm Machtentfaltung und Machtsülle. rrrr na So wird dein Same werden! Die Entstehung des jüdischen Volkes und sein ganzer Entwicklungs- und Lebcnsgang im Lause der Geschichte tragen ebenso deutlich das Zeichen der unmittelbarsten göttlichen Führung und Leitung. Nicht natürlichen Umständen und Folgen, der reinsten göttlichen Einwirkung hat Israel seine Entstehung und Haltung zu danken. Was für ein starker Glaube mußte aber den hundertjährigen, noch kinderlosen Greis beseelen, wenn er der göttlichen Zusage ganz und unbedingt vertraute, daß er zu einem Volke, zahlreich wie des Himmels Heere werden sollte! *pia\ Ein solcher Glaube verdient Segen 'sisem ein solcher Glaube ist sichere Hut. ist Schuh und Schirm, ein solcher Glaube erhält in Noth und Gefahr, Israels Glaube ip's, der es niemals untergehen läßt; bringe die Zeit, was immer sie wolle, die nmo nnavn wacht, — wer glaubt — der überwindet. Darin zeigt sich aber eben der rechte, echte und feste Glaube, daß er Stand hält, auch unter ungünstigen Verhältnissen, daß er zu jedem Opfer bereit ist und auch hierin ist uns der Ahnen Verhalten leuchtendes Vorbild. Der hochbetagte Abraham zögerte keinen Moment, den geliebten einzigen Sohn dem Willen des Höchsten hinzugeben, na ip bis zu diesem äußersten konnte sich sein liebender Gehorsam gegen Gott emporschwingen. und welche Fülle von Liebe mußte erst den jugendkräftigen Isaak beseelen, Liebe zu Gott, wie vertrauende Liebe zu seinem Vater, wenn er, bewußt der Sachlage, in freiester Selbstbestimmung mitwandert na np wenn er, in der Fülle der Mannes- . kraft, von dem zitternden Greise sich binden, dem Osifertode weihen lassen will! Durchglüht von Liebe, war er überzeugt von Gottes allwaltender Liebe, überzeugt, daß jeder Befehl und jede Anordnung Gottes nur ein neues Zeichen seiner Liebe ist, fühlte er sich glücklich in der Erkenntniß dieser Liebe und in der Möglichkeit, diese Liebe durch Selbsthingabe bethätigen zu können. Die ganze jüdische Märtyrergeschichte zeigt uns, daß die Nachkommen auch in dieser Hinsicht der Ahnen würdig bleiben wollten, daß auch sie in allen Lebenslagen und allen Schicksalsfügungen nicht zweifelten an Gottes Liebe, nicht strauchelten oder irre wurden in der Liebe zu ihm. -ybx vao "i ihn Des Herren Angesicht leuchtete ihnen im Dunkel der Zeit, ia-.ni und so erblickten sie in allen Prüfungen, in allen Schickungen nur die Gnade und Liebe der göttlichen Wallung. So erlangen sie aber auch durch die göttliche Gnadenfülle den Inbegriff all derjenigen materiellen wie geistigen Fähigkeiten und Kräfte, die noth-. wendig sind, um dieser Lebensaufgabe gerecht zu werden, deren gänzliche Erfüllung der Zukunft vorbei halten ist, die wir aber vorgezeichnet finden in der göttlichen Lehre, in der Offenbarung am Sinai, in den Weissagungen der Propheten.

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