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Der Israelit · 1904-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1904)
Date
1904-05-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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872 s. A. in tiefste Trauer versetzt wurde. Und nun hat j diese hochgeschätzte Familie leider wieder einen herben Verlust erlitten. Gestern starb die Zweitälteste 18jährige. hochgebildete Tochter Hannah. Die große Betheiligung bei der stattgehabten Beerdigung legte beredtes Zeugniß von der allgemeinen Verehrung ab, deren unser Rabbiner und dessen werthgeschätzte edle Frau hier sich erfreuen. Marokko. Ltat. Aus den früheren Berichten konnte man bereits ersehen, wie sich die unglücklichen Juden aus Etat nach Casablanca flüchten, mußten. Aus ferneren Mittheilungen, die das Centralcomit4 der A. I. vom Schuldirektor von Casablanca erhielt, ergibt sich, daß sich augenblicklich 860 Flüchtlinge aus Stat in Casablanca befinden. Zum zweiten Male wurde das jüdische Stadtviertel von Stat verwüstet, wo nichts als Trümmer übrig blieben. Ganze Familien, die sich ein Obdach in der Umgegend gesucht hatten und nachher nach Stat zurückkehren wollten, konnten unmöglich dorthin gelangen; sie begaben sich alsdann auch nach Casablanca." Die dortige Schule hat über 600 Kinder. Greise. Kranke ausgenommen; sie verschafft ihnen die Nahrung dank der vom Centralcomit6 zugeschickten Unterstüyungen. Die Allianz und die Anglo Jewish Association sandten Hilfsmittel, so. daß einige Wochen für diese Unglücklichen gesorgt werden kann. Andererseits haben sich die Konsulen, ganz speziell aber der englische Konsul, Herr Mac Lean, der Flüchtlinge angenommen, und ihnen großes Entgegenkommen bewiesen. Sie sind bestrebt. ihnen zu helfen und die Rückkehr nach Stat zu erleichtern. Es brachen aber wiederum Unruhen in der Umgegend von Casablanca aus; die arabischen Stämme haben sich aufgelehnt, und die Truppen, die man gegen sie schickte, sind'so undisziplinirt, daß man sie gerade soviel als die Aufrührer fürchtet. Die wirthschaftliche Lage verschlimmert sich, und in Casablanca selbst befürchtet man, daß Krawalle entstehen. Unter solchen Verhältnissen kann von der Repatriirung der Flüchtlinge aus Stat keine Rede sein, darum muß man darauf bedacht sein, ihnen noch während einiger Wochen die nöthigen Lebensmittel in Casablancä'zu verschaffen. Jedoch wird sich Herr Gueron, der Schuldirektor der Allianz, während der Osterferien nach Stat begeben, um die dortige Lage in Augenschein zu nehmen. Blömöerg. Krris Ki' chha'.y, 16 Mai. Der Kaufmann Joseph Spier-und drss n Ehefrau Sara. geb. Stern dahier, feierten heute in seltener körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische das. Fest idrcr c oldmen Hockzeit. Herr Provmzialrabbiner Dr. Munk aus Marburg hielt in der Synagoge im Anschlüsse an Psalm 92 und 128 eine wirkungsvolle Ansprache, an deren Schluß er die von Sr. Majestät dem Könige gestiftete Ehejubiläumsmedaille überreichte. Die weitere Feier fand im engsten Familienkreise statt. Das Jubelpaar, welches 80 bezw. 78 Jahre alt ist, erfreut sich in all feinen Bekanntenkreisen der größten We.thschätzung und Beliebtheit. Tisza Ujlak. Herr Leop. Steinberger hier, gründete ein Beth-Hamidrasch, spendete dazu den Betrag von 10,000 Kronen und setzte sich hierdurch auf ewige Zeit ein bleibendes Denkmal, das dauerhafter als Erz und Stein ist und das Nachahmung in allen jüdischen Kreisen verdient. Herr St. nimmt hier als streng gläubiger Jude auch bei Nichtjuden eine sehr geachtete Stellung ein. Briefkasten der Redacttorr. B. in Hamburg.: Best n Dank iür die Uebcrsendmrg der Nr. 19 des .Hamburger Familicnblattes*. Es ist die größte Genugthuung, die mir werden konnte, von diesem Blatte wegen meiner Artikel .Also sprach Phüippson* an. gegriffen zu werden. Hoffentlich ist cs nicht Ihr Ernst, wenn Sie mich auffordern, auf diese Angriffe in einem längeren Artikel zu erwiedern. Auf Spatzen schießt man nicht mit Kanonen. Die Ausführungen dieses Blattes, daS sich feit der Stunde siines Entstehens nach allen Seiten wendet, das sich nach links verbeugt und auch nach rechts seine Reverenz macht, nimmt kein vernünftiger Mensch ernst. Daß es uns nicht in den Sinn gekommen ist, die persönliche Frömmigkeit, und die Vornehmheit der Gesinnung der Herren Hirsch-Halberstadt und Dr. Adler- Lübeck anzuzweffeln, ist sclbstoerständl'ch. Wir haben von den Herren eine so gute Meinung, daß wir annehmcn, daß sie lieber von uns getadelt, als von dem „Hamburger Jsr. Familiendlalt* gelobt sein wollen. DHIN »P8S D’JDM NJiff mp’tw nnnyit* Hoffentlich gehen diesen Herren, die ja sonst zu uns gehören, die Augen auf, wenn sie sehen, wessen Beifall sie gefunden baden. Dr. Adler-Lübeck hat übrige. - wie wir mit Freude konstatiren, in einem Briefe an die „Deutsch Israelitische Zeitung" erklärt. daß er nicht mehr mitmachcn will. Gruß! Kl. L. S. in T. N.r Das n ist wegen lns Versmaßes weggelaffen. rv. in R.: Züdffch-deutfche Abreitz-Kalendcr fertigt unseres Wissens nur Dr. Heppner in Koschmin. Gewöhnliche Abreiß-Kalender in größeren Posten beziehen Sie am Besten von der Firma Herz Cahn, hier, die aus diesem Gebiete überaus leistungsfähig Ist, und soviel uns bekannt, auf Ausstellungen schon öfters prämiirt wurde. Der Inhaber der Firma ist streng religiös. Ausschließlich hebräische Abreiß- Kalender erscheinen in Warschau und Jerusalem. wer kennt dies nicht» Grogartige Wald- «nd Promenade» luitfl Seelta und bie bekannte Weinhandlung SSUuttat am Kur» garten, fuhrt u. A. streng koschere Weine, täglich zweimal Gottesdienst ,n der neu erbauten Synagoge und so ist Alles geboten, um TOS Hotel & Pension Parkhaus. BAD HARZBURG. Och Safte Lage. DornehmtS E1»b!llfr-rru« L. Rang«». 46 SalonS. §^»^?!*ohmiguna Sr. Ehrwürdcn des Herrn Landrabdiner Dr. Sl&lf Braunschweig und unter Aufsicht Sr. Ehrwitrden de» Herrn Zadbkner Dr. «uttvach-Halbrrsiadt. Pension incl. Wohnung Mk. (150. Ertra ante Oervsieguna. Jeden Samstag in eigener Synagoge Gottesdienst-Jllust^ Prospekte grat. u.frc. 1220» Besitzer: Elax Hecht.

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