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Der Israelit · 1904-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1904)
Date
1904-05-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■45. Jahrgang. J82 41 & 42. <?s IsrKM Hentrat-Hrgan für das orthodoxe IudenLhum. Begründet von i*r. rjmtann in Odins* Mittwoch, den 11. Siwan 5664. 25. Mai 1964. FL» Girre WKmM abonnlrt man bei allen Postaastalten für die Monat Juli »®3>- auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bet Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchalter des Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden LandbrteftrSger aufgegeben werden. Die Briefträger sind berechtigt, den 'AbonnementS-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. rrTT" Auf Wunsch Ermäßigung ans den Abonrrementsp reis. Die Erpe-itton -es «Israelit." 8i taouissss. . . 8i« Wiks Rsrt an Km« AmiNim Soll i«?apa. Von Raphael Breuer. In der vorigen Nummer dieser Zeitschrift erweist Herr Oberrabbiner M. A. Roth zu Papa meiner kritischen Beleuchtung seiner zionistischen Agitationsschrift die Ehre eines Widerlegungsversuches. Zwar erklärt Verfasser ausdrücklich, daß er mich nicht widerlegen will. Jedoch mit Hinblick auf den „Israelit", dem er als einem Organ der jüdischen Orthodoxie Rücksicht schuldig zu sein glaubt, besinnt er sich eines Besseren und beweist mit den „wenigen Worten der Abwehr und der Richtigstellung", die er nun folgen läßt, auf. das eclatanteste, daß er mich nicht widerlegen kann. Dem Verfasser ist es unmöglich, sich mit mir in eine Polemik einzulassen. Nicht, weil er ihre Aussichtslosigkeit eingesteht. Gott behüte! Das hieße ja seine Niederlage eingestehen. „Die Art und Weise", wie ich sein „Merkchen" kritisirt habe, behagt ihm nicht. Da er sich nicht näher darüber erklärt, was ihm denn an der Art und Weise meiner Kritik derart nicht gefällt, daß es ihm geradezu unmöglich ist, sich „diesbezüglich" (ein ominöses 'Wort, wie meine Leser wissen) mit mir in eine Polemik einzulassen, so bin ich „diesbezüglich" nur auf Vermuthungen Hingeiviesen. Ich konjekturire: Mein Stil, das cholerische Temperament meiner Schreibweise hat dem Verfasser vielleicht nicht behagt. Nun, es gibt verschiedene Temperamente des Stils. Bei de'n Einen klingt es wie Orchestermusik, wie grollender Donner auf Bergeshöhn, bei dem Andern wie sanftes Geplauder eines frommen Kindes, t ' vor jedem knurrenden Mopse in ängstlicher Toleranz scheu das Weite sucht. Ich bedaure es lebhaft, mich bislang noch nicht zu jenem stoischen Phlegma, jener abgeklärten Ruhe emporgerungen zu haben, die, um nicht im Schlaf gestört werden, den bellenden Hofhund lieber niederschießt — damit inzwischen von ruchloser Diebeshand das ganze Haus geplündert wird. Die milde Tonart ängstlichen Leisetretens überlasse ich anderen Autoren von zarterbesaitetem, friedensapostolischerem Gemiith. Zu abgebraustem Sodawasser gehört ein eigener Gaumen. Ich Hab' ihn leider nicht. Aber, wie gesagt, das sind nur Vermuthungen. Die einfachste Erklärung ist: Verfasser kann seinen Rezensenten nicht leiden. Kommt oft vor. Das ist sein gutes Recht. De gastibns non est disputandum. Es kann jeder Mensch seine Sympathien und Antipathien nach freiem Erinessen vertheilen. Meine Art und Weise gefällt ihm eben nicht und damit basta. Freilich ist's etwas komisch. Die Antipathie des Verfassers ist von eigenthümlicher Art. Er widerlegt mich und widerlegt mich nicht. Am liebsten möchte er mich ganz ignoriren. Das geht aber nicht gut, ohne sich dem Verdachte des Nichtentgegnen k ö n n e n s aus-

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