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Der Israelit · 1904-08-17 · Heft 65-66 (17.8.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 65-66 (17.8.1904)
Date
1904-08-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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L. Kibaltisch, Sohn eines Beamten. Verfertiger der Bomben. welche den Kaiser tödteten. griechisch-katholisch. 3. Ryssakoff, Student, warf die erste Bombe, welche den Wagen des Kaisers beschädigte, griechisch-katholisch. 4. Grin^witzky. Student, warf die zweite Bombe, welche den Kaiser tödtete und ihn selbst tödtlich verwundete, römisch-katholisch. 5. Sophie S^rowska. Enkelin eines früheren General-Gouverneurs von Sibirien, griechischkatholisch. 6. Sabline, bei den Bomben aufgefunden, erschoß sich, als er verhaftet wurde, griechisch-katholisch. 7. Michaeloff, überführt, an der Fabrikation der Bomben mitgewirkt zu haben, griechischkatholisch. 8. Helfmann. Geliebte des Sabline. starb im Ge fängniß, war eine Jüdin. 9. Sonkhanoff. Offizier, überführt an der Verschwörung Theil genommen zu haben, zu Kronstadt erschaffen, griechisch-katholisch. 30. Bogdanowitch. Inhaber des Ladens, der mit der Mine unter der Marla-Sadowa-Straße in Verbindung stand, griechisch-katholisch. 33. Figner. geschiedene Frau eines Beamten, ebenfalls überführt, an der Verschwörung Theil genommen zu haben, griechisch-katholisch. 32. Jssaieff, in dessen Haus die Bomben fabricirt wurden, griechisch-katholisch. Von diesen 32 Verschwörern, welche den Tod des Kaisers Alexander II. herbeiführten, war nicht einer ein Jude. Es gab allerdings darunter eine Jüdin, die indessen nur ein Werkzeug in den Händen ihres Liebhabers, eines orthodoxen Katholiken, gewesen zu sein scheint. Um aber weiter die Unwahrheit dieser Verleumdung zu beweisen, geben wir auch die Liste der anderen Attentäter mit ihrem religiösen Bekenntnisse. Während der 26 Jahre der Regierung Alexanders I I. kamen sechs Attentate vor: 3. 1866 in St. Petersburg durch Karawsoff. griechisch-katholisch. 2. 3867 in Paris durch Beresowsky, griechischkatholisch. 3. 3879 in St. Petersburg durch Solooieff. griechisch-katholisch. 4. 3879 in Alexandrowsk durch fünf Verschwörer, Frolenko, Kolodkhevitch. Merkulofs. Kibaltich und Figner. Alle fünf griechisch-katholisch. 5. 1979 bei Moskau, wo auf der Eisenbahn eine Mine explodirte. an einer Stelle, die der Kaiser passiren sollte: Attentäter Hartmann, griechisch-katholisch. 6. 1880 in St. Petersburg, km Winter-Palast durch drei Verschwörer. Kalthonrine. Presniakoff und J'-liaboff. Alle griechisch-katholisch. Das Leben Alexanders III. war ebenfalls zwei Mal bedroht, zuerst bei Borki. und dann in St. Petersburg am 13. März 1887. Die zwei Lokomotivführer, welche nach dem ersten Attentat verschwanden, und die zwei in das zweite verwickelten Personen, waren Alle griechisch-katholisch. Auf Nikolaus I I. ist nur einmal ein Attentat ausgeübt worden und zlvar. während er noch Kronprinz war. auf seiner Reise in Japan von einem Japaner. Es geht aus Obigem hervor, daß von 29 Personen, die hier aufgezählt wurden, welche versucht hatten, den gegenwärtigen Kaiser und seinen Vater und Großvater zu ermorden, sich kein Jude, sondern nur eine Jüdin befand, die durch ihr Geschick an ein Mitglied der griechisch-katholischen Kirche gekettet war. Selten wohl konnte eine Lüge so glänzend widerlegt werden, als diese. Eine Verleumdung gegen eine Gemeinschaft, unter der jedes Mitglied derselben leidet, kann indessen nicht so leicht berichtigt werden, wie eine solche gegen einzelne Personen, die sich gerichtliche Genugthuung verschaffen können. Deßhalb haben wir es für nöthig gefunden, diese Verleumdung im Keime zu ersticken und aus russischen Quellen zu beweisen. daß sie nur eine russische Lüge ist. Zettrrngsnachrlchien und Correspoudenzen. Deutschland. Berlin, 15. Aug. Am 4. September d. I. wird in Frankfurt a. M. eine Delegirten-Versammlung der Vereinigungen zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen in Deutschland stattfinden, in welcher die in dem vergangenen Jahrzehnt hierbei gesammelten Erfahrungen zur Erörterung gelangen dürften. Die Verhandlung wird sich wesentlich mit der Frage betreffend Festsetzung gemeinsamer Grundsätze für die Ausbildung. Verwendung und Versorgung der Schwestern beschäftigen. Es ist zu hoffen, daß immer weitere Kreise unserer Glaubensgenossen diesem schönen Beruf ihr Interesse zuwenden und immer mehr Mädchen und unabhängige Frauen aus besseren Familien sich der Krankenpflege widmen. Das provisorische Komitee besteht aus den Herren Dr. S. Kirchheim. Dr. Günzburg, Philipp Schiff in Frankfurt a. M.. Frau Julie Gcrson-Liebermann und Herrn Louis Sachs-Berlin. Dresden. Zur Ausführung des neuen sächsischen Gesetzes über die israelitischen Religionsgemeinden ist eine Verordnung des Kultusministeriums erschienen, aus der folgendes mitgetheilt sei: Aufsichtsbehörde

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