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Der Israelit · 1904-05-19 · Heft 39-40 (19.5.1904) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 39-40 (19.5.1904)
Date
1904-05-19
Page
– (sequence 26)
Language
German
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$54 Stellvertreter eintreten kann. Ebenso durfte es sich empfehlen, für den geschäftsführenden Ausschutz mehrere Stellvertreter zu ernennen, die erst dann aktiv werden, wenn ein Mitglied des Ausschusses vorzeilig ausscheidet oder längere Zeit behindert ist. — Die vorgesehene Mindestzahl für Vorstandssitzungen wird zu gering erachtet. Die dem Verbandstage unmittelbar sich anschliessende constituirende Vorstandssitznng sollte nicht mitgerechnet werden, weil sie noch kein genügendes Verhandlungsmaterial haben kann. Es ist zu erwägen, ob nicht in Fragen, die die Geschäftsführung des Ausschusses, beno. des Vorstandes zum Gegenstände haben, die betr. Vertreter von dem Recht der Stimmenabgabe auf dem Delegirtentage auszuschliehen sind. — Es dürfte wünschenswerth sein, dass der Ausschutz etlva auf Antrag von der Hälfte der Vorstandsmitglieder gehalten sein mutz, in bestimmter Frist eine Sitzung des Gesammtvorstandes einzuberufen. Referent hält es für ganz nothwendig, darauf zu dringen, datz in dear Passus, betr. die Delegirten für den Verbandstag (§ 11) die Unterscheidung von staatlich geprüften Lehrern und andern Mitgliedern (Rabbinern und Religion slehrern mit autodidattischer Vorbildung) fortfällt und überall nur von Mitgliedern gesprochen wird, weil die Vereine in der allgemeinen Verbindung nur gleich geachtet werden können. — Bezügl. Paragraph 14 sollte es genügen, wenn die Anträge zwei Monate vor dem Termine des Verbandstages eingereiht werden. Zur Fortbildungsfrage, die bei vorsichtigerer Behandlung seitens des Verbandsvorstandes keine Streitfrage im eigentlichen Sinne hätte zu werden brauchen, bemerkt der Referent, datz die Förderung unseres Vereins weder nach einem orthodoxen, noch nach einem freisinnigen Programme geht, sondern nach einem solchen, dass als wissenschaftliche Anweisung für alle Kollegen, welcher religiösen Anschauung sie 'auch huldigen mögen, gelten kann. Es sei zu bedauern, dass der Verbandsvorstand für die Verhandlungen des Verbandstages kein Korreferat zu der Arbeit des Dr. Gutmann-Verlin zu bieten vermochte. Die Frage der verbesserten Ausbildung im Seminar (Ref. Gut-Köln) hätte gut bis zur Erledigung, der Fortbildungsfraae zurückgestellt werden können. In Sachen der «Verbands-Pensions-Kasse* besprach der Referent noch einmal die Lage der Verhältnisse nach dem Beschlüsse der Hamburger Delegierten- Versammlung. wie ebenso Irie Stellung de- Kuratoriums und die Beschlüsse desselben dazu. Die neuesten Beschlüsse in der Kuratoriumssitzung vom 20. Dez. 1L03, wo sich das Kuratorium selbst mit den Anträgen von Direktor Adler und Steinhardt in Widerspruch setzte. Der Antrag Steinhardt stehe grundsätzlich auf dem Boden der Beschlüsse des Delegiertentages, fordere aber materiell zu wenig, während der Antrag Adler etwas ganz Neues bringe, was zur Hauptfrage in gar keiner Beziehung stehe. Bedeutsam sei der Antrag Adler nur insofern, als er bezeigt, datz auch Direktor Adler jetzt kein grundsätzliches Hinderniß mehr sieht. Gelder von dem Grundkapital anzuwenden für Zwecke, die ursprünglich bei der Kasse nicht vorgesehen waren, und datz er heute eine Abgabe von Kapitalien für neue Zwecke auch nach Lage der Kassen-Vcrhältnisse für zulässig erachtet. Materiell aber sei der Antrag Adler auch von uns abzulehnen, wie ebenso der Beschluß, den das Kuratorium in Verfolg desselben gefasst hat. Referent beantragte folgende Resolution: «Der Verein jüdischer Religionslehrer Ostpreußens sieht in der vc.i dem Kuratorium der V. P. K. bekundeten Abstcht. Gelder zur Gründung einer Darlehenskasse zu sammeln, ein Vorhaben, das nur zur weiteren Zersplitterung unserer materiellen Kräfte führen muß. Der Verein erkennt auf dem Gebiete allgemeiner materieller Lehrersörderung nichts dringlicher an, als eine Verbesserung unserer Versorgungsverhältnisse und hält für nothwendig. datz die Mittel des Verbandes zunächst ausschließlich dieser Aufgabe zugewendet.werden. In Vertretung allgemeiner Verbandsinteressen erachtet der Äerein das Kuratorium der V. P. K. so lange nicht geeignet, als es sich nicht mit seinen Absichten und Maßnahmen unbedingt dem Willen der VerbandsleitunF' unterstellt." Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildeten die Wahlen zum Delegirtentag in Cassel. Es wurden gewählt: Sturmann - Osterode und P e r i tz - Königsberg, sowie als event. Stellvertreter R o s e n t h a l-Königsberg. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten des Vereins ihre Erledigung gefunden und diverse Besprechungen auf Anregung aus der Versammlung'stattgesunden, besonders ausführlich auch der neue Normalkontrakt für die jüdischen Neligionslehrer und Kultusbeamten in Ostpreußen diskutirt worden, schloß der Vorsitzende die Generalversammlung gegen 11 Uhr Abends. Für den folgenden Morgen wurde ein Frühausflug (5 Uhr) nach dem Herrkühen Stadtwalde '«Jacobsberg" verabredet. Sturmann-Osterode wurde noch als eventl. Vertreter des Vereins im Verbandsvorstande in Aussicht genommen.

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