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Der Israelit · 1904-05-19 · Heft 39-40 (19.5.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 39-40 (19.5.1904)
Date
1904-05-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrgang. JT89 &~40. ZSMKLK Kentrat-Hrgan für das orthodoLe Iudenlhum Begründet von Ar. IT^mann in Daitti. Donnerstag, den 5. Siwan 5664. 19. Mat 1904, Unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, erscheint des heil. Schowuausfestes wegen Mittwoch, den 25. Mat. wir beginnen heule mit der vor einiger Zen angezeigten Erzählung: -Mirrs . Dle Fortsetzung der seitherigen Erzählung: ^Wahrheit UNd Dichtung^, folgt von jetzt ab stets in der-Montags-Nummer. fiedaction des „Jsraelii“. Der sinmtische P«raUeItsmus. Betrachtung zum Schewuolhfeste. Von Dr. Hermann Klein. Mainz, 3. Siwan. Jahrtausende sind bereits verfloffen, reich an den verschiedenartigsten Wechselfällen der Weltgeschichte; Länder und Völler, Städte und Reiche haben in dieser Zeit geblüht und geglänzt und sind nach kürzerer oder längerer Zeit spurlos von der Weltenbühne verschwunden — seitdem das jüdische Volk am östlichen Fuße des Sinai gestanden. Vieles hat sich inzwischen umgestaltet, Vieles hat andere Formen angenommen; die Völker, die damals die Welt beherrschten oder die viel später noch sich in die Höhe menschlicher Macht empor zu schwingen wußten, jene großen und mächtigen Stationen mit ihren todesmuthigen Helden und Legionen, mit ihren Religionen und Götzen sind spurlos verschwunden. Nichts erinnert mehr an ihre Größe und Macht als einige Trümmer. die von festerem Wesen als ihre Inhaber, der Zeit standhalten konnten. Gin Völklein aber, klein an Zahl und ohne weltliche Macht, ist ans jenen grauen Zeiten' noch übrig, nicht altersschwach und dahinsiechend, sondern noch kräftig und voll Lebens, wie es vielleicht damals nicht war. Was war es, das dieses Volk erhallen, das es nicht ein Raub der Zeiten und der Feinde werden ließ, was hat diesem Volke die fabelhafte Ausdauer gegeben, das es als ein lebendiges Wunder durch Jahrtausende wandern läßt? pD» d*to yp-6 dyv bp w „Und eine Stimme ertönte von oberhalb der Ausdehnung, wenn sie standen, senkten sie ihre Flügel." Unsere Weisen in Bereschith Rabbah bemerken: a'rn *»o6 n pj’dvj .■mm rw \zv p»oa i -iy onow D«£n' „Beim sechsten Tage der Schöpfung ist ein '.n überflüssig,' das will lehren, daß alles Erschaffene in Schwebe stand bis zum sechsten Siwan, an dem Israel die Thora empfing. Das Werk der Schöpfung" war erst am sechsten Siwan beendet, an dem auch der Menschengeist seine Bestimmung erhielt. Bis zum Tage der Offenbarung am Sinai hatte der Menschenkörper seinen Beruf, er war dazu ausersehen, in steter, nie aufhörender Thätigkeit, in rastloser immerwährender Arbeit den Boden zu bearbeiten, dem er entstammte, den Acker zu l-eücllen, der ihn und die Seinigen ernähren sollte. War also auf der Linie des körperlichen Geschehens steter Fortschritt und unaufhörliche Entwicklung die Parole, so war dagegen auf der geistigen Seite ein Stillstand, ein Mangel an Entwicklungsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeit zu bemerken. Durch die ganze Schöpfung klaffte ein unausgesöhnter Wider-

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