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Der Israelit · 1904-05-11 · Heft 37 (11.5.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 37 (11.5.1904)
Date
1904-05-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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799 Die Aufgabe dieser Redaktion wäre, niittelst jüdisch-konfeffioneller Presse, an alle orthodoxen Rabbiner und sonstige mit dem eindringlichen talmudisch-robbinischen Studium sich befassenden Männer, einen Aufruf behufs Einsendungen von gelehrten Abhandlungen, Erörterungen und Erklärungen schwieriger, dünkelhafter Partien und Rechtfertigungen angefochtener halachischer Entscheidungen, in den Riesen-Werken dieser zwei grossen Kommentatoren und Gesetzes-Lehrer ergehen zu lassen, das eingelaufene Material zu sichten, zu prüfen, zu bearbeiten, zu ordnen und es dann, als monumentales „Festwerk" zu veröffentlichen. Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß die intelektuelle Betheiligung seitens berufener Kreise eine rege sein und daß es auch an materieller Unterstützung und Förderung des Unternehmens nicht fehlen wird, sodass der Erfolg in jeder Beziehung ein der heiligen Sache entsprechender und würdiger sein wird. Jedenfalls aber möge diesen bescheidenen Zeilen das Glück beschieden sein, das Interesse berufener Kräfte für diese hier angeregte Idee wachgerufen zu haben, welche ihre diesbezüglichen Ansichten in den Spalten dieser hochgesch., in der gesammten orthodoxen Judenheit so sehr verbreiteten Blätter, der grossen Öffentlichkeit mittheilen mögen! ub'.i:r, mura *;irrar vjn: •£» :;*so r'.an »b mirm ':b t.itt bi c'aeT c'x drv ns s*it 'LM. S. Klein. Rabbiner. Rußland. Odessa. (Colonisationspläne der I. - C. - A.) Wie Herr F e i n b e r g, der bekannte Vertreter des russischen Centralcomitee der „J.-C.-A.", einem südrussischen Blatte mittheilt, wird die von der Gesellschaft errichtete erste jüdische Kolonie in Brasilien von einer Eisenbahn durchzogen. Jeder Kolonist erhält 25 Ha. Land, eine Kuh, zwei Pferde und ebensoviel Ochsen. Außerdem ein acht Merer langes und vier Meter breites Haus. Ställe und Scheunen müssen sich dagegen die Kolonisten selber bauen, wozu das Holz im nahen Walde in großer Fülle ihnen zur Verfügung steht. Der Boden der künftigen Kolonie ist zur Zeit noch selber vom Urwald bedeckt, der auf Kosten der Gesellschaft von nichtjüdischen Arbeitern ausgerodet und durch Getreidefelder erseht wird. Bei Errichtung von weitern Kolonien in jener Gegend werden dagegen die Kolonisten sich selber den Boden urbar machen müssen. Die „I. K. A." gedenkt in Brasilien ein großes jüdisches Zentrum zu schaffen, welches zahlreichen jüdischen Emigranten, selbst wenn sie keinen Ackerbau treiben können, als Einwanderungsgebiet dienen sollte. Herr Feinberg mußte allerdings zugeben, daß dieses Ziel einstweilen noch in weiter Ferne ist, da die „J.-C.-A." noch genug zu thnn hat. um ein solches Zentrum zunächst in Argentinien zu begründen. Daß die Gesellschaft selbst auf diesem alten Arbeitsfelde noch sehr im Rückstände ist, beweist die Mittheilung des Herrn Feinberg, wonach die Jnstallirung einer einzigen Kolonistcnfamilie in Argentinien — ohne Ueberfahrtskosten — der Gesellschaft auf 13,000 Mark zu stehen kommt. Aus diesem Grunde kann die „J.-C.-A." jährlich nur 200 Familien in Argentinien ansiedeln. Türkei. Konstantinopel, 3. Mai. Am Sonntag, 17. April, beging das Komitee der Deutsch-Israelitischen Schulgemeinde (Ecole Germano Jsraelite-Fondation Goldschmidt) zu Konsiantinopel in dem herrlich geschmückten Festsaale des Schulgebäudes Rue Chiche- Han«', Pera, in prachtvoller Weise das 25jährige Amtsjubiläum des Herrn Oberlehrer S. S p r i n g e r, zu welcher Feier ausser dem Schulrathe, vielen Mitgliedern des Schulvereius auch Repräsentanten anderer Vereine und die ehemaligen Schüler des Jubilars in großer Zahl erschienen waren. Die Feier wurde eingeleitet durch einen beim Eintritt des Jubilars in den Festsaal von dem Musiklehrer Herrn M. K ö r b e r geleiteten vierstimmigen Bcgrüssungsgesang der ganzen Chorklasse. Hierauf ergriff der Präsident des Schulrathes, Herr A. Hefter, das Wort zu einer Ansprache im Namen des Deutsch- Israelitischen Schulvereius und der ehemaligen Schüler, worin er mit Worten der innigsten Dankbarkeit und Verehrung ganz besonders die aufopfernde, uneigennützige Wirksamkeit des Herrn Springer während seiner 25jährigen Amtsthätigkeit hervorhob, wie er eigentlich als erster Mitbegründer der Schule betrachtet werden könne. Herr Lehrer I. Wochen markt beglückwünschte den Jubilar im Namen des gesammten Lehrkörpers. Ein Schüler der VI. Klasse richtete ebenfalls Worte des Tankes und der aufrichtigen Liebe im Namen seiner Mitschüler an seinen Lehrer und wünschte ihm auch weiterhin segensreich fortzuwirken. Nach einigen Ansprachen, gehalten von Repräsentanten der anderen Vereine, bestieg der Jubilar tiefgerührt die Tribüne, um dem Schulrathe des Deutsch-Israelitischen Schulvereines herzlichst zu danken für die Veranstaltung dieser würdevollen Feier, welche ein herrliches Zeugniss davon gab, wie hoch der Verein die Arbeit der Schule zu schätzen versteht, mit welchem Interesse der gesammte Schulrath an diesem hohen Werke gearbeitet und stets weiter arbeitet, so dass die grosse Zukunft dieser Schule, die solche wohlwollende, thatkräftige Männer an der Spitze aufzuweisen hat. wohl ohne Zweifel vorauszusehen ist. . I. F»

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