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Der Israelit · 1904-05-09 · Heft 36 (9.5.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 36 (9.5.1904)
Date
1904-05-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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784 ■p? nono tcö mph nrt die nicht genug zu beweinen, nicht genug zu betrauern, .122/1 «bi ieb/i vb Ihre mustergiltigen Verdienste in und außer der Familie preisend, und ihr den innigsten Dank Aller nachrufend, nahm der Sohn rührenden Abschied von der geliebten Mutter, LibvB '2b sie der allgnädigen Aufnahme im Reiche des Friedens empfehlend. Hierauf gab der Schwiegersohn, Herr Dr. Braunschweiger, seinen Trauergefühlen innigen Ausdruck, indem er nach der Talmudstelle N2iv .i:r« N2iv ne* nachwies, welches theure Gnadengeschenk die Hingeschiedene dem geliebten Vater, den Kindern, Geschwistern und allen Verwandten gewesen. Zum Schlüsse sprach noch der Schwiegersohn des Vorredners, Herr Rabbiner Dr. G o i t e i n in Burgkundstadt, und rief an der Hand des Verses: rnsen rro xxen np-x fra rer „Eine herrliche Krone ist das Greisenalter, auf dem Wege der Tugend 1r5ird sie gefunden," der geliebten Großmutter Worte der Trauer und des Schmerzes, der Liebe und Anerkennung nach, denn in Wahrheit hatte die Greisin sich des Alters Krone durch Tugend und Frömmigkeit erworben. So möge sie in diesem ihrem Vorbilde fortleben und noch in ihrer Verklärung durch ihren xrcn fortwirken! Damit schloß die ergreifende Trauerfeier, nachdem der irdische Theil der Erde zurückgegeben, nrrn nana "vh 'H brr der Geist aber zu seinem Urquell entstiegen war. n'2xa.i O e st e r r e i ch. Wien, 6. Mai. Ungarns größter Dichter ist heimgegangen. Man kann wohl sagen, Ungarns Dichter. Was Schiller der deutschen Nation, das war Maurus I o k a i für das Volk der Magyaren. Jokai gab den Ungarn ihre Schriftsprache. Er begründete den ungarischen Roman, gründete und redigirte viele Jahre hindurch das hervorragendste Blatt in magyarischer Sprache „Nemzet". ebenso das beste ungarische Witzblatt. Dichter. Redakteur, Volksvertreter — Ungarn setzt dem Leben der Ritter vom Geiste keine Schranken. Jokai war ein glänzender, gewandter Redner im Parlament. Hochbetagt wurde der Politiker Jokai im Magnatenhause zur Ruhe gesetzt. Während der ganzen Dauer seiner hervorragenden Thätigkeit trat er in Wort und Schrift auf das eifrigste und energischste für die Rechte unserer Glaubensgenossen ein. In unzähligen Reden, Artikeln und Humoresken, in vielen Episoden seiner Romane, in den Dialogen seiner Dramen, stets vertheidigte er in edelster Sprache die arme, verfolgte Herde Israels. In lebhafter Erinnerung dürfte noch sein, wie er im ungarischen Parlament für die orthodoxe Judenheit Ungarns mit Wärme.und Eifer eingetreten ist, als Wehrmann, das Haupt der ungarischen Neologie, sie im Parlament angrisf. Auch bei dem Prozeß in Tisza-Eßlar verfehlte er nicht, seine Meinung zu Gunsten der Juden in einer Weise auszusprechen, die keinen Zweifel an seiner Gesinnung ließ. Der hervorragende Vertheidiger des genanntst Prozesses. der seinen Ruhm damals begründete, Karl E ö t v ö s . war einer seiner besten Freunde. Dieser widmet dem Heimgegangenen Dichter im ..Pesti Hirlap" einen tiefempfundenen Nachruf. Die Wogen der Zeit schlugen endlich über den Politiker und Dichter. In hohen Jahren, da er längst von den großen Kämpfen gelassen hatte, nahm Jokai ein blutjunges armes jüdisches Mädchen zur Frau und kämpft nur noch mit seiner Familie, die sich der Verbindung widersetzte. Seine Heirath hat seinen Namen wieder so weit iw die Welt getragen, wie die besten Romane in seiner Blüthezeit. An der Seite des um fünfzig Jahre jüngeren Weibes schrieb Jokai die Vertheidigung seiner Ehe, den Roman: „Ein bejahrter Mann ist kein alter Mann." Auch in diesem Romane fand er herrliche Worte für Juden und Judenthnm. Wir haben alle Ursache um den Heimgegangenen zu trauern. Er war einer von den vbvn maix ’-ron* vermischtes. Stuttgart. 2 Mai. Die ehemaligen Schüler und Schülerinnen der Untcrrichtsanftalt der isr. Religionsgescllschaft in Mainz wird cs gewiß interessiren zu vernehmen, daß Herr und Frau Schloß dahier lPenstonat) am Wochcnfcstc ihr 25 jähriges Jubiläum feiern. Wien, 3. Mai.. In dem jüngsten Mai-Avancement wurde auch der oberste Schiffsbau-Ingen« ur der k. n. k. Marine Siegfried Popper, zum Gencral-Schiffsbau- Jngenieur ernannt. Paris. 3. Mai. Der durch seine wissenschaftliche Bedeutung wie sein mannhaftes Eintreten für Dreyfus bekannte Professor Emil Duclaur. Direktor des Pasteur- 'scben Instituts, ist heute früh im Alter von 64 Jahren plötzlich gestorben. Neu eingegangene Sücher. (Besprechung Vorbehalten.) Die Sabbatentweihung in der Gegenwart. Ursachen, Wirkungen und Abwehrmittel. Berlin, im Febr. 1904. Peßachfestrede. 5664/1904 von Bezirks-Rabbiner L. Schleßinger, Breiten. H e i j e r m a n s. Hermann. Diamantstadt. Roman. 380 S. Pr. M. 5-. Berlin. Egon Fleische! u. Co. 1904. Baerwanld. Dr. H. Dir. a. D. u. Adler. Dr S. Direktor. Geschichte der Realschule der israelitischen Gemeinde (Philanthropie) zu Frankfurt a. M. H olhm ann. H. I. D. Dr. u. o. Prof. d. Theol. Die Entstehung des neuen Testaments. 32 S. Pr. M. —50. Straßburg 1904. Ed. van hauten. XXVI. u. XXVII. Rechenschaftsbericht über die Thätigkeit des Vereins Leschaun Lemudim im Sommersemester 5663/1903 u. i. Wintersem. 5664/1903/04. Posen

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