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Der Israelit · 1904-05-05 · Heft 35 (5.5.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 35 (5.5.1904)
Date
1904-05-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Der Kinderhort, die Suppenanstalt, das Altersheim in Leipzig und die Ferienkolonien beweinen den Heimgang ihres Begründers, arme Waisen in Ems und Dietz trauern um ihren besten Freund, Erziehungsbedürftige in Ahlem haben ihren gütigen Beschützer verloren, die Anstalt der Taubstummen in Weihensee darf nur noch in Wehmuth seiner Liebesthaten gedenken, und das neugegründete Heim der Lehrerinnen in Berlin wehklagt um Alphons Jakobson. Alle, die ibn kannten, haben ihn verehrt um der Lauterkeit seines Charakters, der Wahrheit und Biederkeit feines vornehmen Wesens willen. Unzähligen war er Berather, und in seinem Rath lag die ganze Ehrlichkeit seines reinen Herzens, und in der Art, wie er ihn ertheilte, soviel Leutseligkeit und Liebenswürdigkeit, soviel Vertrauengewinnendes. Alphons Jakobson hinterläßt keine Kinder, aber sein Name und sein Andenken bleiben ewig unvergeßlich. Ungezählte arme Waisen und hilfsbedürftige Kinder dürfen ihrem Retter und Beschützer Kadisch nachsagen. Möge seiner reinen Seele Lohn werden V0-H2 „nach seinen Wegen und nach der Frucht seiner Werke." Oesterreich. Wien, 3. Mai. (Neue Judenkrawalle in Bessarabien.) Aus Lemberg wird der Korrespondenz Herold gemeldet, im „Jüdischen Tagblatt" werden Details eines grausamen Judenexzesses gemeldet, der am vorigen Samstag in Bender, drei Staionen von Kischinew. während des Gottesdienstes von 80 Kazapen verübt wurde. Diese zerschlugen zuerst alle Fenster der von den Juden bewohnten Nekrasewgaffe, schrieen nach Blut, weil die Juden am Kriege schuld seien, und drangen in ein Haus, wo sie zwei Männer und ein Mädchen tödteten. Dann warfen sie in der Wohnung des Möbelhändlers Rotynski dessen Frau, welche im Wochenbette lag. zum Fenster hinaus und schlugen ihr auf der Straße den Schädel mit einer Hacke ein. Als nach einigen Stunden Kosaken erschienen, war der Pöbel so wild, daß er sich nicht auseinandertreiben ließ. Der Kommandant telegraphirte nach Kischinew um Ordres, woraus der Gouverneur zurücktelegrapbirte: „Schießen!" Die Drohung, es würde geschossen werden, wirkte. Ungarn, Sarajevo, 29. April. Heute besuchte der Reichsfinanzminister Baron B u r i a n unsere Stadt. Die österr.-ungar. israel. Kultusgemeinde hatte zur Begrüßung des Ministers eine Deputation unter Führung des Herrn Rabbiners Dr. W e ß e l und des Präsidenten Dr. Rothkopf entsendet. Herr Dr. Weßel hielt an seine Excellenz eine Ansprache, in welcher er um Schutz und Förderung der Interessen der Gemeinde bat und das briiderNche Einvernehmen unter den Vekennern aller Konfessionen betonte. Seine Ex-. cellenz erklärte, unter dem Scepter Seiner Majestät unseres allergnädigflen Herrschers sei die unparteiische schützende Förderung aller Religionen eine selbstverständliche Sache, auch die österr.-ungar. israelitische Gemeinde könne auf die gleiche Behandlung rechne», wie alle übrigen Konfessionen. Rußland. Petersburg. (Angebliche Verbesserung der Lage der russischen Juden.) Deutsche Blätter haben eine vom „Berl. Tagbl." veröffentlichte Petersburger Korrespondenz wiedergegeben, wonach die russische Regierung sich von der furchtbar traurigen Lage der Juden überzeugt und eine Verbesserung ihrer Verhältnisse ins Auge gefaßt hätte. Personen, die über die Situation genau unterrichtet sind, erklären, daß davon nichts wahr sei. Der auf den Juden lastende Druck der Ausnahmegesetze werde von Tag zu Tag stärker und es hätte wenig zu betauten, wenn selbst eine Verordnung — wie im vorigen Jahre als Pflästerchen auf die Wunde von Kischinew — erschiene, wonach in einer Anzahl von Dörfern im „Rayon" der Juden (d. h. einigen Dutzend Familien) der Aufenthalt gestattet werdne würde. Aber auch das sei nicht der Fall. Erst dieser Tage meldete der ..Kiewlsanin", daß man daran geht, aus dem Dorfe Nilolsk, Gouvernement Tschcrnigow, (innerhalb des ..den Juden offenen" Ansiedlungsrayons gelegen!) 115 jüdische Familien, zusammen 600 Seelen, zu vertreiben, da sie sich dort entgegen den temporären Ausnahmegesetzen vom Jahre 1882 niedergelassen hätten! Die Landpolizei hatte während zweier Jahrzehnte, im Interesse des Bezirkes, die Niederlassungen geduldet, manche Juden haben dort ihre besten Lebensjahre verbracht und sich und die Jhriaen durch redliche Arbeit ernährt — jetzt sollen sie allesammt verjagt und zu Wanderbettlern gemacht werden. Sprechsaal. p'vd -D2V2 wen rra rra rso /V w rroö2 .1x2 e roiKM bs N72ZN nnnpn bk '*3 jmiBV’Kp p”CK Vrun 2*« vvz 7IZ1 .MN BVd 13^3» T&Bt T&n m ,TBJ1 TT0D2 C» pö“0 *®B2 tP*VEQT bpVX N'3WB 21NB JT. 1303 B^W b^j& 13'V I'.v ntsri rauri 718'ip.m? 2MN3 *no2 B.M1M2» T*en rfcö nco3 »'pen pvV B3 tbxbi xsnsn zra «n mn p'xnb ‘»ccm ,td p'.cc tsp Bei N7I2 A3 MN cVV b* .^3 2NN M'M NVN2N2 nbm .Bnd'Bw drrnen 'L'rri NB132 BB» zrsv rra pj .M2 nip^na wBN rnn3v vjisa Bwr.wa kV wen .W>3m 2tt1|3 PM2K d 2p5* vermischtes. " N«S Hessen. Der Großhrrzoa hat in dm letzten halbe» Jahre an Stiftungen und Vermächtnissen Mk. 771,67V genehmigt. Darunter befindet sich eine Schenkung im Betrage von Mk. 328,000 -er Freifrau Mathilde von Rothschild ja

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