Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 34 (2.5.1904)
- Date
- 1904-05-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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744 Schreibens an dieser Kunst unkundigen Soldaten zu demoustriren. Der treffliche Pädagoge hat denn auch am 11. d. M. dieser Einladung Folge geleistet und in Gegenwart des gesammten Osfiziercorps der hiesigen Honvedschaft eine glänzend gelungene Probe seines neuen Lehrsystems geliefert. Die dazu beigestellten 31 des Lesens und Schreibens unkundigen Soldaten konnten nach — mit militärischer Accuratesse wohlgezählten — acht Minuten einige Buchstaben lesen und schreiben. Zum vollkommenen Erlernen des fließenden Lesens und Schreibens jedoch erklärte Herr Gabel für sie nur noch acht Stunden als nothwendig. Demgemäß ordnete Herr Oberst Viktor Fabritius an, daß erwähnte Soldaten von nun an acht Tage hindurch je eine Stunde sich zu einem Vortrage des Lehrers Julius Gabel einzüfrnden haben. Alle beim Probevortrage anwesenden Offiziere, unter anderen der Honved-Brigadier, General Rupprecht de Vircsolog, drückten Herrn Julius Gabel ihre Bewunderung für sein neues, epoche- - machendes Lehrsystem aus. ' . Die uneingeschränkte Anerkennung von so unparteiischer Seite gereicht diesem Pädagogen zur hohen .. Ehre. . Herr Communallehrer Gabel erhielt vom hohen Reichskriegsministerium folgende Zuschrift: „An Se. Wohlgeb. den Herrn Julius Gabel, . ,-.r Kommunallehrer. . r rj Budapest. ..; Wien. 19. April 1904. Das gemeinsame Kriegsministerium nimmt Ihr, von anerkennenswerthem fachmännischen Interesse geleitetes Anerbieten, Analphabeten des gemeinsamen Heeres in Ihrer Methode im Schreiben und Lesen zu unterrichten, mit bestem Danke an und theilt mit, daß das k. und k. 4. Korpskommando in Budapest angewiesen wurdet Euer Wohlgeboren die Gelegenheit zur Erlheilung des Unterrichtes zu geben. Ihrem Wunsche gemäß wird von der getroffenen Vereinbarung auch Ihre Vorgesetzte Behörde durch das genannte Korpskommando verständigt werden. Pitreich m. p. F. M. L. Letzte Nachrichten. Frankfurt a. M.. 1. Mai. Hier verschied gestern ' rm Älter, von 74 Jahren Herr M: I. L ö w e n t h a l, Lehretan der Realschule der israelitischen Religionsgesellschaft. Herr Löwenthal war erst vor kurzem ist d?n wohlverdienten..Ruhestand, getreten,- bei,welcher G^- -legenheit ihm vom Kaiser der Kronenorden vierter Kl. verliehen, wurde. .. Seine Söhne sind dis Chefs der.be- Kannten ^Silberfirma stÜ. I. Löwenthäl und Söhne, j Newyork, 1. Mai. Hier starb vorgestern' der berühmte Leipziger Philanthrop, Herr Alphons I a - k o b s o h n. Chef des hiesigen und Leipziger Welt- Hauses Knauth, Nachod und Kühne. Wo es galt, ein jüdisches Werk der Nächstenliebe auf's Thatkräftigste zu unterstützen, da war Herr Jakobfohn an erster Stelle. Wir behalten uns vor. in einer der nächsten Nummern Ausführliches über fein Leben zu berichten. vermischtes. Berlin. Die Jüdisch-Musikalische Bereinigung veranstaltet anläßlich der Ccntcnar fcierSalomonSulzer's am Sonnabend,- d>m 15. Mai abends 9 Uhr im Saale des Verein Berliner Musiker, Kaiscr-Wilhtlmstr. t8 w, einen Sulzer-Lewandowski-Abend. Nach einem erläuternden Vortrage ge angen Solo-und Chorgesänge beider Komponisten zur Aufführung. Der Zutritt ist unentgeltlich. Berlin. Alliance Jsraelite Universelle: Die Gcneral'Vcrsammlung findet Sonntag den 15. Mai 3 Uhr im Lokal des Lehrer-Seminars ^Ecole Normale Jsraelite Orientale), 59. rue d'Autcuil in Paris statt, wovon die Mitglieder auf diesem Wege benachrichtigt werden. Hamburg. Die Deutsch Israel. Gemeinde hat im abgelaufenen . Rechnungsiahr bei einer Einnahme von M. 141,031 an Gemeindesteuer für Zwecke des Armenwesen 61,026 M. also fast die Hälfte verausgabt. Es werd.n nicht nur OrtSarme unterstützt, sondern auch arme durchreisende Jude, von denen die meisten aus Rußland kommen. Briefkasten der Redactio«. M. A. in F.: Restauration Ehrenreich in Bad Kissingen wird unter dem gegenwärtigen Besitzer in gleicher Weise, wie früher, von d.m zuständigen Rabbinat anerkannt und empfohlen. Ueber die Zuverlässigkeit der anderen Restaurationen und der Privathäuser in Kissingen sind wir nicht unterrichtet. Es soll ln folge der dortigen Fleischverhältnisse große Vorsicht geboten sein, und raten wir Ihnen, Herrn Rabbiner Dr. Bamberger in Kiffingen zu befragen, in welchen Restaurationen und Piivathäuse»n dortselbst ohne Bedenken gegeffen werden kann. Neu eingegangenr Sücher. (Besprechung Vorbehalte») R"th, M. A. Obrrraöbiner kn Papa. Der Zionismus vom Standpunkte der jüdischen Orthodoxie beleuchtet. 76 Seiten. Preis 50 Heller. Nogytapolzany 1904. Bericht über die Israelit. Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover 1903. Srmon, A. M. Die Erziehung zur Bodenkultur und zum Handwerk. Eine soziale Frage. Hannover. Brupbacher, Fritz. Die Psychologie deS Dekadenten. 98 S. Zürich-Rüschlikon 1904. H. Thurow und Co. Zander, Carl. In die neue Welt. .252 Seiten. Preis Mk. 4.—. Serliii NW. 52.1904. Verlag Gabelsberger (Fr. Foerster, Leipzig.) Ganga, Raphael. Irdische und himmlische Liebe. 39 S. Pr. Mk. 1.50. Gustav Brauns, Leipzig 1904. Stilgebauer. Edward. Götz Krafft, die Geschichte einer Jugend. I. Mit tausend Masten. 416 Seiten. PteiS Mark 4.—. Berlin. Richard Bong. - -- Wittels, Fritz. Der Taufjude. 40 S. Pr. Mk. —:70. - Leipzig; und Wien 1904. M- Breiten stein. .! Unsere Hoffnung. MönatSschüft »ür die reifere jüdische Jugend. Nr. I I. Jahrgangs Wien 1904.