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Der Israelit · 1904-05-02 · Heft 34 (2.5.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 34 (2.5.1904)
Date
1904-05-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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45. Jahrgang. M 34 Ei» Kcutrak-Hrgan für das orthodoxe IudenLHum. Begründet von I**. in t&ataf. Montag, den 17. Jjar 5664. 2. Mai 1964. Ln Zmisiiiiis Ks PaDtt Anribliilltls. Rrttisch beleuchtet von Raphael Breuer. Unter dem Titel „Der Zionismus vom Standpunkte der jüdischen Orthodoxie" veröffentlicht der Oberrabbiner von Papa (Ungarn), Herr M. A. R o t h, eine Broschüre, deren Lektüre jedem gesetzestreuen Juden zur Befestigung seines antizionistischen Standpunktes aufs dringendste empfohlen werben kann. Auf 73 Seiten versucht es der ehrwürdige Herr Verfasser, über die in der jüdischen Presse des - Oefteren besprochene Frage, welche Stellung die jüdische Orthodoxie dem Zionismus gegenüber einzunehmen habe, da die Acten hierüber keineswegs geschlossen seien, endgiltig ins Reine zu kommen. Indem er sich zunächst darüber klar zu werden versucht, ob der Zionismus etwas Neues bedeute, oder ob derselbe schon etwas früher Dagcwesenes sei und nur einen neuen Namen und „gewisse Formen" angenommen habe, „unter welchen es sich unserem Auge präsentirt", glaubt er zunächst zwischen den „grundlegenden Voraussetzungen", auf welchen sich derselbe aufbaut und dem „eigentlichen Gebäude des Zionismus" unterscheiden zu müssen. Wir werden im Verlaufe unserer Untersuchung des Oefteren Gelegenheit haben, auf die eigenthümlichen Resultate, zu welchen der Verfasser gelangt, mit tiefschmerzlichem Bedauern hinzuweisen und erlauben uns vorläufig über unsere Berechtigung, die Broschüre des Herrn Oberrabbiner Roth in. Papa zum Gegenstand einer polemischen Besprechung zu machen, ein kurzes aufklärendes Wort. Wir sind uns der eigenen Unzulänglichkeit und der dem geistigen Oberhaupte einer großen jüdischen Gemeinde Ungarns zu zollenden Hochachtung sehr wohl bewußt und ist uns der gerade in ungarisch-jüdischen Kreisen gegenüber dem Führer selbst des kleinsten jüdischen Gemeinwesens in wahrhaft mustergiltiger Weise geübte Respekt sehr wohl bekannt, als daß.es uns jemals ohne Weiteres in den Sinn gekommen wäre,, in leichtblütig jugendlicher Vermessenheit dem Herrn Oberrabbiner von Papa den literarischen Fehdehandschuh vor die Füße zu werfen. Jedoch auf Seite 26 seiner Broschüre kommt der Herr Verfasser auf eine im Mainzer „Israelit" erschienene Artikelserie zu reden, in welcher, nachdem der Artikelschreiber den Beweis erbracht, daß der Zionismus der nichtgesetzestreuen Zionisten sich mit dem „Glaubensbekenntnisse" der Gesetzestreuen nicht decke, ja von demselben weit entfernt sei, der Zionismus in Bausch und Vogen verurtheilt werde. Die Prämissen dieser Artikel gibt der Herr Oberrabbiner vollkommen zu, kann aber die daraus gezogenen Consequenzen nicht als richtig anerkennen. Da wir im vorigen Winter in einer Reihe von Artikeln uns mit dem Zionismus prinzipiell auseinandergesi tzt und das vom modernen Zionismus neuaufgestel te Nationaljudenthum nicht nur in Bausch und Bogen verurtbeilt, sondern geradezu als Nonsens, als Wahnjudenthum bezeichnet haben, da ferner seitdem unseres Wissens eine prinzipielle Widerlegung in den Spalten des „Israelit" von keiner Artikelserie mehr versucht und die Broschüre des Papaer Oberrabbiners, von deren Existenz ich keine Ahnung hatte, mir von der Redaktion dieses Blattes eingesendet wurde, so konnte ich bei der Lektüre auf Seite 26 nicht umhin, mich etwas betroffen zu fühlen. Die Broschüre offenbart beim Nachweis der . von ihr behaupteten Möglichkeit, daß Zionismus und Orthodoxie sich ausgezeichnet vertragen könnten, wenn nur ein friedliebender Mann in weiser Erkenntniß dessen, was der großen jüdischen Gesammtheit! nützt und srommt, die partikulären Interessen und reli-

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