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Der Israelit · 1904-04-28 · Heft 33 (28.4.1904) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 33 (28.4.1904)
Date
1904-04-28
Page
– (sequence 23)
Language
German
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727 eines großen Rufes sich erfreuendes Bankgeschäft leitete. um ihrem Manne Zeit zu kaffen, >21x2 pon? tcx zu sein, gestattete es ihm. seine ganze Zeit den öffentlichen Angelegenheiten und dem Wähle der jüdischen Gemeinde zu widmen. Seine Wohlthätigkeit war eine unbegrenzte, und übte er diese sowohl durch Schenkungen, als auch unverzinsliche Darlehen an verschämte Arme und Bedürftige. Seine besondere Unterstützung gewährte er an arme nnn und den nrtrn ''vr.z, von denen einigemal in der Woche an dessen Tische nicht weniger als zehn Bachurim speisten. Es gab keine rrcn von den achtzehn der oncn jft'cs nT2j? rrvn gewidmeten Vereine tu Preßburg, welche nicht von N. Calman Pappenheim in freigebigster Weise unterstützt wurde. Zu den wie am c~m rc‘:n ließ N. Calman Pappenheint große Summen Geldes an Arme, zumeist an meV» durch eine Vertrauensperson vertheilen. Doch den größten Theil seiner np'L verwendete er an arme 'icib rmnunb dd2.n rcxS. In den kritischsten Fällen war R. Calman Pappenheim der bewährte Rathgeber der Gemeinde, sowie auch jedes Einzelnen ihrer Mitglieder, durch seinen durchdringenden Verstand, seine glänzende Rednergabe und seine unermüdliche Arbeitskraft gelang es ihm in der Preßburger Judengemeinde eine nahezu allmächtige Stellung zu erringen. So wie dcffcn Bruder R. Chajim Hirsch Pappenheim, widmete auch er sich mit besonderem Eifer der Verwaltung aller Zweige der Gemeinde, wie allgemeine Verwaltung, Schulwesen. ~rn Tcbr, Armenwesen etc. Alles wurde durch ihn geleitet und „bewacht". Doch sein schönstes Denkmal, welches er sich in Preßburg gesetzt, und das ihm in der jüdischen Gemeinde ein Andenken für alle Zeiten sichert, ist die prachtvolle neue, int Jahre 5024 vollendete, Preßburger „große Synagoge", die unter seiner Präsidentschaft erbaut lvurde, denn R. Calman Pappenheint s. A. war es, der den Bau der Synagoge angeregt, vorher Studienreisen zu diesein Zwecke gemacht. für billige Geldbeschaffung gesorgt, und der den Bau vom ersten Stein bis zum letzten Nagel der inneren Einrichtung geleitet und persönlich überwacht hatte. Er ivar cs auch, der es veranlaßt hatte, daß der berühmte „Maggid" d'n s:rn:rr»7L tr"c '-1 n vj pnjtn rnen z'n nach Preßburg als Magid berufen wurde, toelchcr in dieser schönen Synagoge durch seine geistvollen, von inniger Frömmigkeit und Gottesfurcht durchwehten Dcraschot seine Zuhörer begeisterte und so viel Gutes und Schönes angeregt hatte. Doch nicht nur im engen .Hrcife seiner jüdischen Gemeinde entfaltete R. Calman Pappenheim eine segensreiche Thätigkeit. sondern er bekleidete auch in der Communalverwaltung hervorragende Ehrenäinter, die ihm auch die vollste Anerkennung und größte Hochachtung seiner christlichen Mitbürger brachten. Er war lange Jahre Stadtrepräsentant und Schulrath der Stadt Preßburg und. stand er auch bei der Regierungsbehörde in großem Ansehen. Sein Wort fiel stark in die Waagschale, wenn er als Fürsprecher und Stadlan für seine Glaubensgenoffen bei der Regierung auftrat. Doch den größten Theil seines Lebens widmete er der Erhaltung unseres altüberlieferten Väterglaubens. Als im Jahre 1868 von der ungarischen Regierung die Conferenz einberufen wurde, welche für den einzuberufenden Congreß die Wahlbezirkseintheilung vornehmen sollte, vertheidigte R. Calman Pappenheint jeden Zoll breit den Besitzstand der Orthodoxie in glänzender Weise. Obwohl durch den atn 10. Jjar 5628 (1868) erfolgten Tod seiner ausgezeichneten frommen Gattin, die ihm 30 Jahre als treue Gefährtin mit ihrer Hingebung und hohem Verständniß für sein Wirkenden r>2'vd zur Seite gestanden, seelisch und körperlich deprimirt, bewarb er sich doch mn ein Mandat zum Congreß in Budapest, auf dem er in hervorragender Weise die Interessen der Orthodoxie vertrat. Leider gelangte er nicht zur Einsicht, daß mit den ungarischen c'penv ein Zusammenwirken unmöglich ist. Nach Schluß des Congreffes erkannte er mit den c’pHX unter den Führern der Mittelpartei wie Rabbiner Dr. Israel Hildesheimer. Rabb. Fischmann und R. Calman Pappenheim selbst den großen Fehler, den sie begangen, indem sie geglaubt, daß ße für ihre orthodoxen Bestrebungen die Majorität des Congreffes gewinnen werden, und verblieb nach Abgang der 2'dm: u. ihrer unbedingten Anhänger, um mit der noch 34 Mann starken Mittelpartei um bis zu Ende zu kämpfen. Ein Austritt dieser Männer hätte den für die ungarische Orthodoxie so verhängnißvollen Congreß gesprengt, während die Theilnahme der Mittelpariei an demselben diesen beschlußfähig machte, wodurch es der Majorität der Neologen möglich wurde, die noch darin gebliebenen, weniger frommen, kampfuttsähig zu machen. Das Herzleid über das Fehlschlagen der orthodoxen Bestrebungen und über die zu erwartende Drangfalirung seitens der Neologen gab N. Calman Pavpenheims erschütterter Gesundheit den Gnadenstoß. Bottt Congreß zurückkommend mußte er Carlsbad aussuchen, wo er am 4. Tamus 5620. erst 53 Jahre alt. seine reine Seele aushauchte. Seine sterbliche Hülle wurde nach Preßburg überführt, wo die Nachricht von dein .Hinscheiden des vieljährigen bewährten Parties und Stadlons. dieses allverehrten Führers der Preßburger Gemeinde geradezu konsteruirend ans alle Mitglieder der Gemeinde wirkte. Unter ungeheurer Theilnahme sowohl seitens der jüdischen Gemeinde, mie auch der christlichen hervorragendste^ Mitbürger. unb unter .Lundgebungen der tiefsten Trauer wurde R. Calman Pappenheim auf dem neuen 2"rt n*2 neben seinen Vater. R. Wolf Pappenheim, bestattet. Mit ihm war einer der letzten, berühmten, jüdischen Sladlonim Preßburgs begraben worden. ‘ Zturze Zeit darauf verlegte dessen Bruder R. Cha-

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