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Der Israelit · 1904-04-25 · Heft 32 (25.4.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 32 (25.4.1904)
Date
1904-04-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrgang. rM 32. er Is«M AenLrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum Begründet von »r. Drhmsnn in Mrrtrrz. Montag, den 10. Ajar 5664. 25. April 1964. sür 3mti ML^vk abonntrt man bet allen Postsnstalten für die Monate Oai & Juni auf den „IsraeIH". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter deS Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden LandbriefttLger aufgegeben werden. Die Briefträger sind berechtigt, den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Auf Wunsch Ermäßigung auf den Abonnementspreis. <,Q| Die Expedition des «Israelit." Die wichtigsten Instanzen gegen die Graf-Mellhausen'iche Hypothese. 3 Es gab eine Zeit, in der die Theologie sich vor Allem der Angriffe aus dem philosophischen Lager zu erwehren hatte. Es war das die Zeit der Encyklopädisten und des Deismus, die letzte Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Mit Kant's Kriticismus war diese Periode abgeschlossen. Wohl trat in der Zeit der spekulativen Philosophie ein Rückschlag ein. Die Junghegelianer Strauß und Feuerbach kämpften mit der ganzen Kraft ihres schillernden Geistes und ihrer schriftstellerischen Beredsamkeit gegen den alten Glauben, doch ihr Truggebilde von der ^.neuen Religion", die aus dem künstl.rischen Empfinden heraus sich Götter schaffen wollte, zerflatterte wie ein Traum, und auch die ähnlichen Bestrebungen in unserer Zeit werden. dessen sind wir sicher, unserem Glauben nicht gefährlich werden. Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts begann nun der Siegeszug der historisch-philologischen Wissenschaft, die, zusammen mit der Naturwissenschaft, der Weltanschauung des neunzehnten Jahrhunderts die Grundlage darbot. Diese beiden Zweige der Wissenschaft stellen sich in ihren Grundprinzipien und in ihren Ergebnissen dem Glauben feindlich gegenüber, und jede Theologie, auch die jüdische, hat zu den Angriffen Stellung zu nehmen. Von den beiden Gegnern ist die Naturwissenschaft die minder gefährliche. Das Grenzgebiet, auf dem sie mit der Theologie in feindliche Berührung kommt, ist das der Hypothese: Göthe- Lamarck'sche Theorie, Darwinismus, Atomismus und dal. Theorien, die in die Metaphysik übergreifen und bei einer richtigen Abgrenzung zwischen Glauben und Wissen den positiven Glauben nicht zu erschüttern vermögen. Anders sieht es mit der historisch-philologischen Wissenschaft. In der Form der Vibelkritik hat sie die Bücher der heiligen Schrift, die Quellen und Grundlagen unserer Religion, zum Gegenstand ihrer Forschung gemacht. In jedem einzelnen Punkte ihrer Ausführungen sucht sie die überlieferte Anschauung zu widerlegen. Bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts handelte es sich jedoch nur um Theorien, die vom Standpunkte des traditionell-gesetzestreuen Judenthums freilich auch schwerwiegende waren, aber die Grundlagen unseres Glaubens nicht in Frage stellten. Man änderte den massoretischen Text, bestritt die Autorschaft von Büchern wie die Tradition sie annahm, unterschied im Pentateuch eine Reihe von Quellen u. a. Wohl wurde von Vielen die Göttlichkeit der Prophetie geleugnet, die Thatsächlichkeit der Offenbarung bestritten, aber das Alles war nicht in ein festes Svsiem gebracht. Mit der Gr-af-Wellhausen'- schen Hypothese aber war für die Vibelkritik nach dem eigenen Ausspruch eines ihrer Vertreter „der archimedische Punkt" gegeben, von dem aus sie die alte

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