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Der Israelit · 1904-04-21 · Heft 31 (21.4.1904) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 31 (21.4.1904)
Date
1904-04-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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sie ihm nach, denn seine Erregung war ihr nicht entgangen, als sie seinen Ring hatte an sich nehmen wollen. Was sür eine Bewandtniß hatte es mit jenem Ring? war er in Wirklichkeit festgewachsen an seinen Finger? das war allerdings denkbar, wenn er ihn Jahre lang nicht vom Finger genommen und seine Hand inzwischen stärker geworden war. Aber er hatte die Hand zusammengeballt, als wolle er den Ring nicht von sich lassen, zzm. kemeü.Preis. Sie mußte die Sache ergründend f w ’H Inzwischen durcheilte er hastigen Schrittes die Straßen, die zu der Wohnung des nächsten Schwerkranken führten, den er noch am Abend besuchen zu müssen glaubte. Mit all seiner Willenskraft war er bestrebt. die Erregung zu bannen, die ihn während der verflossenen Stunden wiederholt nahezu überwältigt hatte.. Welch' ein Umschwung hatte sich in dieser kurzen Zeit'm seinen Verhältnissen vollzogen! Er war verlobt, - war Bräutigam der vielumworbenen, schönen, geistvollen, steinreichen Gräfin Steinfels, die ihre Millionen rückhaltlos zu seiner Verfügung gestellt! — was konnte er da nicht Alles wirken! — Und in den nächsten Tilgen sollte ihm eine Professur angetragen werden! Ihn schwindelte, wenn er sich all das vergegeüwärtigte.^ Diar's nicht doch am Ende nur ein Märchen, nur ein Traum? — Unwillkürlich hob er die Hand und blickte auf den prachtvollen Stein Md dann auf den winzigen, unscheinbaren Reifen, den sie für denselben hatte an sich nehmen wollen. Es war demnach doch Wirklichkeit, war kein Traum.‘ „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt —* Hastig wandte er^ sich üm, wer hatte da gesprochen? — Er fuhr sich mit der Hand über die Stirn, auf der jetzt kalte Schweißtropfen perlten und wie ein Aechzen entrang es sich seiner Brust. Er wüßte es ja, kein Mensch hatte sie gesprochen, aber in seinem Innern tönten diese Worte wieder und immer wieder. „Himmelhoch jauchzend, zu. Tode betrübt.—* „Zu Tode betrübt! —" ff”":.!, er in sich hinein, „zu Tode betrübt! —* - War's ihm denn nicht gewesen, als fasse eine eisige Hand sein wildpochendes Herz, als sie mit ihren kühlen, schlanken Fingern den Ring hatte an sich nehme» wollen, den seine Mutter an seinem dreizehnten Geburtstage an seinen Finger gelegt? — Röch glaubte er sie vor sich zu sehen, seine zarte schöne Mutter und die ehrwürdige Gestalt seines Vaters. — Wie waren sie an jenem Tage so glücklich gewesen — Freudenthränen hatten sie vergossen in der zuversichtlichen Hoffnung, daß ihr Sohn zu einer „Leuchte in Israel" heranreifen werde. „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt!" (Fortsetzung folgt.) <<g< Letropawlowsk. Es geht ein Schrei durch's russische Reich, Ein Traum „unten", und „oben", ^Den Zar und den. letzten Bauern ergreift'S, In den Kirchen beten die Popen. Vergangen ist der ganze Stolz, Schlecht ist einem jeden zu Muthe, - Bankrott ist die Regierungskunst Des Wutki und der Knute. Der Petropawlosk, Rußlands Stolz, Mit Makarow, dem Großen, *1 Ging unter, an Tausend schlafen jetzt Tief unten bei den Mimosen. So ist der Ruhm des russischen Reichs Im Strudel der Wasser zerronnen. Seit der blutigen Schlacht bei Kischinew * Haben sie keine mehr gewonnen. I. W. in der „Sonne". Der „Israelit" erscheint T7ücEiea£5äcIi aweinßl, 'Conir. ~3 tmd ©onnerctoco, jedesmal tu mindestens zwei Bogen. Breis pro Vierteljahr bei der Dost 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirk.ganrjährlich,. halbjährlich oder vierteljuhrlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an.— Dev Buchhandel vev7whrk durch Ö. 5?. Ol etnarkrv, Leipzig, Nos) platz )ß. — Inserate25 Pfennig die viergespaltrue Ronpareillezeilr od^ deren Raum. Breis der Zeile im Reclametheil 7o Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Awrck oder 16 Kronen österr., für'S Ausland 16 Mark, an die 7 , - Expedition franco einsendcn.' Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellcfuchcnde und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende »Kleine AuSgab» tcG i'Cücxlit* vier Woch:n lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, kann man sich für 25 Pfennige daS B'rrtrliahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbeunter Nr.L7)L2 abonnirea Llnf Oeusch stuuLsrr wir die Zahln 71 drS LrrsrsLiouSbeLragS ns nutzer Stelle Gesiudltchr btS «ach - ' ^Lslauauuü ekuer-solche«. Leipzig. .... Deutschland: Mainz: Deriin. MemÄ. l: Wahrheit und Dichtung. <vortsetzung>» --.7 - ... m ------ ~ .... ---- - —i Correspondenzsn: Deutschland: Berlin. Frankiurt a. LriLmgLbcrg. Amerika-. Newnark.—LermtslyteS- - f£jc:r^;:a: Die künftige Ausbildung dc3 iüd. Lehrers auf dem Gebiete deS Religionsunterrichts. C V- : „Sprildie ber Sutfc“.' . - - - LcranlD örtliche CJtSaülcn: VSear Lehmann bi ZZütü* — Eioedktion des CchoL2ra2:Mr. 2. LDünr. Druü und Verlag der 3 oh. Otrtd^chr» volduchdruckerei Actien^eieLschaft in LÄda. ' Qlezv* drei VEssm.

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