Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 27-28 (11.4.1904)
- Date
- 1904-04-11
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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für bae^SW äs? ,*>/ kr ■ ydsHLJf. A y sUfS , ^rj-ewviq ais^n 11. April 1S04.j lNr. 1t ♦DM »im »Htd aiuiiö A A aom uno oev Erzählt von 8. ^ax.*> M§ UV. Mitte September 1898 verließ ein kleiner Trupp unter der Führung eines Korporals der französischen Fremdenlegion, zwei.Trainsoldaten, vier Maulesel, vier chasseur d'Asrique, ein schwer beladener Wagen, die Stadt Mascara, einen in der Provinz Dran gelegenen Hauptort, der 50,000 Einwohner zählt. Ein Drittel der Einwohner sind Europäer, fleißige Kolonisten, die aus unkultivirtem Boden große, reiche Weinfelder geschaffen haben, während zwei Drittel der Einwohner Mohamedaner sind, die Klein- und Aiehhandel treiben. Der Brigadegeneral hat neben dem Präfekten dort seinen Sitz und dient die am Berge angelehnte Stadt, von rieselnden Bächen durchrauscht, einem Bataillon Turkos und einer Schwadron chaffeur d'Asrique als Garnison, der durch den halb europäischen, halb orientalischen Eharakter des Militärlebens ein eigenartiger Reiz verliehen wird. Hie und da begegnet man Palmenbäumen, die vornehmlich große Platze verschönen und gepaart mit reich bezweigten Akazien den heißen Sonnenstrahlen Abwehr bieten. Mascara lag noch im tiefen Schlummer, als der kleine, wohlbewaffnete Trupp zu dem alten, dunklen Thore der Festungsmauer hinaus fuhr. Das Klirren der Waffen vereinigte sich mit dem .Hufgeklapper der Zug- und Reitthiere, deren Gangart durch die Verpackung eine langsame, schwere geworden. Heiseres Gebell einiger furchtsamer, arabischer Wachhunde *) Die nachfolgende Begebenheit ist ein thatsächlicheo Erlebnitz eines Juden, der lange Zeit jn der ifremdenleglon diente. schallte weit hinaus in die Stille der lauen Nacht, die nur durch das anspornende Peitschengeknall und laute Zurufen der Trainsoldaten unterbrochen ward. Am reich besternten Himmel leuchtete hell der Vollmond und warf sein blasses, geisterhaftes Licht über die kulturreiche Umgegend, die selbst Nachtruhe zu halten schien.-Ruhe, Friede rings herum! — Bald vernahm man das Blöcken von Schafherden, das eigenthümliche Geschrei, von Arabern ausgestoßen, monotones inhaltloses Summen von Melodien, das vpn Eingeborenen herrühren mußte, uns anzeigend, daß die Wüstensöhne nach Mascara zu Markte zogen und gleich uns zum Marschiren die kühle Nacht der brennenden Tageshitze vorzogen. Bald huschten wie Schatten im gestreckten Galopp, im Sattel stehend, die berittenen, waffengeübten Araber an uns vorüber, uns arabische Laute zurufcnd, und obgleich erst die dritte Morgenstunde anbrach, herrschte reges Wanderleben auf der unebenen Landstraße, die bald zu eng schien, um den Karawanen, deren Ziel ebenfalls Mascara war, den Heerden, den sonstigen Handelsleuten, die sich zugrsellt. Platz bieten zu können. Doch dem Militärtransport wich alles aus. Das Gefühl der Sicherheit, der Autorität, ja selbst der Souveränität erfüllte uns, wenn wir — die eigentlichen Fremdlinge, aber Eroberer — den scheuen, furchtbaren Blicken, die oft ebensoviel Feigheit!vie Hinterlist offenbarten, begegneten. Unwillkürlich drückten wir das kalte Eisen an uns und sie schienen Leben zu athmen, diese Waffen, die nur warteten, ihrer