Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 27-28 (11.4.1904)
- Date
- 1904-04-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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45. Jahrgang. perlen aus Bibel und Talmud. Aphoristisch aneinander gereiht. Von Rabbiner I. Nobtl —H alberstad 1. v. •ot; 12 *Ttr '21 rn (t noo 712 i;Dxri h* bnD n*2pm «vn Tin ijf 'f? iD»' ex crpb »u •'sanra Tin iD «brr ti p«i Ti2 inoxri b« -cs;» 12 pnxn b« «b« ppb« P«1 (71 *»«12) 11V22 ti ei« 2b ID '2 in»;» an« ic«’ «d» («*; V'bnn) nnx 1»; ppb« ID«;» n'2pn 0’v2i pjnn i’po p» '«;» 12 pi’TD W2;2x ,'2 ytd ’d .(12-0 v’pbi ns «ran) .(*2 ppsn) n;D' pro Trauet nicht dem Nächsten. (Mich. 7.) Hieran anknüpfend erklärte R. Juda, Sohn Nehemias, der Redneraffistent des Reschlakisch: Wenn dich der böse Trieb beredet: „sündige nur, und der Allheilige, gelobt sei Er, verzeiht es dir," so schenke ihm keinen Glauben; heißt es doch: „trauet dem Nächsten nicht." Mit dem Nächsten — ti ist aber kein anderer gemeint, als der böse Trieb, wie es heißt (I. 8): denn der Trieb des Herzens im Menschen ist böse — ti von seiner Jugend an. Andererseits ist mit dem belehrenden Freund — cp S x kein anderer gemeint, als der Allhcilige, gelobt sei Er, wie es heißt (Ps. 51) der belehrende Freund meiner Jugend bist du! Nun könnte der Mensch denken: wer kann denn gegen mich zeugen? O, die Steine seines Hauses zeugen gegen ihn! Heißt es ja (Chab. 2) „der Stein aus der Mauer schreit und der Sparren aus dem Holze gibt Antwort." (Chag. 16 und Jalkut Micha.) Erklärung. „Trauet den Nächsten nicht" und nicht dem Führer und nicht der Gattin, denn der Sohn schmäht den Vater .... des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen." Damit zeichnet der Prophet Micha die Korruption seiner Zeit, da „entschwunden ist der Fromme von der Erde, und der Biedere fehlt unter den Menschen." Solche Sittenverderbtheit und Rechtsverdrehung kann nur Platz greifen auf einem Boden, dem die Grundveste — der Grundsatz fehlt. Die Empfindlichkeit des Gewissens allein verbürgt noch nicht das richtige Empfinden von Recht und Unrecht, und die natürliche Scheu vor der Unstttlichkeit ist eine nur schwache Gewährleistung für ein wahrhaft sittliches Leben. Diese Empfindlichkeit und diese Scheu, sie werden abgestumpft durch all die Reize und Lockungen, an denen das Leben reich und deren geschickte Wortführer der, böse Trieb im Menschen ist. Von früher Jugend an wohnt dieser Trieb in der Menschenbrust und gewöhnt das lüsterne Erdenkind an sündhafte- Genießen und an den Gedanken der Straflosigkeit für solches Genießen. Der böse Trieb ist schon des Kindes Spielgenoffe und treibt mit den heiligsten Dingen sein Spiel. Den ganzen tiefen Ernst, der im erwachenden Bewußtsein der Pflicht und der göttlichen Vergeltung liegt, weiß der lose Jugendgespiele hinwegzulächeln. «Sündige nur, Gott verzeiht's ja — damit ist der Jugendlust ein Freibrief ausgestellt, den sich das spätere reifere Alter nicht nehmen lassen will. Traue dem Freunde nicht, der ein Freund und Genosse deiner Begierden ist. Er nennt sich 71' und ist ti Dein wahrer Freund ist Gott, ist das Gesetz Gottes, das dir deine Lebensfreude nicht verkümmern, aber veredeln, will. Dieser Freund überragt dich mit seiner Hoheit, erzieht dich mit seiner Lehre und bedroht dich mit seiner Strafe; er ist dir sj^x in der vollen, vielseitigen Bedeutung des Wortes. An diesen p>idx halte dich. Diese Gottesfreundschaft umgibt dich mit den Wachen des' Rechts und stellt dir im Steine deiner Mauer wie im Sparren deines Balkens die Zeugen gegenüber, die dich anklagen, wenn du die eigene Hausesweihe verletzest oder gar dich vermessest, in die geheiligte Gemarkung des Rechts, des Friedens und der Ehre deines Nebenmenschen frevelnd hinüberzugreifen. Der ^x ist dir ein Freund, der nicht des Lebens heiligen Ernst dir als Spiel erscheinen läßt, indem er dein Gewissen mit dem Gedanken der Straflosigkeit einschläfert. Der weckt dein Gewissen, lenkt deinen Willen und adelt deine Thatkraft. damit sie Großes, Herrliches schaffe und du ein wahrer, würdiger Mensch seiest. Vl. nj>»2 ('2 »n») n2nx bv Äm p\i N'2 b« ';«'2.1 ';» d'dx^d d»;n22i 2*2 iDT 111' 'S’D in *?y ,Y2pn nd;;» D”i»7 obo wn i«;» ’ßbx DV1121 c'p^x 221 <n*o O’dnri) MW) 1;« *]2 '«id« no» D’d;il» pixnä ftron yh;i o’*»i 12 n;n;» ';’o nt p\i jn dx ';x'2.i iox; -pS jniDD v'd;i pn J1’2 m (TD ’V»0) Y12D0 p’2 *J1»1 p’2 nb»o;» niw '*?t d'Tio «in cxidx) ’did’x nox .12.1« bl id;ii »;>d ,it Lil» iox ( 2 D’b.nn) in ^nri»'2 n;;i; 101« »n (21 non« D2'wbx»D «boo ';«» D2"N d’^;i rmfb enixr»; no .1*2,11 iox) ^«i»’^ omx n*2pn ynm toi -pn^xra bz 71 xbo’ .<12102 YD) nxw» 102 o^n ein« n»r .i»od Er brachte mich in's Weinhaus, und sein Panier über mir — Liebe. (Hohe! 2.) Als der Allheilige, gelobt sei Er, sich auf dem Berge Sinai offenbarte, da stiegen mit Ihm zweiundzwanzigmal tausend Engel herab, wie es heißt (Ps. 68): „Wagen Gottes, Myriaden, Tausende der Verdoppelung, der Herr unter ihnen, Sinai im Heiligthum," und sie alle bildeten um Fah