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Der Israelit · 1904-04-11 · Heft 27-28 (11.4.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 27-28 (11.4.1904)
Date
1904-04-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrgang. 7 & 28. Eia KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthrrm Begründet von vr. lkeh«r»nn in OaUffr Mokiag, de« 26. Nisan 5664. 11. April 1V04. ZW TshkzntstW k. MM Mainz, 10. April. Vor unseren Augen haben die Thoravorlesungen der. letzten Wochen das Heiligthum plastisch erstehen lasten. Mit kunstgeübter Hand hatten Bezalel und Oholiab und alle die Kunstverständigen und Weisen in Israel gefertigt und hergestellt alle die herrlichen Gegenstände, dem Dienste des Höchsten geweihet; in edlem Wetteifer hatten Männer und Frauen, Alte und Junge sich bemüht, zu arbeiten, zu spenden mitzuhelfen, auf daß in Wirklichkeit das Stiftszelt zu einem Nationalheiligthum werde. Nun war alle Arbeit vollendet, alles geschehen, genau wie der Herr es befohlen und gezeigt und Moscheh stellte das Heiligthum auf. das nun geweihet und geheiligt werden sollte, auf daß es fürderhin weihe und heilige. Und der Ewige verkündete Lehre und Gesetz des Opferdienstes, Aharon und seine vier Söhne mit diesem heiligen Priesteramte betrauend. „Und es gingen Moscheh und Aharon in das Stiftszelt, und da sie wieder heraustraten und das Volk segneten. da erschien des Ewigen Herrlichkeit dem ganzen Volke, und es ging Feuer aus von dem Ewigen und verzehrte auf dem Altäre das Emporopfer und die Fettstücke. da das Volt solches sah, jauchzten sie und fielen nieder auf ihr Angesicht." (3. B. M. 9, 23.) Aber Mitten in diesen allgemeinen Jubel des freudigen Volksfestes fällt der düstere Schatten eines traurigen Ereignisses: Die. Sohne. Aharons, Nadab und Awihu mußten plötzlich ihr junges Leben lassen. Auch uns überkömmt alljährlich nach Schluß des freudvollen Pesachfestes tiefe Wehmuth, denn noch nicht vernarbt sind die Wunden, die uns das Pesachfest 6660 geschlagen, da unser geliebter Vater auf das Sterbelager geworfen wurde, von dem er am 24. Nissan zur ewigen Ruhe hinweggchoben wurde. Man ist hie und da mit der Frage an uns herangetreten, mit welcher Berechtigung wir alljährlich einen weiteren Kreis an unserem Jahrzeitstage Theil nehmen lasten, man verkenne gewiß die Verdienste Dr. Lehmann's um das gesetzestreue Judenthum nicht, aber es gäbe so viele bedeutende Männer, die im Laufe der Zeiten dahingegangen, denen man nicht alljährlich ein . Erinnerungsblatt weihe. Wir haben auf diese Fragen stets geantwortet, daß wir viel weniger der Bedeutung Dr. Lehmanns halber das Gedenken an ihn mit jeder Wiederkehr seines Sterbetages auffrischen, gls vielmehr wegen der erzieherischen Wirkung die in dem Vergegenwärtigen seiner segensreichen Thätigteit liegt. Wie kein anderer unserer in dem jüngsten Jahrzehnte Heimgegangenen Großen ragt das Wirken Dr. Lehmann's in unsere Zeit hinein, ja wie nothwendig wäre noch heute sein Auftreten! Wenn wir sehen, wie heute wieder, wie vor vierzig Jahren, die Orgel zum Schlachtruf in den jüdischen Gemeinden wird, wie der Abfall von Thora und Mizwoth stets weiter um sich greift, dann wünschten wir einen Dr. Lehmann herbei, der mit herligem Ernst oder mit beißender Satire die Irrenden wieder auf den rechten Weg leitet. Und diese Erwägungen geben uns die Berechtigung, in jedem neuen Jahre seiner in Liebe in diesen seinen Blättern zu gedenken. Vn*

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