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Der Israelit · 1904-03-29 · Heft 25-26 (29.3.1904) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 25-26 (29.3.1904)
Date
1904-03-29
Page
– (sequence 31)
Language
German
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58? Durch's einsam- Dorschen, halb traumend, halb wach. Ein Wanderer lenket die Schritte gemach. Bedächtig hält oft er inne; Die Straßen, die Hauser prüft musternd sein Blick. Bald schaut er zum Himmel, zur Erde zurück. Als führte er Großes im Sinne. .Sag' an. du rastlos gestaltende Zeit, Die warst du so schnell zu vernichten bereit Die Bilder vergangener Tage! — Die trauliche Hütte, den Steg und den Baum, Um die ich gewoben den Jugendtraum!?"- Gib Antwort auf meine Klage! Gar manches hat er schon aus Erden geschaut, Kuhn hoffend auf eigene Kraft stets gebaut. Vom eitelen Scheine betrogen. Den Glauben verloren im weitfernen Land, Die Eltern verlassen, die Liebe verkannt. So kommt er zur Heimath gezogen. Er stehet am Ziele, er hat es erkannt. Die Statte, an der man ihn Kind hat genannt. Wohin ihn die Sehnucht getragen. Er schauet das Häuschen, das Herz ist ihm wund. Es zucken die Lippen ihm um den Mund. Soll er den schweren Gang wagen? Nur wankend trägt ihn sein Fuß empor. Und spähend führet er Auge und Ohr Nach des Lichstes verstohlenem Scheine: Sie sitzen beisammen zu heiligem Thun, Auf festlich beleuchteter Tafel ruh'n Die alten Symbole beim Weine. Der Vater erzählet von Leiden und Nacht. An die uns geschmiedet tyrannische Macht, Um Juda's Stamm zu vernichten. Doch wunderreich waltet die göttlich- Hand Für Israel im Pharaonenland, Die frevelnde Willkür zu richten. And wo uns auch immer die Feinde bedroht Mit Hinterlist, Schrecken, Verderben und Tod, Hat Gott uns die Kämpfe gefiihret. Nie sanken sie hin, die zum Volk er erwählt. Wie trostreich das Wort der Hagada erzählt. Der Ruhm nur dem Herrn gebühret. Die Mutter. Geschwister, sie lauschen verklärt. Was sinnig und weise der Vater sie lehrt Vom göttlichen Wuuderwalten. Schier endlos sich Frage an Frage da reiht. Mit doppeltem Flügel enteilet die Zeit Dem jungen GeschlechAwie dem alten. Jetzt zeiget der Vater den gol'nen Pokal, Elijahu gewidmet beim festlichen Mahl, Er hebt ihn mit beiden Händen. - O, höret der Weisen bedeutsames Wort, Warum diesen Kelch wir an jeglichem Ort Voll Weines dem Gottesmann spenden. .Wo Eltern und Kinder im Glauben vereint, Da gerne der Geist des Propheten erscheint, Dem Feste die W e i h e zu ge^n. Er ist unser G a st, der auf Karmel f ü r G o t t Den Kampf ausgenommen mit Lüge und Spott, Er bleibe uns Vorbild im Leben/. Und wenn es Verführern zuweilen auch glückt. Den Sinn zu bethören, dem Glauben entrückt, Elijahu heilet die Wunde. „Die Kinder entfremden den Ahnen sich nie! Im Geist des Propheten vereinigen sie Die Herzen zum friedlichen Bunde/ Da pocht es am Fenster, o, öffnet das HauS, O schließet vom Kreise der Lieben nicht aus. Den Liebe zur Heimath getragen. Vergesset, vergebet in heutiger Nacht, Wo kindliche Liebe von neuem erwacht, Das Leid von vergangenen Tagen. Sie öffnen die Pforten geschwinde, geschwind, Umarmen und küssen das eigene Kind, Und preisen das göttliche Walten. Es fließen die Thränen, von Liebe geweint. ..Am Sederabend Elijahu vereint Die Herzen der Jungen und Alten/ -SB* Lederräthsel. Wenn Aller Augen am fremden Tafelschmuck sich weiden, Zeug ich von einstiger Knechtschaft schweren Leide», Jedoch erhebst du mil dem Wechsel eines Zeichens nur Zur Freiheit mich, verwischend jede trübe Spur. Unter den Einsendern der richtigen Lösungen wird geloost und erhalt der Gewinner „ein Werk auS unserem Verlage* gratis und franco zugesandt.

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