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Der Israelit · 1904-03-29 · Heft 25-26 (29.3.1904) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 25-26 (29.3.1904)
Date
1904-03-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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45. Jahrgang. Ut Ekilmellllig all DH2D nKT als Gmdlagr der gesummten Thora. (Line Betrachtung zum pesachfeste). Unter den vielen schwierigen Stellen der „mn" nimmt unstreitig diejenige, die von dem frevelhaften Sohne (wi p) handelt, den ersten Platz ein. Dieser geistreich und aufgeklärt scheinen wollende, in Wirklichkeit aber nur freche Sohn, wirft die höhnische Frage auf: Vos? rurrn rrnspn no „Wozu Euch diese Arbeit, diese ganze Last?" Er will vom „ins" und allen seinen erhabenen Zeremonien nichts wissen, sie kommen ihm als kleinliche, belästigende Beschäftigung vor, und er bestrebt sich, wie es einem wahrhaften „pen" geziemt, seine irreligiöse Anschauung auch Andern aufzudrängen. Er glaubt dies am besten dadurch erreichen zu können, daß er einen höhnischen Ton anschlägt. Durch dieses sein Benehmen verräth er, daß er an D’Uffi rirrv und an all' die sich daran knüpfenden imfei O'W nicht glaubt, und daher das Prädikat „Pen", das ihm der mn bvz verleiht, voll und ganz verdient. Der Umstand jedoch, daß er in der mn auch „1,3*3 iv-s" zum Leugner der fundamentalsten Lehren des Judenthums gestempelt wird, bedarf der näheren Aufklärung; denn in den 13 Glaubens-Artikeln, die wir alltäglich im Morgen-Gebete rezitiren, begegnen wir dem Glauben an d^xc nrrv nicht. Folgende Zeilen sollen sich mit der Aufklärung dieses dunklen Punktes"— welchen bereits die größten Kommentatoren zum Gegenstand der Erörterung gemacht haben — beschäftigen. Wiederholt wird uns in der npnp.1 rrrr eingeschärft, des Auszugs aus Egypten eingedenk zu sein, und heißt es ausdrücklich: „daß du des Tages deines Auszuges aus dem Egypterlande all dein Leben lang gedenkest." D' bz o’-tfo pso "jnxx cv r.» ran pob) <"pn, welchem Gebote wir auch durch das täglich zweimalige Pre--Lesen Nachkommen. Nun muß sich doch jedem denkenden Juden die Frage aufdrängen. Warum bildet das 2: von B'ixo rs’r eine so vorzügliche Ausnahme, indem wir es, im Gegentheil zu den andern. in der Geschichte Israels sich zugetragenen Wundern, die wir nur je einmal des Jahres — zur Zeit ihres Geschehens — feiern, das ganze Jahr, ja das ganze Leben hindurch, im Angedenken behalten muffen? Wenn wir unter v'i« nuv unsere Physische Befreiung von der egyptischen Sklaverei verstehen wurden, dann würde die Beantwortung der erwähnten Frage wirklich schwer fallen, dann könnte mit Recht der Einwand erhoben werden, daß zum Beispiel das „v'nv dj", welches wir so kurz und oberflächlich feiern, zumindest eine so große Tragweite besitzt; denn immerhin bedeutet die Errettung vom Tode wenigstens so viel, als die Befreiung von Sklaverei und Unterdrückung. Dem ist aber nicht so. orwa nn'X' und die bei dieser Gelegenheit entfaltete nto-un t», die große, wunderbare Hand Gottes, waren seit Erschaffung der Welt die ersten offenkundigen Zeichen einer hoch über der Natur stehenden, schaltenden und waltenden Gottheit. L^xs flK’jp belehrte die Welt im Allgemeinen und das jüdische Volk insbesondere, daß eine n'siv nrw.i eine göttliche Fürsorge existirt, die Jeden nach dem Maße seiner Thaten belohnt und bestraft, was die Welt, und speziell v'ixo. bis dahin hartnäckig geleugnet hat. Und nur darum, weil Israel bei den sw von enxo rin'X' die eklatantesten Beweise von der Existenz der göttlichen Vorsehung gewonnen hat, war es. wie kein zweites Volk auf Erden mehr, zu n?2p .vrm fähig: denn der Glaube an jvbid rmapr» ist die Grundlage, die Basis der gesammten min und darum war auch das erste Wort, das der Ewige an Israel richtete, dem die zehn Gebote und die übrigen der rr-n folgten: „Ich bin der Ewige, Dein Gott, der dich aus dem Lande Mizrajim hinausführte." Damit sollte Israel an jene wunderbaren Ereignisse erinnert werden, die geeignet sind, in ihm den Glauben an "r.'L-v zu befestigen, und wir die Thora, unser höchstes und theuerstes Gut, dem Auszuge aus Äiizraim zu verdanken haben, und auch weiter für alle Ewigkeit nur insolange voll und ganz befähigt sind, dieselben D-po zu sein, als wir an dem damals in unser Fleisch und Blut übergangenen Glauben an rrrxn mrc fest halten. Darum bilden diese Ereignisse den Gegenstand unserer täglichen Beschäftigung und Betrachtung und dürfen und wollen wir derselben nicht einen Augenblick unseres Lebens vergessen. Der ptn (3 aber, der selbst am Pesach-Abend, an der eigentlichen Jahreswende der wunderbaren Errettung aus Mizraim, derselben nicht eingedenk sein will, vielmehr sich bestrebt. Alles, was daran erinnert, ironisch zu belächeln, zeigt uns, daß er auch von der hochheiligen Lehre, der ri'Sio nrcen nichts wissen will. Indem aber der Glaube an die Vorsehung Gottes die Basis der ganzen Thora ist, wird der sündhafte Sohn in der man mit Recht zum 1,3*3 m gestempelt.

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