Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 25-26 (29.3.1904)
- Date
- 1904-03-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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563 unseres Vereines in der jüngsten Zeit ernsten Gefahren ausgesetzt. Die ungeheuren Summen, die der Neubau unserer Synagoge erforderte, konnten nur mühsam aufgebracht werden, und es war zu befürchten, daß unsere Schule unter dieser Krists auch weiterhin schwer zu leiden haben würde. Da gelang es Herrn Dr. Earlebach durch persönliche Opfer die pekuniären Verhältnisse der Gemeinde zu ordnen und eine Konsolidirung des Vereins herbeizukührer., woraufhin der Vorstand der Talmud-Thora mit ihm einen Kontrakt auf zehn Jahre abschloß. Während dieser Zeit kann unser verehrter Herr Direktor Dr. Earlebach seine segensreiche Thätigkeit der Schule und der hiesigen Gemeinde in schönster Weise widmen. Wir wünschen ihm ein: Crescat vivat Floreat. Küstrin, 27. März. (Schächtverbot in Sicht!) In der Stadtverordnetensitzung batte der Magistrat einen Antrag gestellt, das Schächten im hie^ sigen städtischen Schlachthose gänzlich zu verbieten. Der Referent der Versammlung sprach sick im Allgemeinen für den Antrag aus, wünschte aber das Schächten zu gestatten, wenn die Thiere vorher betäubt würden. womit sich der Magistrat einverstanden'erklärte. Stadtv. Müller — Mitglied des Synagogenvorstandes — bat um Ablehnung des Antrages unter Hinweis darauf, daß ein solches Verbot nur im Königreich Sachsen und in der Mark Brandenburg nur in der Stadt Angermünde bestehe. In Prenzlau war ein solches gleichfalls angeregt, doch seien die dortigen städtischen Behörden so tolerant gewesen, es abzulehnen. Die dortige jüdische Gemeinde habe nunmehr beim Schachten besondere Apparate und Matratzen anaeschafft, wozu auch, die hiesige Gemeinde bereit sei. Andernfalls würden die orthodoxen Juden gezwungen werden, ihr Fleisch von auswärts zu beziehen oder wohl gar von hier fortzuziehen. Die Versammlung stimmte aber den Anträgen des Magistrats und des Referenten zu! Wilhelmshaven. Der „D. Jsr. Ztg." wird von hier geschrieben: Weitere jüdische Kreise mag wohl die Thatsache interessiren, daß seit einigen Wochen die jüdischen Mannschaften hiesiger Garnison regelmäßig jeden Sabbat zum Gottesdienst kommandirt und auch während des ganzen Tages vom Dienste dispensirt sind. Auf eine diesbezügliche Eingabe des Predigers Herrn S. Meyer, hier, wurde demselben folgender Kommandanturbefehl Seitens des Kaiser!. Kommandos zugesandt. Kommandanturbefehl Nr. 21. Dienstag, den 26. Jan. 1904. Parole für Donnerstag: Paris. Offizier vom Ortsdienst: Lt. z. S. Jürst. Israelitischer Gottesdienst: Anläßlich des Geburtstags Sr. Majest. des Kaisers findet in der Synagoge hier — Börfenstr. 3 — am Mittwoch, den 27. d. Mts.. Vormittags 9!1> Uhr. jüdischer Festgottesdienst statt. Ferner findet an jedem Samstag, Vormittags SV- Uhr, jüdischer Gottesdienst statt. Den Mannschaften jüdischen Glaubens ist Gelegenheit zur regelmäßigen Theilnahme des Gottesdienstes zu geben. Beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Festungskommandanten. In Vertretung: gez. Scheder, Kontre-Admiral. Fürth, 27. März. In Schweinfurt starb der frühere Direktor der hiesigen israel. Realschule Herr Dr. Samuel D e s s a u e r. Die Beerdigung fand in Fürth statt. Die innige Liebe und Verehrung, mit der weite Kreise der Fürther Gemeinde an ihm hingen, zeigte sich an dem großen Gefolge, das die irdische Hülle vom Bahnhofe zur Leichenhalle des Friedhofes geleitete. Gleich hinter den Leidtragenden folgten, von dem Lehrerkollegium geführt, die Schüler der Realklassen der israel. Realschule, von denen manche noch in ihren ersten Schuljahren den Verblichenen als Oberhaupt der Schule gekannt hatten. Dieses einzige schwache Zeichen von Theilnahme war der Schule verstattet, für die der Heimgegangene so viel gethan. Auf dem Friedhofe durfte Rabbiner Dr. Neuburger nur die letztwillige Bestimmung bekannt geben, durch die jede Trauerrede an der Bahre des Toten verboten war, und nur ein kurzes Gebet sprechen. Auch jede Todesanzeige hat Dr. Dessauer lehtwillig verboten. Sein Andenken wird, stets gesegnet sein! « vermischtes. Berlin im März. Die Genossenschaft der ordentlichen Mitgli der der kgl. Akademie der Künste hat am 15. Januar den MaUrJosef Israels imHmr. zum ordentlichen MitgUede der Akademie der Künste gewählt. Der Kultusminister hat diese Wahl j tzt bestätigt. Briefkasten der Redaetion. E L. in B : Sind gern bereit, Ihrem Wunsche. zu entsprechen. Gewünschte Berichtigung hat bereits g.standen. G. in G.: Da» sind Gesetze, die in jedem Staate und - in jeder Kommune anders lauten- Sie ntüsien sich deßhalb mit einem dortigen Anwalt ins Benehmen setzen, da wir / Ihnen hierüber keine Auskunft geben können. Sonst immer gern zu Ticnstcn. Freundlichen Gruß. Briefkasten der Expedition. Talmudist tu Frauenkirchen: Kr. 2.— dankend empfangen Der Aufgeber der Annonce 8. 1574 wird um Ang .be seiner genauen Adresse ersucht, da noch 22 Offertbricfe für denselben bei uns liegen. Neu eLKLegangene Mcher. (Besprechung Vorbehalten.) l.aueel!a, Ldsrlea. Histoire mythique de Shatan. . 222 pp. Prix 7 FrS. 50. Paris 1903. H/Daragon, 30 rne, Dnpcrrt. Fried, Babette. Neue jüdische Geschichten. 109 (Se paratabdruck aus .Die Kcuzüt") Wien 1903, M. Waizncr und Sohn.