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Der Israelit · 1904-03-29 · Heft 25-26 (29.3.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 25-26 (29.3.1904)
Date
1904-03-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MZ5& S«. f? s Ela Kentrat-Hrgan für das orthodoxe IudenL-um. Begründet von Id» Detzrnsn« in TLsIrrz. Dienstag, de« 13. Nisan 5664. SS. März 1964. Unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, erscheint des heil. JLv-^7 Vesachfeftes wegen Montag, den 11. April. Es ist uns gelungen, sür das nächste Vierteljahr eine fesselnde Erzählung vou einem unserer ersten jüdischen Autoren zu erlangen. Dieselbe führt den Titel: und werden wir tm, Laufe des nächsten Quartals mit dem Abdruck beginnen. tydaction des „Jsraelit“. Die vier Gruppen am Schilfmeer, ssesachbetrachtung von Rabbiner Dr. L. M. Bamberger, Seminarlehrer in Würzburg. Das Fest, dem wir eben entgegen gehen, ist bezeichnet als VOTin jdt, als die Zeit unserer Freiheit, weil um diese Zeit Gott der Herr aus drückender Knechtschaft heraus und unmittelbar zur vollkommnen Freiheit uns hinan geführt hat! Diese Freiheit kam unserem Volke so urplötzlich, so überraschend, daß es kaum im Stande war. den Gedanken zu fassen, daß es auch wirklich frei sei. In Folge dessen traten auch in Israels Mitte so oft die Zweifel und die Zweifler auf. welche nicht daran glauben mochten, daß die ihm gewordene Freiheit auch wirklich zu seinem Heile ihm gereichen werde. Dies zeigte sich ganz besonders am Schilfmeere, als Mizraim den eben aus dem Lande Entronnenen verfolgend nacheilte. Da bildeten sich, wie die Mechiltah uns berichtet, innerhalb Israel vier Klassen, deren jede einen besonderen Plan gefaßt hatte und auch durchgeführt sehen wollte. rb mm rm* xrx „Wir wollen Gott um Hilfe öimifen", war das Losungswort der ersten Klasse; rzrba n&w jtok mt «wir wollen im Kampfe mit den Egyptern uns messen", meinte eine andere Gruppe; onsA anw me» nnx „lasset nach Egypten uns zurückkehren, zurück zu den Sklavenketten", rief eine dritte Klasse und ab b-vr „wir wollen in's Meer uns stürzen," äußerte eine vierte Gruppe. Die vier verschiedenen Anschauungen, die am Schilfmeere sich kundgeben, sind die Typen für vier verschiedene Charaktere. Sie stellen dar den Jehudi, der sich durch nichts in seinem pnvv seinem unerschütterlichen Gottvertrauen wankend machen läßt, den sich erhaben dünkenden übermüthigen Gottesläugner, der auf seiner Muskelkraft und seines Sehwerkes Macht sich stützet, den Energielosen, der um jeden Preis jeden Kampf init dem Feinde vermieden wissen will, nicht aber, weil er etwa auf Gott sein Vertrauen setzt, sondern weil er nimmer aus seiner Ruhe aufgeschreckt werden null, und endlich denjenigen, der einfach von den Verhältnissen sich beherrschen läßt, ohne seinerseits etwas zu thun oder zu unternehmen, was auf die Gestaltung seiner Verbältniffe irgendwie Einfluß haben könnte, er stürzt sich in das Meer dieser Verhältnisse hinein, ohne zu prüfen und zu überlegen, ob es für ihn auch wirklich gut und heilsam ist, sich zu solcher Unthätigkeit zu verurtheilen. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn -wir annehmen, daß diese vier. Klaffen von Anschauungen, die am Schilfmeere uns begegnen,, dem Ordner unserer Pe« sachhagada als Vorbild dienten für die vier Kinder, die

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