Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1904)
- Date
- 1904-03-24
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Certtral-Organ für das orthodoxe Judenthum. Akätter für «-«-»» -» die israek. Schule. 24. Mär, 1904.] [«». 8. Ke-sukeu Aber ein StieffinH unter Den jiifdjen LeWcheru. Von Ben Jakob. - Ein Stiefkind! Welche Fülle von Gedanken weckt das Wort! Jeder weif: es und jeder ist überzeugt davon, daß es besonderer Liebe, besonderer Hingabe, besonderer Förderung und Pflege bedürfte und doch — wie selten wird ihm dies alles! Jst's nicht ähnlich mit der jüdischen Geschichte? Von ihrer Wichtigkeit und Bedeutung ist man durchdrungen, von der Notwendigkeit sie zu lehren und weite Kreise für sie zu erwärmen, zu begeistern, Hort man Berufene und Unberufene reden, und wie wenig wird in den meisten Fällen auf diesem Gebiete erreicht und geleistet! Nur ein zielbewnßtes, einheitliches Vorgehen könnte hier zu einem Erfolge führen, und dazu haben bis jetzt vielfach die entsprechenden Hilfsmittel gefehlt; denn es gilt, die Jugend wie die Erwachsenen gleichmäßig zu interessiren. Es ist denkbar, daß die Litteraturvereine in größeren Orten, abgesehen davon, daß ste dem Gros in der Diaspora der Landgemeinden nicht zu gute kommen, sich immerhin nur in Einzelgebieten. Svezialfällen bewegen, nichts Abgerundetes, Ganzes bieten, während andererseits die Schüler sowohl in Hinsicht auf die gering zugemessene Unterrichtszeit, als auch die Mangel mancher Hilfsmittel (Leitfäden, Handbücher u. dgl.) nicht sehr weit kommen konnten. Es ist nicht Aufgabe dieser Ausführungen, beregte Mangel zu spezifiziren. Doch erfüllt es mit Freude, konstatiren zu können, daß eine Neuerscheinung im Buchhandel. „Geschichte der Juden von der babylonischen Gefangenschaft bis zur Gegenwart, von Dr. L. Lowenstein, Bezirksrabbiner in MoSbach* berufen zu fein scheint, hier Wandel zu schaffen, in gleicher Weise für Schule und Haus die Schätze der jüdischen Geschichte zu erschließen, für .das Leben und — Sterben — unserer Ahnen zu begeistern, Liebe zum Judenthum und Treue zum Bäteralauben zu wecken und zu festigen, und so vielen Segen zu stiften. Der gelehrte Verfasser bezeichnet sein Werk , selbst als für „Schule und Haus" geschrieben, und so ergibt, sich von selbst die Besprechung nach drei Seiten W: als Geschichtswerk nach dem Standpunkt der Wissenschaft, bez. seiner Tauglichkeit als Lektüre fiir's jüdische Haus und schließlich — hier wohl das Wichtigste — als Schulbuch nach pädagogischen Anschauungen und Grundsätzen. Der Name „Lowenstein" hat in Gelehrtenkreisen und ganz besonders auf dem Gebiete der Forschung in jüdischer Geschichte und Litteraiur einen guten Klang. Thatsächlich sind auch in dem Werke die neuesten Errungenschaften der Wissenschaft glücklich verwerthet. und der sorgfältige Quellennachweis am Ende ist ei» Beweis für den Fleiß wie für die Gewissenhaftigkeit des Autors. Charakteristisch ist für den ganzen Aufbau des Buches, daß der Verfasser nicht, loie viele vor .ihm gethan. Hypothesen aufstellt und diese dann'zu beweisen sucht, dadurch also seine Ausarbeitungen subjektiv beeinflußt, sondern daß bei ihm aus der. res» objektiven Darstellung die Schlüsse mit zwingender Logik sich von selbst ergeben. Umso höber ist es zu bewerihen. wenn trotz solcher Art der Arbeit, oder besser und richtiger gesägt, dtßhalb und in Folge derselben/ .