Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 23 (21.3.1904)
- Date
- 1904-03-21
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450009--60341-2521243- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
519 Testamentes, das ganze neue Testament u. s. f. all die im Titel angeführten Werke von den schlauen Rabbinen des Talmuds gefertigt und deshalb mit zahlreichen Widersprüchen etc. ausgestattet worden seien, damit umso sicherer jeder auf dem Umweg über's Christenthum zum Judenthume gelange. Die ausgesandten, christlichen Glaubensboten waren Talmudrabbis. Die 400 Bischöfe auf dem Konzil zu Nicäa waren verkleidete Talmudrabbis. Ja. man höre und staune, die Tontafeln, die Delitzsch in Babylon ausgeraben, sind Machwerke der alten Talmudraböinen; (jedenfalls zu dem Zweck dorthin vergraben, damit sie Delitzsch heute finden kann!) Der Stifter der christlichen Religion habe nie existirt! Eusebius und Sokrates, Hieronymus und Cicero, Homer, Horaz, Plato und Plutarch, Tacitus und Virgil, sie alle haben nie existirt, alles, alles haben die Talmudrabbis gemacht, fabrizirt, unterschoben. — O, armer Talmud, arnre Rabbiner, was hat man Euch nicht schon alles nachgesagt und angehängt! Doch das ist neu, ist sensationell! Was nun, Ihr Antisemiten, die Ihr namentlich den Juden jeden Kunstsinn absprecht, was sagt Ihr nun? Die herrlichsten Schätze der profanen Poesie sind ja talmudische Produkte, wenigstens nach Herrn Sinowitz! Oder vielleicht sine d. h. „ohne" Witz? Ein zweiter Theil des Buches ist in Aussicht gestellt. Wir hoffen, dah in demselben klar und deutlich bewiesen sein wird, daß auch Attila, Chlodwig und Karl der Große, Barbarossa und Karl V., Luther und Dr. Eck, Lilly, Wallenstein und Gustav Adolph, dann natürlich Shakespeare, Schiller und Göthe etc. etc. nichts anderes als verkappte Talmudrabbiner gewesen seien und nehmen an, daß diese Lektüre gerade auf Purim oder in der Faschingszeit erscheinen werde. Was die Angriffe gegen das neue Testament und dessen Dependenzen anlangt, müssen wir den betr. Konfessionen das Wort lassen. Das Judenthum als solches aber muß entschieden gegen Jdentifizirung mit den Ansichten des Werkchens Protest einlegen. L. A. Tie Allmacht KottcS. Von Car! Alfons Klein. Verfasser des von Sr. k. u. k. Apost. Majestät, Kaiser Franz Josef I.. huldvollst angenommenen Werkes — „Der edle Monarch" — und „Vater unser". Besitzer der goldenen Medaille mit der Krone der königlichen italienischen Gesellschaft für Kunst. Wissenschaft und Litteratur etc., Prag 1902. Selbstverlag. Ladenpreis 2.30 M. Alle Rechte Vorbehalten. Wie das langathmig beschriebene Titelblatt, so macht das ganze Stück beim Durchlesen einen höchst sonderbaren Eindruck. Der Verfasser scheint eS ja offenbar recht gut zu meinen. Durch den AuSruf eines Kindes, es wolle nicht mit Judenkindern spielen, suhlt er sich gemäß seiner Vorrede zur Abfassung des Stückes veranlaßt, indem er zeigen will, welcher Seelenadel in Israel zu finden sei. Die auftretenden Rabbiner, Popen, Pfarrer, Metropoliten, Kardinäle etc. erscheinen alle als Muster an Toleranz und Edelmuth. Die Bösewichte bekehren sich. Getrennte finden sich auf die wunderbarste Weise. Totgeglaubte und in fernen Landen Weilende erscheinen als Deus ex macliina stets, wo man sie gerade wieder braucht und bringen sogar niomentan nöthige Dokumente mit u. s. f. Alles trägt gar zu auffallend den Stempel des Gesuchten und Gemachten; Kinder werden vertauscht und wieder rehabilirt und was dergleichen Unwahrscheinlichkeiten mehr sind; ja ein „frommer, weiser Rabbi" ist nicht einmal beschnitten und läßt sich über diesen Umstand durch die „Aufklärungen" einer nichtjüdischen Frau, seiner alten Amme „beruhigen". Das ganze Stück ist in die Form des Dramas gekleidet, enthält aber riesengroße Monologe, einen z. B. mit über 20 Seiten. Die Einheit der Zeit, des Ortes und der Handlung ist in keiner Weise gewahrt. Ueber diese Blüthenlese von Mängeln vermag die beste Absicht des Verfassers und der verschiedentlich eingestreute Kanzelton religiöser Disputation nicht hinwegzuhelfen. Der Werth des Stückes als Kunstprodukt ist gleich Rull, fein sachlicher Werth ist nicht hoch anzuschlagen. L. A. Rothschild oder Morgan? Eine unparteiische Studie über ideale und praktische Rassenveranlagung, sowie über die modernen wirthschaftlichen Machtverhältnisse. Von G. A. F r i e s e. Leipzig, Gustav Vogt Verlag. Preis 80 Pfg. Die Schrift behandelt ein Thema, das eine geradezu brennende Zeitfrage genannt werden kann. Die Verschiebung der Machtverhältniffe vom politischen auf das wirthschaftliche Gebiet berührt heute das allgemeine Interesse intensiver, als jede andere Frage. Der Verfasser behandelt diese Verschiebung in einer höchst originellen und packenden Weise, er eröffnet für die Auffassung unserer heutigen ökonomischen Lage völlig neue Gesichtspunkte und gibt gleichzeitig Fingerzeige von hoher praktischer Bedeutung. Jedermann, der sich für wirthschaftliche Fragen interessirt, wird Stellung zu dieser Schrift nehmen müssen, in der ohne Parteilichkeit und ohne Furcht lediglich den Thatsachen Rechnung fif* tragen ist; vor allen Dingen ist die große Rolle, die die Juden in unserem wirthschaftlichen Leben spielen, ihrer wahren Bedeutung nach gewürdigt, ohne Scheu vor antisemitischen Protesten.