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Der Israelit · 1904-03-21 · Heft 23 (21.3.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 23 (21.3.1904)
Date
1904-03-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45» Jahrgang. M SS W ZsrlsML V» Hentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudentyum Begründet von l>» ITe^matm in Oninf. Montag, den 5. Nifan 5664. 21. März 1664. r jsa> Da mit dem 1. April 1904 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die gei—ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden muh, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1904 eingetragen unter Nr. 3932. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten daS Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Die MarßgWc» Frage» in WiMt ml iije Mel. von S. Frerr-eirderger—Neckendorf. Das heilige Land ist im Befitze der wunderbaren Eigenschaft, daß stets und zu allen Zeiten die Blicke der ganzen Welt auf es gerichtet sind und waren. Auch heute fehlt es nicht am.Versuche, den Boden Israels wieder in den Dienst seiner Söhne zu stellen, damit sie. wie dereinst ihre Väter vor 2000 Jahren, sich wieder ausschließlich mit Feldbau und Viehzucht, mit Weinbau und Gartenkultur beschäftigen können. Eine Paralelle zwischen den agrarpolitischen Fragen der Gegenwart und den göttlichen Vorschriften der Bibel über den Ackerbau und seinen Betrieb, dürfte vielleicht gerade in diesem Momente nicht ohne Interesse sein. Die Landwirthschaft gehört zu den wichtigsten Erwerbszweigen. Liefert sie ja die zur Erhaltung unseres Lebens unentbehrlichen Nahrungsmittel. Gesegnet ist darum das Land, dessen Reichthum in ergiebigem Grund und Boden besteht, dessen Bewohner den Acker bebauen und das Feld bestellen. Der Schwerpunkt der staatlichen Interessen ruht bei der ländlichen, Ackerbau treibenden Bevölkerung, welche durch ihre größere Seßhaftigkeit und ihre pietätvolle Anhänglichkeit an den Grund und Boden ihrer Vorfahren als die nothwendige Voraussetzung und sichere Grundlage für das Wohl und die Sicherung der gesammten Nation betrachtet werden kann. Wahrend der Handels- und Industriestaat oft den verschiedensten Zufällen und den furchtbarsten Krisen ausgesetzt ist, kennt der Ackerbau diese erschütternden Schwankungen nicht in gleichem Maßstabe. Durch die in ungeahnter Weise verbesserten Verkehrswege und Verkehrsmittel in den letzten Dezennien, wodurch Getreide und andere landwirthschaftliche Produkte vom Auslande billig eingeführt werden können, durch die Steigerung der Wirthschaftskosten, durch die vergrößerten öffentlichen Abgaben, hervorgerufen durch Einführung der Versicherungsgesetze und noch andere Ursachen soll eine Noth der Landwirthschaft entstanden sein. So behaupten die Agrarier. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, zu untersuchen, inwieweit diese Behauptung berechtigt ist und auf Wahrheit beruht. Die Bauern von ganz Deutschland haben sich in dem letzten Jahrzehnt behufs Förderung und Wahrung ihrer Standesinteressen zu den verschiedensten Verbänden vereinigt, und bei allen großen politischen Parteien steht die Agrarfrage momentan im Mittelpunkt des Programmes. Um die Landwirthschaft lebenskräftig und leistungsfähig zu erhalten, werden die verschiedensten Vorschläge gemacht und die mannigfaltigsten Maßnahmen ergriffen. Die großen Latifundien betrachtet man in erster Linie als den Ruin des mittleren und eigentlichen Bauernstandes. Tausende von kleinen Bauerngütern sind von dem Großgrundbesitz angekauft und dadurch ebensoviele Tausende Familien erblos gemacht worden und zum Proletariat herabgesunken. Der Staat selbst mit seinen gewaltigen Mitteln sucht in jüngster Zeit diesen Uebelstand zu beseitigen. Bei jeder sich darbietenden Gelegenheit werden die großen Güter angekaust

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