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Der Israelit · 1904-03-14 · Heft 21 (14.3.1904) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 21 (14.3.1904)
Date
1904-03-14
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Mtthodose <Muderrlhuwl«r. S. 14.MSrr«9N4s om5 Zeitgemälde von F F. I^xasrewski in antorisirter Uebertragnna. «21 Jakob svrach dies mit wahrer Begeisterung. Aber inan sah. daß nutzer Heinrich, der froh war, sich mit ihm streiten und ihn widerlegen zu können, diese hochgestimmte Unterhaltung bereits Alle zu ermüden und zu langweilen begann. Nur Tilda lauschte verklärt dem Geliebten. Die Baronin dagegen war zerstreut; Gromow gleichgültig; der Baron sah sich fortwährend ängstlich um, ob auch Niemand zuhöre. «Sehr geschickt führten Sie das aus," fuhr Heinrich fort. «Ich bezweifle indetz, daß die Mehrheit unserer Glaubensgenossen mit Ihnen betreffs ihrer Pflichten einverstanden ist, oder sie verstehen will. Betrachten wir uns als ein Volk, wenn auch überallhin zerstreut, so bestehen wir aus verschiedenen Volksschichten. Nicht alle können wir uns zur Intelligenz zählen, und in das Blut unseres gemeinen Volkes ist eine verständige, konservative Eigenliebe eingeimpst, die vor allein ihre eigenen Interessen verfolgt!" «Sie berühren aber schon nicht mehr," unterbrach ihn Jakob, «die Frage der Juden in Polen, sowie derjenigen, von denen ich hauptsächlich sprach, die größere Bildung und Mittel besitzen, sondern im Allgenieinen die Frage unseres Volkes auf der ganzen Welt. Aber 'ch folge Ihnen herzlich gern auf dieses Gebiet. Auch für uns wird heutzutage wirklich eine Aufgabe auf Leben oder Tod entsch«den. Die Zeit der Privilegien ist vorüber, mü ihr die Epoche der Aus- , (Tchluß.) schlietzung, der Parias, der Vorurtheile des Blutes und der Abstammungen. Fast überall wurden wir zugelassen zu den Bürgerrechten, zur Gleichstellung mit den Christen." Mit gemüthlichem Lächeln wandte er sich hierauf der Gattin zu und sprach: „Nicht wahr? Dies Italien ist bezaubernd schön?" „Noch niemals erschien es mir so prächtig, so wundervoll!" «Und wir finden Sie es. Frau Baronin?" fragte er Musa. „Ich mutz bekennen, ich schätze die Traditionen, welche erheischen, es schön zu finden. Ich gestehe ihm auch gerne eine überaus malerische Physiognomie zu. Aufrichtig gesagt aber macht dies öde, verwüstete, mit Schutt und Trümmern bedeckte Land, welches auf Gräbern lebt, auf mich durchaus keinen angenehmen Eindruck! Ich bin zu prosaisch und gebe daher Paris den Vorzug!" «Das ist aber in der That eine Ketzerei!" rief Jakob. «Paris hat etwas so Antipathisches!" «Ah!" rief der Baron. „Wie kann man so etwas sagen!" «Verzeihung!" entgegnete Jakob. «Aber für die verschiedenen Menschen gibt es. wie auch für die anderen Wesen, bestimmte Lander, die wie für sie geschaffen sind. Mit Sehnen, Poesie und Trauer im Herzen mutz man nach Italien reisen. Mit der Prosa

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