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Der Israelit · 1904-03-14 · Heft 21 (14.3.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 21 (14.3.1904)
Date
1904-03-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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m Verfasser schreibt, keiner weiteren Beleuchtung. Die Befürchtungen, daß die Asche der Urnen als Dünger für Blumentöpfe verwendet werden könnte, und daß spate Enkel nicht mehr wissen werden, was die Aschenurnen enthalten und woher sie stammen, klingen wie Purimscherze! Darf man um derartiger Phantastereien willen, die Aschenurnen-Beisetzung gestatten? Die größten talmudischen Kapazitäten fast aller Länder haben sich der Entscheidung des. Herrn Oberrabbiner Dr. Lerner angeschlossen, deren Gutachten und gründliche Auseinandersetzungen bald im Druck erscheinen werden. Von den Hunderten von Rabbinern seien hier nur genannt: Aus Palästina Männer wie: Oberrabbiner Samuel Salant, Ober-Rabbiner Rabbinowitz-Jerusalem, Ehacham Chiskia Demedini-Chevron, Rabbiner Heilperin - Tiberias; aus Galizien: Ober- Rabbiner Jsaac Schmelkes-Lemberg, Ober-Rabbiner L. Horowitz-Strjy, Rabbiner Salam Schwadron-Brzezany, Rabbinat Krakau; aus Ungarn: die Rabbiner Elsässer Deutsch-Bonyhad, Kalonymus Weiß-Ujhely, Schick-Karczag, M. Friedman-Teth, W. Kohena- Czarna, Schlesinger-Tavolczani, Tannenbaum-Werfelat. Singcr-Palota U a. m.; aus Rußland: die Rabbiner Epstein-Nowgrodok, Friedman-Karlin, Horowitz- Pinsk, Malliel Tannenbaum-Lomsa, Feigenbaum- Warschau. Reines-Lida; außerdem seien hier noch erwähnt: Rabbiner Dr: Hoffmann, Rektor des Rabbinerseminars Berlin; Rabbiner Bloch, Rektor des Landesrabbinerseminars Budapest; Oberrabb. Dr. Dünner-, Amsterdam; Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld, Prag; Zadok Cahn. Oberrabbiner Frankreichs. Die genannten Rabbinen haben hinsichtlich der Exhumirung als auch der Aschenurnenbeisetzung den pca des Herrn Oberrabbiners Dr. Lerner unterschrieben. Auf Grund der eingehenden halachischen Erörterungen der von Herrn Dr. Ehrentreu so sehr verunglimpften Abhandlung des Herrn Oberrabbiners Dr. Lerner hat Herr N. Landau, Verfasser der Responsen nnn 5p3 sein im ton?» veröffentlichtes Gutachten, welches die o*Tpc als Hauptstütze anführen, zurückgezogen und die Beisetzung der Aschenurnen' als zvrt b b'r. bezeichnet und strikte verboten. Möge dieses schöne Vorbild religiöser Gewissenhaftigkeit Alle, die sich ein irriges Urtheil gebildet, aneifern, der Wahrheit die Ehre zu geben. '2->rr vhvrr. resrr! M. Kattolvitz, im März. Das diesjährige Stiftungsfest des hiesigen „Israelitischen Krankenpflege- und Beerdigungsvereins" fand am Montag, den 18. v. Mts., statt. Mittags um 12 Uhr wurde in der Synagoge die alljährlich übliche gottesdienstliche Feier abgehalten, verbunden mit einer Seelenandacht für die im Laufe des Jahres Heimgegangenen Gemeindemitglieder und die dahingeschiedenen bedeutenden fremden Glaubensgenossen. Um 8 Uhr Abends versammelten sich im Stadthaussaale die Festtheilnehmer, welche in weit größerer Zahl als in den Vorjahren erschienen waren, zu einem Festmahle. Der Vorsitzende des Vereins, Herr L. A l t m a n n. begrüßte die Gäste und brachte das Hoch auf den Landesherrn aus, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Auch durch sonstige Tischreden theils ernsten, theils heiteren Inhalts wurde das Mabl gewürzt. Herr Rabbiner Dr. C o h n wies auf die hohen Ziele und die segensreiche Thätigkeit des Vereins hin, und toastete auf dessen Vorstandsmitglieder, welche mit aufopfernder Selbstlosigkeit ihres bürdenvollen Ehrenamtes walteten. Ferner toasteten Herr K ätsch i n s k i auf den Synagogenvorstand. Herr Justizrath Ep stein auf den Verein, Herr Hart mann auf die Damen und Herr Simon Friedländer auf die Ehrenmitglieder des Vereins. Im Anschluß an das Festessen fanden mehrere meist humoristische Gesangsvorträge und Aufführungen statt, welche den ungeteilten Beifall der Zuhörer fanden. Den größten Beifall erntete eine an das Maxim Gorki'sche Drama „Nachtasyl" erinnernde und ebenso betitelte. Aufführung. Dieses Stück, welches die Herren Louis Böhm und Oberkantor Singer zum Verfasser hat. wurde von sämmtlichen dabei mitwirkenden Personen mit geradezu künstlerischem Geschick gespielt. Den Schluß des Stiftungsfestes bildete die Verloosung von diversen Gegenständen. Das Fest, welches in allen seinen Theilen als durchaus gelungen bezeichnet werden muß. hielt fast sämmtlkche Theilnehmer bis in die frühe Morgenstunde beisammen und Jeder konnte mit dem Bewußtsein heimkehren, einige fröhliche und erheiternde Stunden verlebt zu haben. —n— München. In diesem Jahre noch wird dahier ein neuer jüdischer Friedhof angelegt werden. Vertragsmäßig hat die Stadtgemeinde bis Ende September 1904 die Friedhofmauer herzustellen, was einen Aufwand von 82,000 M. erfordert. Dieser Betrag wurde vom Magistrate ohne Erinnerung bewilligt, und hat die Kultusgcmeinde denselben wieder an die Stadt zurückzuerstatten, nicht aber die gleichfalls genehmigten 18,180 M. für Weganlagen, für welche letztere allein aufzukommen hat. Der Friedhof wird auf einem Gemeindegrunde seine Stätte finden, der seitens der j Kultusgemeinde an Stelle eines früher angekauften! Grundstückes eingetauscht wurde.! Straßburg, lieber die jüdischen Reformbestreb-; ungen im 19. Jahrhundert hielt am Sonntag. 6. Marz, : Rabbiner Dr. Cohn aus Basel vor den Mitgliedern j des hiesigen „Kium-Emunoh-Vereins" einen Vortrag. Die jüdische Reformbewegung knüpft gewöhnlich an den : Namen Moses Mendelssohns an. jedoch mit Unrecht, da . Mendelssohn ein frommgläubiger Jude war. wie unter ' anderem sein Ausspruch beweist: „In der That sehe ich nicht ein. wie diejenigen, die im Hause Jakobs geboren sind, sich auf irgend eine Weise vom Gesetz entledigen

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