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Der Israelit · 1904-03-07 · Heft 19 (7.3.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 19 (7.3.1904)
Date
1904-03-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrgang. M IS ZSLKM KenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudsnthum. Begnmdet. von l>r. in Oatuf. tontag, den 2V. Adar 5664. 7. März 1904. Gebrechen der Zeit. inigcS litt in ßolltsiitnjl uni irjim Bkintiiz. Als Gott den Menschen erschuf, bildete Er ihn aus Erde und erweckte ihn, indem Er ihm von Seinem Geiste einhauchte zum Leben. Seinen Bestandtheilen 1 gemäß drängt der Körper des Menschen stets dem ' Irdischen zu und zwingt auch durch seine Beschäftigung mit den zu seiner Unterhaltung . nöthigen irdischen Dingen den Geist, diese Richtung einzuschlagen. Die Pflege des Körpers behufs seiner Ernährung, der Erhaltung seiner Gesundheit, die Pflichten, die der Mensch durch sein VerhLltniß zu anderen Menschen zu erfüllen hat, sein Verhältniß zur Familie und zum Staate, alles dies zwingt den Geist,, der Richtung zu folgen, welche ihm der Körper aufnöthigt, und dadurch seiner eigentlichen Bestimmung untreu zu werden. Dai durch würde jedoch der Mensch seinem Schöpfungsj zwecke, der, soweit wir ihn kennen, darin besteht, Gottes ‘ Herrlichkeit auf Erden zu verkünden und die Herrschaft I des Allmächtigen über alle Geschöpfe und alles Geschaffene anzuerekennen ne bs [nsx p*>£] raeeS vbx in*i2 nb »bun vollständig entfremdet werden, und schließlich wäre der Geist des Menschen durch die von Gott selbst in den Menschen gelegte Eigenschaft, denselben durch seine Beschäftigung und Thaten entweder zu erleuchten oder zu verfinstern ueve x invv zu sein nicht mehr im Stande, die Göttlichen Gedanken zu erfassen, geschweige denn auszuführen und dadurch den Namen Gottes zu verherrlichen. Deßhalb haben uns unsere enaan den Gottesdienst eingerichtet, als Ersatz für die in früheren Zeiten, als noch der Tempel bestand, uns auferlegte Pflicht der Darbringung von Opfern. Diese Opfer halten in Verbindung mit den von Gott uns dabei befohlenen Ceremonien den Zweck, die Reinheit der Gedanken im Menschen wieder herzustcllen, seinem Geiste den Aufschwung zu seinem Schöpfer wieder zu verschaffen und durch Beherzigung und Vorführung der eigentlich an' ihm selbst anstatt an dem Thiere zu vollbringenden Opferung, ihn zur nenn zu bringen. Diesen Zweck wollen wir nun durch unsere w-d-en erreichen netefl e'*!B um unserem Geiste auf diese Weise die nöthige Unterstützung gegen die uns stets wieder vom göttlichen Gedanken abziehenden Beschäftigungen des Tages angedcihen zu lassen. Der weitere Zweck der nV-sn ist, uns gleichzeitig stets vor unser Gemüth zu führen, daß wir ohne Gottes stetige Hilfe nicht im Stande wären, auch nur die kleinste unserer Aufgaben als Mensch zu erfüllen, und müssen wir daher tagtäglich zu Ihm, als dem Spender alles Glückes und alles Wohlstandes, als dem Helfer aus aller Roth und aller - Drangsal aufschauen. Wir fügen noch hinzu, Er möge uns durch Seine Güte in den Stand sehen, während unseres Daseins nicht nur allein der Unterhaltung unserer Familie uns widmen zu können, sondern auch dem Bolllzuge Seiner Gebote, und dadurch der Veredlung und Vervollkommnung unserer selbst und unserer Mitmenschen, wie wir das in dem mit p'Lb X2i beginnenden Gebete so herrlich ausdrücken. t6k 12 i:rri2V Gelobt seist Du, unser Gott, der uns erschaffen zu Seiner Ehre, uns abgeschieden hat von den ..Irrenden" u. s. w.; und sagen dann am Schlüsse, damit „wir uns nicht abmllhen müssen für Nichts und gebären für den Schrecken to'ZVv) In Rücksicht auf den von uns zuerst genannten Zweck der md'en, unserem Geiste eine Sammlung von den ihn stets umfluthenden, dem. Irdischen gewidmeten Gedanken angedeihen zu lassen, hat Gott uns auch die v'-ynm c;rt gegeben für gewisse größere Abschnitte des Jahres, den rc» nach Ablauf der Woche, und da unsere Weisen V, sahen, daß diese Zeitabschnitte

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