Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-03-03 · Heft 18 (3.3.1904) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 18 (3.3.1904)
Date
1904-03-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450004--60215-2521104
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

398 Lauer, durch welche Eigenschaften es sich nicht so leicht von einer von ihm als gut anerkannten Idee abbringen läßt, dadurch mar es stets im Stande, allen Widerwärtigkeiten und Anfeindungen seiner Gegner Trog zu bieten. Als ein Vorzug Israels vor den anderen Völkern ist es zu betrachten, daß es nicht so leichtgläubig, nicht so leicht zu überreden und für irgend einen Glauben zu gewinnen ist. Dies kommt auch in den Aussprüchen unserer Midraschweisen Zum Ausdrucke: mapn xavw aw'.p anv' pp v~r, -er;: -,:x rvr.z w"bvm nun tx zr.z zr.z :r,z rr;.rr. and;rb xrb mmdnt me bz z~b vx-x nwpn -vx ,'pwn dadurch war aber auch die Bürgschaft geboten, daß wenn es einmal von wer Wahrhaftigkeit eines Glaubens überzeugt und durchdrungen war, es fest und hartnäckig an diesem festhalren werde. Dies war auch „der Grund", daß Israel ani besten von allen anderen Völkern geeignet war, die Thora zu empfangen. Der Eigenschaft der Steifnaeligteii, die Gott in sein Inneres gepslanzi, Hai Israel aber auch seinen Fort- " ile zu verdauten, daß es in seiner Zerstreuung unter den übrigen Völkern, von den es gleich gefräßigen Wölfen umgebenden zahlreichen Feinden nicht verschlungen worden ist. Durch sein zähes Festbalten an der Thora, die es am Sinai empfangen, hat Israel stets die stärksten Anfeindungen und Verfolgungen zu bestehen gehabt, und sind bei ihm die Worte z'bz 's '.s Jude oder Märtyrer zur lebendigen Wahrheit geworden. Jude oder Märtyrer sind eigentlich s y n o n y m e B e g r i f f e. x x amu war das Loos Israels fwon seit älieüen Zeiten bis nufer je v S Haufen, die Hunderte von jüdische-n Mäiyrern irr Spafolgungen im l . a ' - e auvgeplünderten und in Brand ge'epten Iudenoäuser, die verjagten, ~ w c — . irrenden, aus ihren Heintstänett vertriebenen jüdisepen Bewohner Rumäniens und Rußlands, und in neuester Zeit das Entsetzen erregende Iudenmaffaere, die empörenden Mord- und Vlündevungsszenen in Kischinew haben es auf's Neue bewiesen, daß *x I u d e z 'u sein an- > v^ d^ ’ o se i e n , 3er fr n ::: eiren s:; ... v . .t s nnd dass e l o e ist. Unsere russischen Glauöensbrüder haben sei: ältesten Zeiten gleich ihren Brüdern in anderen Ländern ihr zähes Festhalten an ihrem Glauben mit ihrem Leben und Vermögen bezahl:, und die Worte unwrer Talmudweisen zu dem Scyrntverse ,pm.xv paar p-wm paar gaari vaa nwi-x n nx nanm pvwo nu vuu rnau im vollen Sinne des Wortes Lethärigt. Gerade sein Eigensinn und seine Halsstarrigkeit, die ihm von Gotr eingepflanzi, hat Israel seine Existenz zu verdanken, das beweist seine ganze Geschichie. Deßwegen war es auch prädestinirr, die Thora zu empfangen, weil sein Starrsinn die Bürgschaft bot, daß, wenn Israel die Thora angenommen und von deren ewigen Wahrheit überzeug:, es nich: so leich: von ihr lassen werde. Sein schneller Abfall von der Thora steht nich: im Widerspruch mir seiner j Hartnäckigkeit im Festhalren an seiner Ueberzeuguug, und ist gerade ein Beweis, daß es nicht so leicht für die Annahme der Thvra zu gewinnen gewesen, und daß es in der kurzen Zeit noch nich: von der beseligenden Wahrheit derselben durchdrungen war. Es bedurfte eines Führers, der es mit sicherer Hand leitete. Als nun Moses nicht zu rechter Stunde von seinenr vierziatägigen Aufenthalte am Berge Sinai zurückgekommen war, da gelang es dem an z-y leicht, Israel zu verhören und vom Gsriesgesege, welches in seinem Innern noch nicht recht Wurzel gefaßt, abwendig zu machen. Jetzt wird erst der Sinn der von Moses an Gott gerichteten Bitte zv av w urmpa >mx x: pm -uuw jmxuv x: rrn?j^ vp verständlich. Nachdem Moses das Glück zu Theil geworden, das Borüberziehen der Herrlichkeit Eoiies betrachten zu können, nachdem sich der Ewige in einer Wolke zu ihm herabgelassen und sich ihn: als .im pm-n pp xvu -wpxv na- -uv der Gott, der Seine Huld dem tausendsten Geschlecht bewahrt, der Vergehen und Sünden vergib:, offenbar: harte,- beicie Moses zu Gott: „Da ich nun Gunst in Deinen Augen gef:-nben, nämlich den Abglanz Deiner Herrlichkeit zu sehen, mögest Du selbst auch in unserer Mitte (in der Mitte Israels) wandeln. Es ist wohl ein halsstarriges Volk und in schnell von Deinem Gesetze abtrünnig geworden, als es des Führers entbehrte, daher xu pp' '.:zyz ':s sei D u in seiner Mime der Führe: und leite Du es aus dem richtigen Wege ‘.O. v . : f. - x -?rj 'v-p z'j '2 und wird j «. . , ’' ' j, w -.cm Herzen Wurzel ge-; fußt, gewiß niemals mehr untreu werden, da es, wenn! cs einmal kür einen Glauben, begeistert, nicht mehr von diesem abzubringen ist. Dieses haben die tausendfachen x\ dm, Martern, und Qualen, die Israel zu allen Zeiten für sein Festhalten an der Thvra erdulden mußte, auf das eklatanteste bezeugt. Das Mm nvuw war n..r . ~i vor.weraehen.de Verirrung Israels, dir Gott ihm rangst oergeoen und vergaffen hat. Doch das uw nvuw besonders der Glaube, daß der Ewige, der Israel aus Mizraim geführt, ein ewig einziger Gott, ist und bleib: ein ewiges Verdienst Israels, das dev Ewige ihm stets gedenken wird. Dies ist auch der Sinn der Eingangs ziiirten Talmudstelle. Die Keneserh Iisroel 'richtet an den Heiligen, gelobt sei Er, die Frage: da es doch vor Deinem heiligen Throne reine Vergeßlichkeit gibt, wirst Du uns nicht die Sündenthat des goldenen Kalbes vergessen? Hierauf antwortete Gort: „Auch diese wird vergessen." Auch die weitere Frage Israels an Gott: „Wenn es Vergeßlich-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.