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Der Israelit · 1904-02-28 · Heft 17 (29.2.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 17 (29.2.1904)
Date
1904-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Kenirak-Hrgan für das orlhodoXe ZudenLyum Begründet von Id». &?5nramt in Oalni. Montag, den 13. Adar 5664. SS. Februar 1964. Die Lundestafeln als Einheit. j Betrachtung zu uvn '2.! Von L. Anfänger-M e m m e l s d o r f. rr.b w *nx nr£ wtea wo |w ,r^x Wasa rav» px nrb jrgn. Und als Er (der Ewige) vollendet hatte, mit Ihm auf dem Berge Sinai ' zu reden, gab Er dem Moses zwei Tafeln des Zeug- \ nisses, Tafeln aus Stein, geschrieben mit dem Finger , Gottes. (2. B. M., 31. 18.)! Die Zehngebote, die der Herr t« Wetterdunkel, un- } ter Blitzeszucken, mit Donnerschall und Posaunentönen S am Sinai Seinem ganzen, ängstlich und doch gläubig ' lauschenden Volke verkündet, die zehn Worte, die gleich- * sam nur eine grundlegende Zusammenfassung des ganzen, ausgedehnten Gottesgesetzes darstellen sollen, des j heiligen Gesetzes, das der gütige Allvater selbst dem? Moses während seines Weilens auf dem Gottesberge ' lehrte, diese zehn Worte hatte der Herr mit eignen» Finger in steinerne Tafeln eingegraben, auf daß diese Tafeln stets und immer ein Zeugniß bilden sollten, sowohl für die göttliche Offenbarung, als auch für das . pmmi wra, mit dem sich ganz Israel in edelster und. j freiester Selbstbestimmung für sich und seine zukünftij gen, spätesten Geschlechter zur Hut und Wahrung, zur j Erfüllung und Bethätigung der offenbarten Gottes- , lehre verpflichtet und geweihet hat. Und so erhielt denn Moses die „Tafeln des Zeugnisses," sie zu überbringen j dem Volke und sie niederzulegen und aufzubewahren im Heiligthum, in der Wohnung des Höchsten, die da ' errichtet werden sollte als Wahrzeichen der Gottesverehrnng, gleichsam als äußerlich sichtbarer Mittel- , Punkt des religiösen Lebens. j Nun finden wir auffallenderweise, wenn von den „Tafeln" des Bundes die Rede ist. statt der Pluralisform rtrb stets die Singularschreibung rrb trotz der ' Mchrheitsbedeutung, der Zweizahl, die Einheitsform und diese merkwürdige Erscheinung hat unsere Weisen zu der Bemerkung veranlaßt no .-6ra n nb daß dir beiden Tafeln keine Größenunterschiede zeigten, daß nicht eine größer als die andere, daß sie beide gleiche Größenverhältniffe äufwiesen. Und nicht nur auf die äußeren Raum- und Ausdehnungsverhältnisse, nicht nur auf ihr Maß und Volumen ist das Wort unserer Weisen zu beziehen, es gilt auch für den Inhalt der Tafeln, für die Gebote, die sie enthalten, für die Pflichten, die auf ihnen niedergelegt, eingegraben mit dem Gottesfinger; auch fiir sie gilt. M nbnr n xd, daß teine Tafel ihrem Inhalt nach wichtiger, bedeutungsvoller, größer als die andere war, daß sie vielmehr beide zusammen nnd nur eine einzige, untheilbare, zusammengehörige Einheit darstellten und nur in dieser Einheit und Gleichheit das Gottesgesetz bilden.' Nach unseren Anschauungen standen auf jeder der beiden Tafeln \t fünf Gebote, auf der einen das Gebot der Anerkennung des einzigen Gottes ( '2)x ), das Verbot des Götzendienstes (^ n'.i' xd) der Entweihung des göttlichen Namens (x»n xd), das Gebot der Sabbatheiligung ra) und endlich das Gebot der Elternverehrung (122); wenn wir dies letztere gleichsam von einer höheren Warte aus betrachten, in den Ellern die natürlichen Vertreter der. göttlichen Majestät, «in der Elternehre den Abglanz der Gottesverehrung erblicken - und zugleich auch das Mittel der Fortpflanzung und Vererbung des Gottesgesetzes von Geschlecht zu Geschlecht, so erblicken wir in den Geboten der ersten Tafel das Verzeichnis unserer Pflichten im Verhältniß zu Gott. Dagegen zählt die zweite Tafel in der Hauptsache unsere sozialen Pflichten auf, regelt unser Verhälniß zu den Nebenmenschen, zur Mitwelt: Pu sollst nicht morden, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsch zeugen, nicht begehren und wollen, was anderer Eigenthum ist. . -r_.

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