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Der Israelit · 1904-02-22 · Heft 15 (22.2.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 15 (22.2.1904)
Date
1904-02-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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324 Mögen dem edlen Jubelpaare noch viele schöne und gute Tage beschieden sein, bis sie die goldene, dann die diamante und schließlich die eiserne Hochzeit feiern. St u tz l a a v. Petersburg, 16. Febr. (Patriotische Kundgebung.) Die hiesige Zeitung „Woschod", das leitende Organ der russischen Juden, enthalt über den Krieg folgende bemerkenswerthe Kundgebung: ^Rußland durchlebt gegenwärtig einen sehr schweren und sehr ernsten Augenblick. Schon die ersten Nachrichten vom Kriegsschuplatze besitzen einen düsteren, drohenden Charakter. Groß werden die Opfer sein, die der Krieg von allen Bürgern des russischen Staates ohne Unterschied der Konfession und der Nationalität erheischen wird. Auch wir, seine Stiefkinder, werden sie freudig auf den Altar des Vaterlandes tragen. Rußland' ist unser Vaterland — jüdische Soldaten, Aerzte. Heilgehilfen — alle bis zum letzten, werden wir heilig die Pflichten erfüllen, die das Vaterland, mit dem uns die. geschichtlichen Schicksale verbunden haben, von uns fordern wird.' , In unserer Zeitung haben wir lange Jahre hindurch eine traurige Chronik von Beschränkungen und Krawallen führen müssen, die Chronik unserer systematischen Verdrängung aus allen Sphären des öffentlichen Lebens, der Entfernung von allen russischen Interessen, sowohl der materiellen,, wie der geistigen. Es ist..aber jetzt, nicht die Zeit, um die Wunden aufzurcißen. Wir wollen jetzt, soweit es in unseren Kräften liegt, alles vergessen — auch unsere Austreibung aus Port Arthur, auch die Greuel von Kiscknnew und Hömel, und vieles, vieles Andere.... Die jüdischen Eltern müssen jetzt ihre Sorge über die Zukunft ihrer. Kinder und ihr trauriges Loos Niederhalten. Als ein- - fache Soldaten werden die Juden in den Krieg ziehen, ohne Hoffnung auf irgend welche Auszeichnung oder Beförderung — aber das Blut ihrer Söhne wird ebenso reichlich fließen, wie das Blut russischer Soldaten. Mit tiefer Verachtung werden wir auf die Angriffe antworten, die von den uns feindlichen Zeitungen kommen, die,nun in ihrem unaufhörlichen Bemühungen die Volksleidenschaften gegen uns anzufachen, zu der unge- .heuerlichen Verleumdung gegriffen haben, uns sogar 'für. den Krieg verantwortlich zu machen. „Mitunter . scheint. _es" behauptet Herr Suworin (Herausgeber der ^Nowöje "Wremja") mit vorsichtiger Niederträchtigkeit. ..als.sei Japan bloß das Opfer des durch die Kischi- ' newer Ereignisse aufgeregten internationalen Juden-; thgnss.* ,'Pe.rach.tun.q.diesen Leuten! .. '.Wir cherden.ünssr? Schuldigkeit gegen Rußland^ erfüllen, nicht bloß aus Pflicht,'sondern aus Liebe? Die uns feindliche Presse beschuldigt uns des Haffes' gegen Rußland — das ist eine Lüge! ... Wir hassen: und verachten die Skowsnik-Denuchanowski's (ein trauriger Held in Gogols „Revisor". D. Red.), dir Nowowrementzis, die Snamentzis (Kruschewan und Genossen), wir hassen den abscheulichen Bodensatz und den schmutzigen Schaum des russischen Lebens, aber das Lautere und Gute in Rußland haben wir stets aufrichtig geliebt und geschätzt. Wir zweifeln nicht daran, daß eine Zeit eintreten wird — und sie ist vielleicht nicht mehr ferne — wo die gesummte russische Gesellschaft den großen Schaden erkennen wird, der dem Lande durch die Hetze gegen die Juden und die Beschränkung ihrer Menschen- und Bürgerrechte zugefügt wird. Der Krieg ist eine grausame Erscheinung, die gegenwärtig von der ganzen zivilisirten Welt veruriheilt wird; indessen lehrt uns die Geschichte, daß Kriege auch wohlthuende Folgen haben können. Hoffen wir, daß auch der gegenwärtige ruffisch-japanische Krieg in seinen Ergebnissen unserem Vaterlande einen tiefen inneren Frieden bringen wird, begründet auf gegenseitige Achtung und Zuneigung aller seiner Völker."' Die Nachrichten über neuerliche Judenhetzen in Südrußland deuten nicht darauf hin, daß die Behörden der in dem Artikel des „Woschod" ausgedrücktcn Loyalität mit Dank und Anerkennung entgegenkommen. vermischtes. Berlin. (Ahlwardts Hochzeit). Der frühere Reichstagsabgeordnete - des FliedebcrgS-Arnswalder Wahlkreises, Rektor a. D. Hermann Ahlwardt ist jetzt zum zweiten Male in den Stand der Ehe getreten und hat sich hier trauen lassen. Die junge Frau ist die Tochter des Schneidermeister» Elke in Zattcn bei Woldcnberg, deS in früheren Zähren vielgenannten Knappen Stöckers. Nachdem die Wohl ta Friedcterg-Arnswalde nicht mehr den Antisemitenhäuptling getroffen bat, hat sich Ahlwardt wenigstens durch eine andere Wahl fürs Leben schadlos gehalten. Rotterdam. Am 21. Tewcth wurde die auk das Grab dcs hier alloerchrtcn Herrn H. Eisenstein s. A. gesetzt. Diese Feier, der die Herren Oberrabbiner Dr. Ritder, Rabbiner Cohen beide Hauptcantoren anwomtcn, empfing hauptsächlich ihre Weihe, durch den Hcspcd, der von einrm Enkel des Verstorbenen, dem elfjährigen Max Bar nett gehalten wurde, der nach Micha 7, 1 und '£, in Verbindung mit einigen Talmudst llen, den erlittenen Verlust durch das zrr frühe Ableben dcs allgemein sehr beliebten Großvaters in gefühlvoller Weise angab. Alles horchte gcspam t auf den kleinen Redner, machte die Rede, deren JnhLlt und Vo.traq. kincsralls das jugendliche Atter dcs Redners verrieth, auf alle Anwesenden einen liefen Endruck. Sivreib. und Lesc-Methode. d,e m der OUllLLi/Ii LHü. pädagogische» Beklage des ^JSraelit" (Nr 102 . ' u v. J.i besprochen wurde, machte bei meinen deutschen, indischen Collcgcn bedeutendes Aufsehen. deren ZÄge die an mich um Ausschluß gerichteten vielen Zuschriften derselben war. ... - - .Leider bin ich nicht im Stande, den geehrten Herren Berus»« genossen einzeln zu antworten und somit erlaube ich mir. mit aii» »w—--- *»•»««•••••»%}/ iviiv uviimuigu ui uci cuiliuii uev yrf; 3. pzc^tlitzt a. 11., die beulfäe hingegen fiw* 0uöaVn * vClin -Athenacuin (Kereveserstraße 54) erjdjemeiv ' Budapest. 12. Februar 1VV4. . < Julius Gabel, Lommunallehrer.

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