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Der Israelit · 1904-02-17 · Heft 13-14 (17.2.1904) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 13-14 (17.2.1904)
Date
1904-02-17
Page
– (sequence 25)
Language
German
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M>tthods5e -ÄuderrlhunE dga 17. F«br. 1904.] . [»*. ' önigin auf Nukgaviens Kßvon. In der Geschichte der Völler der Balkanhalbinsel zeichnet sich wohl kein Volk durch seine ruhmreiche! Vergangenheit, durch seinen tiefwurzelnden patriotij scheu Sinn und durch sein Streben nach höheren Zielen sowie seine Errungenschaften in so hervorragendem Maße aus, wie das bulgarische Volk. Allerdings isi die Glanzzeit der großen Herrscher und Herrscherinnen auf Bulgariens Thron längst vorüber, aber im Mittelalter spielten sie eine gar gewaltige Rolle unter den Fürsten des Continents. Weniger bekannt dürfte es sein, daß gerade in dieser glänzenden Periode an der Spitze des Landes eine Frau stand, in deren Adern das Vlut Israels rollte und deren Name in der Geschichte Bulgariens noch häufiger wiederkehrt unter der Beifügung „die schöne Jüdin". Einzelheiten über diese jüdische Regentin veröffentlichte eine französische Revue, aus welcher Herr Konstock das Nachstehende in der in London erscheinenden hebräischen Wochenschrift „The Hayehoody" vor einiger Zeit mittheilte. Schon in frühsten Zeiten wanderten Juden aus dem nahegelegenen Byzanz und Salonika in Bulgarien ein. Ihrer wird schon unter dem Begründer des bulgarischen Reiches Karum (807—832) Erwähnung gethan. Die meisten nach Bulgarien eingewanderten Stämme, die sich zwischen der Donau und dem Balkan festgesetzt hatten, hatten bereits um jene Zeit das Christenthum angenommen, und nur das Fürstenhaus hielt noch am heidnischen Götzendienst fest. Es cxistirt eine alte Ueberlieferung, nach welcher der erste Fürst sich mit dem Gedanken trug, zum jüdischen Glauben uberzutreten, jedoch wurde diese seine Abficht nicht verwirklicht. Wie dem auch sei, der Fürst (Chan) Boris, -welcher auch die Slovenenstämme Macedoniens für sich gewonnen hatte, empfing um das Jahre 864 d. g. Z. von griechischen Priestern die Taufe und machte das Ehristenthum zur Landesreligion. Biele Jahre gingen vorüber, und die Juden übten ungestört ihren Glauben aus und gingen friedlich ihren Berufen nach. Ja, sie gaben sich sogar der Missionsthätigkeit für ihre Religion hin, bis das Veto der Priester, die sich bei dem Fürsten hierüber unter größter Empörung beschwerten, dem ein Ziel setzte. Diese Beschwerden schienen auch von Erfolg gekrönt gewesen zu sein, denn, wahrscheinlich auf ein Geheiß des Papstes, dessen Worte in Bulgarien geneigtes Gehör fanden, wurden die Juden ungefähr im Jahre 1000 aus dem Lande vertrieben. Bis zum Jahre 1295 wurden nun die Israeliten fast gar nicht erwähnt, aber von dieser Zeit ab beginnt ihre Zahl mehr und mehr zu wachsen. Die Friedhöfe zu Tirnowo, der damaligen Hauptstadt, und anderen Städten beweisen, daß große Gemeinden in diesem Lande gewesen sein müssen, und daß die Juden unangefochten ihrem Kultus und ihren Beschäftigungen gelebt haben. In dieser Zeit finlxn wir die erste Erwähnung der jüdischen Fürstin Theodora, über deren Thätigkeit und Lebensweise der Historiker Popow werthvolle Daten und Mittheilungen zu berichten weiß. Theodora war ein sehr schönes Mädchen. Sie hieß Sarah. Als sie der damalige Herrscher Johann Alexander einst erblickte, wahrend sie ihm eine Bittschrift überreichte, wurde er von ihren Reizen so gefangen genommen, daß es ihn gelüstete, dieses majestä-

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