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Der Israelit · 1904-02-17 · Heft 13-14 (17.2.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 13-14 (17.2.1904)
Date
1904-02-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrgang. X 14. U ZS Ein AenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudentyum. Begnindct von I*r. £e&timttn in SHaitt|. Mittwoch, ven U «dar 5664» 17. &tbtuar 1904. Ki« «t«rs WWs WiADtL Mainz. 15. Februar. Am 12. Tamus 5659 verschied Dr. Israel Hildesheimer zu Berlin als der letzte derjenigen führenden Geister, die umdie Mitte des vorigen Jahrhundert das Judenthum in die neue Zeit hinübergerettet haben. Schier unermeßlich stad die Anregungen. die von dem Dreigestirn Lehmann, Hirsch, Hildesheimer ausgegongen; nicht nur das Judenthum als solches, nicht nur unsere heilige Emunah, spürte ihren belebenden Hauch, auch der jüdischen Wissenschaft und der politischen Stellung des jüdischen Volkes erwuchs in diesen Männern ein Gefühl innerer Erstarkung. Die Abschüttelung der geistigen Fremdherrschaft. die die Reformer dem Judenthum aufnöthigen wollten, ließ das Bewußtsein der psychischen Eigenart wieder voll zur Geltung koinmen. und das heutige Geschlecht kann freudig die Früchte des Baumes pflücken, dessen Wurzeln so tief von den großen Männern in unsere Herzen , gepflanzt wurde. Und eine solche Frucht ist's, von der in diesen Zeilen die Rede sein soll. Nachdem die modern - jüdischen Geschichtsschreiber bereits von jenen Dreien in ihrer ganzen Blöße gezeigt wurden, erstand uns ein Halevy, der mit dem gewaltigen Rüstzeug seiner profunden Talmudkenntniß die Jrrthümer im Einzelnen nachzuweisen verstand, und damit das Urtheil über die Grätz, Weis und Consorten befiegelt hat. Aber immer fehlte uns noch eine wichtige Sache. Das Volk, die Jugend, ste wissen mit den massigen Goldklumpen, wie sie ein Halevy vor uns aufgeschichtet, nichts anzufangen. Diese müssen in die Prägeanstalt, damit sie dort zu kleinen Münzen, auwer lasaucher, verarbeitet werden. Erst dann kann die große Menge ihren Nutzen aus dem Golde ziehen. In Herrn B.-N. Dr. Löwenstein in Mosbach a. N. ist uns ein solcher Münzmeister erstanden. L. Löwenstein, seit Jahrzehnten als einer der Hauptvertreter der neueren jüdischen Geschichtsschreibung bekannt. zeichnet sich sowohl in Auffindung und Benutzung echter Quellen, wie in künstlerischer Gruppirung des Stoffes besonders aus, und er hat den erstaunlich glücklichen Versuch gemacht, das nunmehr in so reichem Maße vorliegende schwierige Material zu popularisiren. In dem soeben vollendeten neuen Geschichtswerke*) hat er dem gesetzestreuen Judenthume ein. Geschenk gegeben, für das dieses dem Autor tiefen Dank schuldet. Den uns zur Verfügung gestellten Aushängebogen entnehmen wir, daß das Werk folgenden Inhalt hat: Erster Abschnitt. Von der Zerstörung des ersten Tempels bis zur Zerstörung des zweiten Tempels. (586 vor — 70 n. d. g. Z.) Zweiter Abschnitt. Von der Zerstörung des zweiten Tempels bis zum Abschluß des Talmuds. (70—475.) Dritter Abschnitt. Vom Abschluß des Talmuds bis zum Ende des Gaonats. (475—1040.) Vierter Abschnitt. Vom Ende des Gaonats bis zur Vertreibung der Juden aus der pyrenäischen Halbinsel. (1040—1498.) Fünfter Abschnitt. Von der Vertreibung der Juden aus der pyrenäischen Halbinsel bis zur Zeit Mendelssohns. (1498—1750.) ~ Sechster Abschnitt. Bon Moses Mendelssohn bis zur Gegenwart. (1750—1000.) Hierzu noch einen Quellen-Nachweis und Nachbemerkung. In Zukunft werden die jüdischen Schulen nicht mehr nöthig haben, nach Büchern zu unterrichten, in denen die jüdische Geschichte gefälscht, entstellt und mißhandelt worden ist. Nicht mehr werden diejenigen, die des Studiums der Quellen nicht mächtig sind, aus dem trüben Wasser der zerbrochenen Cisternen schöpfen •) Loweustel». Geschichte der Juden von der baby« Ionischen Gesaugenschaft bis zur Gegenwart. Mainz 1904.

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