Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 11 (8.2.1904)
- Date
- 1904-02-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Mi ^Thf X1M bfls~^Kg ®rW 6 IR». « «. ^«)r. ISN4.I ^!.H4--gaP! AeitgemÄde von J. J. Kvaszewski in autorisirter Ueberlragnn'. m «Aber mein Herr, was faseln Sie da wieder?" „Weiter! Wer noch?" fragte Samuel. „Na, Oberst Sofronow! Der ist furchtbar verliebt!" „Ja! So wie diese Leute lieben! Aber Sofronow ist ebenfalls blutarm; er lebt von seinem Gehalt und von dem, was er so nebenher hat. Er besitzt zwar einige hundert „Seelen", aber so viel Schulden darauf, daß er sich 2000 dafür kaufen könnte. Er ist sehr liebenswürdig und galant, hat aber eine hochmüthige Familie. Auch diese Partie ist also nicht besonders! Weiter, verehrte Frau!" „Rath Pikulinski!" „Aber, was faseln Sie da wieder?" schrie Samuel. „Auch der soll Prätendent sein? Der ist nicht von Federn und nicht von Fleisch! Viel zu alt. und mit Verlaub, so dumm, wie ein Stiefel!" „Aber, bester Herr, ich bitte Sie," unterbrach ihn Frau Wtorkowska, verleitet von seiner allzugroßen Offenheit. „Zum Gatten? Was schadet das Alles?" „Das haben Sie vollkommen recht!" sprach der Gast. „Bei einem Gatten ist das manchmal sogar ein Vorzug. Das Schlimmste dabei ist nur, daß Pikulinsk: auf ein Gütchen im Werthe von zwei, außer der Landschaft noch IV» Privatschulden hat, das macht also weniger als Null! Und sein Gehalt ist nicht groß. Also wen noch?" Frau Wtorkowska seufzte tief. Denn ihr Vorrath war erschöpft und sie hatte Niemand, mehr herzuzählen. ] außer einigen jungen Vice-Referendaren des Staatsrathes, welche nichts besaßen als ihre Titelchen und Uniformen, Protektionen und Gehältchen. Und mit Herrn Heinrich durfte sie doch dem Schwiegervater nich: kommen. „Warum aber sind Sie, Verehrteste, mit mir nicht ebenso offen?" fragte der Gast. „Komme ich doch zu Ihnen mit väterlicher Gesinnung!" , „Aber, mein Herr, ich bitte Sie, wie kommen Sie auf einmal zu dieser Zärtlichkeit?" fragte die Alte, empört über das etwas unhöfliche Ungestüm. „Wir haben uns doch niemals so sehr geliebt!" . „Allerdings. Ihre Frage ist vollkommen logisch!" erwiderte Samuel unbeirrt. „Ich sage Ihnen, Verehrteste, daß vielleicht auch ich daran mein eigenes Interesse habe, welches ganz mit dem Ihrigen zusammentrifft. Deßhalb stell' ich mich ja so bereitwillig Ihnen zu Diensten!" Frau Wtorkowska sah ihn schweigend an. „Warum, beste Frau, kommen Sie nicht coeur oovert heraus mit dem Namen des Mannes, auf den sowohl Sie, als Ihre Tochter am meisten rechnen?" fragte der Alte. „Warum bekennen Sie nur nicht, daß Sie mir den Schwiegersohn bethört haben?" Die Frau war sichtlich erschrocken und verlegen, bald aber schwenkte sie wieder die Hände, lallte etwas und suchte ihn sichtlich aus der Fährte zu schlagen. „Aber, mein Herr! Was ist das wieder? Wie können Sie so etwas sagen, ohne etwas zu wissen? Ich