Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 10 (4.2.1904)
- Date
- 1904-02-04
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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45. Jahrgangs! Has Mlhcchmis t)cr UMWil KkMhUgssiistlllt i« AHIki» bei Hmsvll. 'Man schreibt uns: In den letzten Jahren hat sich .die Erkenntniß immer mehr Bahn gebrochen, daß von der richtige n Führung eines Haushaltes nicht nur der Wohlstand des Hauses und das gute Gedeihen der Familie, sondern das wirtschaftliche Gedeihen von Gemeinden, ja des Staates abhängt. Der Frau und Mutter fällt dadurch eine hohe, wichtige Aufgabe zu. Sie hat für das körperliche und geistige Wohlbehagen aller Familienangehörigen, für Ordnung. Sauberkeit, Pünktlichkeit im Hause, für die hygienische Einrichtung der Wohnräume, für gesunde, zweckmäßige Ernährung der Hausgenossen Sorge zu tragen, und muß zugleich die richtige Anleitung der ihr unterstellten Dienstboten, sowie die zweckmäßige Eintheilung der Arbeit derselben verstehen. Wenn jie diese Aufgabe ganz zu erfüllen im Stande ist, erwirbt sie sich nicht nur den Dank und die Anerkennung ihrer Umgebung, sondern sie trägt auch ein gut Theil zur Lösung der sozialen Frage bei. Dieser vielseitigen Aufgabe gerecht zu werden, ist aber eine Kunst und will, wie jede Kunst, gründlich erlernt sein. Sie beansprucht Verstand. Einsicht. Selbstverleugnung. Geduld, praktische Schulung und Liebe zur Arbeit. Vor Uebernahme eines jeden Amtes und Berufes ist eine Zeit des Studiums, eine Lehrzeit vorgesehen; nur bei dem so wichtigen Berufe der Hausfrau,- von deren Fähigkeiten als Leiterin des Hauswesens oft das Wohl und Wehe vieler Menschen abhängt. wird alles nur zu sehr dem Zufalle überlassen. Gerade bei diesem Berufe ist eine vorangehende Lehrzeit von der größten Wichtigkeit. Naturgemäß sollte die Haushaltungs k.u n st (von einer solchen kann man mit vollster Berechtigung sprechen) im Hause selbst, bei der Mutter gelernt werden; aber eine große Anzahl von Müttern besitzt nicht obengenannte Eigenschaften oder das richtige Geschick, um ihren Töchtern Lehrerinnen und Leiterinnen auf diesem wichtigen Gebiete sein zu können. In den wohlhabenden Kreisen treten auch oft zu viel gesellschaftliche Pflichten an die Hausfrau heran, die ihr eine gründliche Anleitung unmöglich machen. Daher ist es von großem Segen, daß den jungen Mädchen Gelegenheit geboten wird, ihre Lehrzeit in gut geleiteten. größeren Haushaltungen auf dem Lande oder in Haushaltungsschulen durchzumachen, hier wirkt auch das gute Beispiel gleichaltriger Mädchen anregend. Abgesehen von zahlreichen christlichen Haushaltungsschulen haben nichtjüdische Mädchen aus wohlhabenden Bürgerkreisen vielfach Gelegenheit in größeren Guts-. Haushaltungen. Oberförstereien etc. den Haushalt zu erlernen und ihre Gesundheit zu kräftigen; jüdischen Mädchen aus ähnlichen Kreisen fehlte diese Gelegenheit fast gänzlich. Um diesem Bedürfnisse abzuhelfen, wurde vor Jahresfrist in der israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlen bei Hannover eine Mädchenabtheilung begründet, in welcher vorerst Waisenkinder und Mädchen aus der minderbegüterten Klasse schon vom schulpflichtigen Alter an planmäßiger Unterricht in allen Zweigen des Haushaltes erhalten. Da sich diese Ein- ' richtung recht gut bewährt und bereits jetzt Töchter wohlhabender Eltern sich unter den Zöglingen befinden, soll nunmehr ein weiterer Schritt in der Entwickelung und dem Ausbau der Anstalt gethan werden. Es soll nämlich für erwachsene Töchter wohlhabender, jüdischer Familien eine besondere Abtheilung eingerichtet werden, in welcher die jungen Mädchen die. verschiedenen Zweige der Haushaltung erlernen und zu^ gleich bei rationeller, guter Ernährung und in der. frischen Luft ihre Gesundheit kräftigen können. Be!,, dem Bau des neuen Mädchenhauses war dieser Plan schon vorgesehen: im zweiten Stock des auf einer Anhöhe belegenen Gebäudes wurde eine Anzahl'größerer und kleinerer Zimmer angelegt. In dem. , das Haus umgebenden Garten sollen sie auch '.Unterricht in' Gartenarbeiten erhalten und Kurse in der Klnderpflegt' sich anschließen. Ein mäßiger, Pensionspreis', soll-die entstehenden Kosten decken. ... 77 Wir machen auf das neue Unternehmen namentlich, Eltern schwächlicher, junger. Mädchen.'.aufm'erksgfli^V...^ Anmeldungen und Vormerkungen werden skhstir. jetzt von dem Vorstande der Israelitischen Erziehung?-, anstalt in Ahlem bei Hannover (N(ädchen.häüZ)^kN.t-.. gegengenommcn, der auch jede Auskunft ermesst, / ZettungsuaHrrchiett und Correspoirdeuzeir. Deütschlän b; München, 0. Jan.' Der bekannte Abgeordnete Memminger aus Würzburg, der Fr. Bereinigung angehörend, hat beim Etat des Justizmi'nistt- . riums zur Erheiterung seiner Kollegen durch Selbst- ’ biographie manchen Witz geleistet und auch, wie schon so oft. mit Ausfällen auf das Jüdenihum nicht gespart, die aber, wie er selbst, gewiß nicht recht ernst zu nehmen, sind. So heißt es u. A.: „ÜHein Blatt (M. ist Redak-