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Der Israelit · 1904-02-01 · Heft 9 (1.2.1904) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 9 (1.2.1904)
Date
1904-02-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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M'E fr m warn mmm 2XEEE^ 1 FLbr..lSS4.! JfJ] [»t. 5 58! Zeitgemälde von I. I. Krsszewssn in autorisirter Uebertra um,. Nicht glaubte ich an einen Erfolg dieses Kampfes. Noch heute bin ich überzeugt vom Siege Rußlands, nicht wegen seiner Uebermacht, sondern deshalb, weil nicht das ganze Volk seine Fesseln abschüttelte, weil es sich nicht Eins fühlte, wie ein Mann, sondern entzweit, zerstreut, gleichgültig geworden und verrostet in der Knechtschaft. Trotzdem geh' ich dehhalb, weil ich Jude bin, um Zeugniß davon abzulegen, daß unsere Vereinigung nicht nur Worte» sondern Thateu sind, daß sich auch Solche fanden, die an ihrer Seite ihr Leben zum Opfer bringen werden. Was übrigens daraus werden wird, weiß ich nicht und kann ich nicht voraussehen. Davon aber bin ich überzeugt, daß mich auch zuletzt der Tod erwartet. Ein Wunder nur könnte mich retten. Dieser Brief also, o Freundin meiner Jugend, ist gleichsam mein letzter Wille, meine letzte Bitte. Ich beschwöre Dich zunächst, nimm Dich sorgsam meiner Mutier an, der ich Alles zur Verfügung stelle, was ich besitze, für meine Schwestern, den Bruder und die Familie. Ileberliefere Du meine Idee, meine Sendung, meinen Brüdern in Israel. Sage ihnen, sie müssen mit den anderen Völkern gehen und zum Lichte fortschreiten, ohne die alten Gesetzestafeln umzustoßen. die uns unser unsterblicher Gesetzgeber verlieh. Mögen sie sich losmachen von dem, was sie den Andern vorwerfen und sie werden höher dastehen, als allezeit. mögen sie der Menschheit voranschreiten wollen, wozu sie einst schon bestimmt waren! Nicht mit dem . Hochmuthe kaum erst befreiter Sklaven, noch mit Bitterkeit und Menschenhaß, sondern mit Sanftmuth und Nachsicht sollen sie Anderen vorangehen. Mögen sie besser sein, als diese, dann werden sie auch mächtiger sein! Die Welt fühlt schon heute einen Schreck vor unserer Herrschaft. Wir sind aber noch nicht reif zu ihr. Denn wir eigneten uns mit unserer neuen Macht auch alle Fehler jener Kaste an, die die Uebermacht besitzt und deren sie bewußt ist. Entäußern wir uns ihrer, damit wir nicht werden wie jene stolzen Geburtsaristokraten, Feudalen und Herren von Gottes Gnaden. Möge Gottes Gnade uns zu Brüdern und Dienern der Völker machen! Beherrschen wir nur uns selbst und unsere Leidenschaften! Vor allem aber entsagen wir dem Gesetze und den Gebräuchen nicht, verleugnen wir nicht unser Volk, und kleiden wir uns nicht mit der Lüge! Wir selbst müssen uns demüthigen, indem wir uns schämen. Diejenigen, mit deren Voreltern GoA selber sprach, mögen die Stirne hochtragen über den Völkern. Aber diese Stirnen müssen strahlen wte MoseS Stirn, nicht voll Hochmuth, sondern voll Licht, und die Herzen voll Güte. Reißen wir unS los auS dem faulen Atheismus der Jetztzeit. Kehren wir zurück zu unserem alleinigen Gotte. Gießen wir wieder Glauben in die leeren Her-

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